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06.07.11

Partnerschaft mit Skype: Facebook mit integriertem Videochat

Facebook erlaubt künftig Videotelefonate mit Skype-Technologie und erweitert seine Chat-Funktion sowie das Design um eine Kontaktleiste.

Wie erwartet hat Facebook heute seine Kooperation mit Skype bekannt gemacht.

Mark Zuckerberg und Skype-CEO Tony Bates stellten Videochat als neues Feature des sozialen Netzwerks vor. Der Enthüllung fehlte allerdings merklich der Glamour angesichts der Tatsache, dass der frisch gestartete Konkurrent Google+ bereits einen Videochat in petto hat. Google+ bietet mit seinen Hangouts sogar Videoconferencing, das Facebook bislang nicht erlaubt. Zweifellos wird die neue Funktion aber dennoch ihre Nutzer finden. Adieu Desktop-client

Mit nach aktuellen Schätzungen gegen 750 Millionen (monatlich) aktiven Nutzern wird das grösste soziale Netzwerk dem bald Microsoft gehörenden Videotelefonie-Anbieter Skype vermutlich einen markanten Zuwachs an Kunden bringen.

Gleichzeitig dürfte diese Integration den bisherigen Skype-Desktop-Client zum Auslaufmodell werden lassen. Skype-Gespräche führt man in der Regel mit Menschen aus dem engsten Umfeld, die in den meisten Fällen also auch Facebook-Kontakte sind. Ein nochmaliges Hinzufügen von Freunden ist damit nicht mehr nötig. In Zukunft dürfte darum für Facebook-Nutzer kaum noch ein Anreiz bestehen, den Umweg über einen separat zu installierenden Client zu nehmen. Skype als eigenständiger Anbieter wird sich darum wohl mittelfristig nur noch auf den mobilen Plattformen wiederfinden. Daraufhin deutet auch die von Bates geäusserte Strategie, künftig bezahlte Anrufe - also SkypeOut auf Telefonnetze - innerhalb von Facebook verfügbar zu machen: ein zwingender Schritt sobald der Client an Nutzern verlieren wird.

Legt man es auf einen Vergleich zwischen der Videotelefonie von Facebook und Google+ an, so wird sich noch zeigen müssen, welche Lösung technisch die Nase vorn haben wird. Immerhin besitzt Skype mehr Erfahrung mit der Funktionalität, gerade in Umfeldern mit geringer Bandbreite, und baut auf seine bestehende P2P-Infrastruktur auf.

Punkten kann Facebook aller Erwartung nach auch bei der Handhabung. Die Integration scheint gut gelöst und extrem einfach zu bedienen.

Kontaktleiste und Gruppenchat

Zwei weitere Features stellte Zuckerberg ausserdem vor. Das erste ist eine zusätzliche Kontaktleiste, die bei ausreichender Bildschirmbreite am rechten Rand der Anzeige auftaucht. Hier sind alle Kontakte eines Nutzers nochmals scrollbar untergebracht, zur einfacheren Erreichbarkeit.

Die zweite Erweiterung betrifft den bestehenden Chat, der eine Gruppenfunktion erhalten wird. Neu können zu einem Chat über das rechts unten platzierte Fenster weitere Gesprächspartner hinzugefügt werden. Damit funktioniert der Chat nun analog zu den Facebook-Messages, die bereits für Gruppen verfügbar sind.

Im Vorfeld der Pressekonferenz kursierten zahlreiche Gerüchte darüber, welche neuen Features vorgestellt würden. Beispielsweise wird angeblich an einer Foto-App gearbeitet, die entweder in die bestehende Facebook-App integriert oder als eigenständige Applikation Anbietern wie Instagram Konkurrenz machen soll. Ebenso erwartet wird eine HTML5-Plattform, mit der Facebook ein eigenes App-Ökosystem auf die mobilen Geräte bringen und an Apple vorbeischleusen will.

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