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18.12.13

Payback-System ohne Kundenkarten: Scanback macht Barcodescannen zum Volkssport

Lästig, wenn man bei der Jagd auf Rabatte für jeden Händler eine eigene Payback-Karte braucht. Scanback will dieses Prinzip mit einer App umgehen, die erstaunlich viel Spaß macht - gerade weil sie sich kinderleicht austricksen lässt.

Ich selbst bin kein großer Payback-Freund, schon gar nicht, wenn Handelsketten über Kundenkarten mein Kaufverhalten studieren können. Aber ich habe nicht wenige Freunde, die immer wieder von speziellen Angeboten und Rabatten berichten. Also scheint Payback für viele Verbraucher durchaus einen Sinn zu haben. Lästig nur: die verschiedenen Payback-Karten immer dabei zu haben.

Hier will seit diesem Sommer bereits Scondoo eine Lösung finden, indem es die Kundenkarten einfach umgeht. Man scannt seinen Kassenzettel ein und erhält dafür vom betreffenden Händler Geld zurück. Vorausgesetzt natürlich, Scondoo hat sich mit ihm auf ein Rabattsystem geeinigt. Noch ein paar Schritte weiter geht jetzt das Münsteraner Startup Scanback. Man scannt seine Produkte einfach selbst ein und erhält ab einer bestimmten Punktzahl Gutschriften. Attraktiver Gamification-Ansatz

Und erstaunlicherweise machte Scanback bei mir im Test richtig Spaß. Der Scanner ist sofort bereit und sehr schnell bei der Arbeit. Für jeden Barcode, den man vor die Linse der Smartphone-Kamera hält, gibt es Punkte. Scanback stattet einen neuen Nutzer ohne lästige Anmeldung mit einem Startguthaben von 50 Punkten aus; die nächsten hat man schnell dazu gewonnen. Erreicht man eine bestimmte Punktzahl, lässt sich der gewünschte Gutschein an eine beliebige E-Mail-Adresse schicken. Danach obliegt es dem Rabattsystem des Anbieters, ob er ihn annimmt und wie viele davon er zulässt.

Scanback auf einem Android-Smartphone

Die Sache scheint nur zwei große Haken zu haben - oder aus Kundensicht eher Vorteile, wenn man so will: Zu diesem Zeitpunkt scheint Scanback nicht viel mehr als ein stumpfer Barcode-Erkenner ohne Datenbankanbindung zu sein. Egal, ob ein Buch für 20 Euro oder den Fenchel-Tee vom Penny Markt für 49 Cent - die Punkte, die Scanback gutschreibt, scheinen willkürlich und unabhängig vom Preis zu sein. Ich erhielt pro Scan irgendetwas zwischen 10 und 25 Punkten, egal, wie viel ich für den gescannten Gegenstand bezahlt hatte. Auch mit Produkten aus dem Ausland funktionierte Scanback problemlos. Der einzige Fall, bei der die App sich sperrte, war beim zweimaligen Abscannen des gleichen Barcodes an einem Tag.

Auch Barcodes nicht gekaufter Produkte scannen

Was mir aber besonders Spanisch vorkommt: Scanback addiert Punkte für jeden beliebig gescannten Barcode, ganz gleich, ob ich das Produkt denn nun gekauft habe oder nicht. Sprich, um beim obigen Beispiel zu bleiben: Ich könnte mit Scanback zu diesem Zeitpunkt offenbar problemlos den halben Penny Markt abscannen und tausende von Punkten sammeln ohne auch nur einen Cent zu bezahlen. Das ist natürlich sehr nutzerfreundlich, aber vielleicht nicht unbedingt im Interesse der Partner. Die Grenze dürften Scanbacks Partner aber selbst festlegen: Man wird vermutlich nicht beliebig viele Gutscheine bei ein- und derselben Marke einlösen können. Auf meine Nachfrage bei Scanback, wie die App so etwas verhindern wolle, antwortete mir Mitgründer Daniel Wesseling per Mail: "Wir können durch den Standort (GPS) feststellen ob der User im Kaufhaus steht." Das bezweifle ich, ehrlich gesagt. Und im Test heute früh funktionierte es wie erwartet: Ich konnte den halben Penny Markt abscannen.

Ob das nun auf diese Art besonders praxistauglich oder nicht, sei einmal dahingestellt. Aber mir gefällt der direkte Ansatz von Scanback, der fast so etwas wie Spielspaß aufkommen lässt (Stichwort: Gamification). Das Scannen und die Jagd nach Punkten machen endlich einmal Spaß. Und dass die App auf eine lästige Registrierung mit Passwort und Nutzernamen verzichtet, erhöht das Vergnügen noch einmal, auch wenn die Gefahr von Spam dabei steigt, denn ein Opt-in-Verfahren scheint es für die anzugebende E-Mail-Adresse nicht zu geben.

Scanback steht als App für Android und iOS zur Verfügung.

Link: Scanback

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