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28.08.13

Parkplatzsharing-Dienst Parku startet in Deutschland: Kampf um einen Markt, den es noch nicht gibt

Der Schweizer Parkplatz-Sharing-Anbieter Parku kommt nach Deutschland. Auch wenn der Bedarf eigentlich hoch sein müsste, verfügen bestehende Angebote über erst gut 100 mietbare Parkplätze.

ParkuUnsere Schwesterblog Startwerk schrieb bereits mehrfach über Startups, die in Zürich und anderen Schweizer Städten um das bessere Angebot für mietbare Parkplätze kämpfen. Einer davon, Parku, kommt jetzt nach Deutschland, wie die Zürcher heute in einer Pressemeldung verkünden. Schon bald dürfte es einen Konkurrenzkampf mehrerer Anbieter geben, denn Dienste wie ParkingList, Parkplace und UnserParkplatz sind bereits seit längerem in Deutschland verfügbar. Und wenn die meisten deutsche Städte auch nicht gerade mit Parkplätzen gesegnet sind, treffen derartige Dienste bislang auf wenig Resonanz. Das dürfte sich erst mit breiterer Bekanntheit und einer einfachen Integration in Navigationsdienste ändern.

 

Spiegel Online beleuchtete das Phänomen vor Kurzem in einem Beitrag und fand dabei sowohl bei Parkinglist als auch bei Parkplace nur etwas mehr als hundert Angebote freier Parkplätze. Hauptproblem dürfte sein, dass die wenigsten Menschen von einer solchen Möglichkeit überhaupt wissen. Die bisherigen Angebote stammen größtenteils von Privatpersonen, die wenig Möglichkeiten der Werbung haben. Parku ist ein kommerzieller Anbieter mit dem erfolgreich gemeisterten Start in der Schweiz im Rücken. Immerhin etwas mehr als 1.000 Parkplätze bietet Parku in der Schweiz an. Ein Achtungserfolg erzielte man mit der Kooperation mit Samsung. Der Gerätehersteller installierte die App auf seinen in der Schweiz verkauften Smartphones.

Das Parkplatzproblem sei in der Schweiz grassierender als in Deutschland, schrieb mein Kollege Jan Rothenberger im Juli. Zum einen sei natürlich die Parkplatzsituation selbst schwieriger (wobei sie in den meisten mir bekannten deutschen Großstädten auch alles andere als zufriedenstellend ist), ferner kämen noch höhere Gebühren für Parkscheine oder höhere Bußgelder hinzu. Der Bedarf sollte in beiden Ländern da sein. In der kleinen Schweiz versuchten sich neben Parku auch noch Parkspatz und Park it an dem Problem, letzter mit dem viel sagenden Werbeslogan: "Finde und buche jederzeit einen Parkplatz - sogar in Zürich!"

Parku

Parku prüft jeden Parkplatz, den die Nutzer einstellen, nach eigenen Angaben selbst. Ein Monteur kommt vorbei und bringt ein gut sichtbares Parku-Schild am Parkplatz an - was gleichzeitig Werbung für den Dienst ist. Der Anbieter kann den Preis des Parkplatzes selbst festlegen, Parku gibt hier Empfehlungen. Wer dort parkt, zahlt die Gebühr an den Vermieter, von der Parku einen Teil einbehält. Abgerechnet wird über Parku selbst mit PayPal oder per Preditkarte. Parku ist als App für iOS und Android verfügbar und will in Deutschland zunächst in den drei größten Städten Berlin, Hamburg und München an den Start gehen.

Interessant wird das Angebot natürlich erst bei einer großen Auswahl - es nützt ja beispielsweise nichts, wenn es in Berlin nur zehn Parkplätze in Spandau gibt und ich gerade in Friedrichshain einen suche. Und natürlich sollte so ein Dienst möglichst einfach sein. Das beste für die Anbieter wäre wohl eine Integration in Navigationssysteme. Wenn man sein Ziel erreicht hat und einen Parkplatz braucht, will man nicht erst eine App aufrufen und suchen müssen. Das Navi lotst den Fahrer im Idealfall direkt dorthin. In der Tat ein interessanter Markt, der in Deutschland gerade erst am Anfang steht. In Großbritannien und den USA haben Dienste wie ParkingPanda, GottaPark und Park at my House bereits mehrere zehntausend Kunden. Wohl nur eine Frage der Zeit, bis es auch in Deutschland so weit ist.

Link: Parku

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