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24.07.08Leser-Kommentar

Papst kann einpacken: "Er" ist da

Barack Obama, vielleicht künftiger Präsident der USA, beehrt Berlin – und deutsche Online-Medien überbieten sich selbst: Live-Reportagen und +++ Live-Ticker +++, wohin man klickt.

Obama in Berlin (Bild Keystone)

Jedes noch so kleine Detail wird im Minutentakt eifrig an die werten Klick-Kunden durchgegeben: Obama hier, dort, überall. Verdächtiges Päckchen in der Lobby von Obamas Hotel? Eilmedlung! Es gibt kein Erbarmen. Auch nicht auf sueddeutsche.de: "An der ersten Ma[r]kierung, braune Tapes auf hellgrünem Teppich, gibt es ein kurzes Shakehands für die Journalisten." Bitte! Mehr! Details!

Die über Agenturen angefütterten Ticker, von Focus bis Stern, unterscheiden sich kaum. Selbst der Bild-Ticker könnte für das Angebot eines seriösen Mediums durchgehen. Oder andersherum. Doch zum Glück gibt es eine rühmliche Ausnahme: Noch eine Spur überdrehter liest sich der Obama-Hype auf Faz.net. Dort berichtet Marcus Jauer live aus Berlin. Bei ihm finden sich folgende Sätze:

"Er ist da."

"Er trägt Sonnenbrille."

"Er hat gewunken."

Zum Teil auch als Überschrift der Live-Reportage. Die Titanic könnte es nicht besser machen! Soviel Ironie hätten wir der Faz nun wirklich nicht zugetraut. Wie das ganze Genre "Live-Ticker" hier locker auf die Schippe genommen wird, lässt sich nur mühsam beherrscht mit Lachtränen in den Augen lesen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Omar

    24.07.08 (16:19:14)

    Unabhängig davon, wie man zu Herrn Obama nun steht, muss es einem peinlich vorkommen, wie sich die werten Medienvertreter um den Finger wickeln lassen. Dass Obama offensichtlich das Charisma hat, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, dürfte nun klar sein, dass Medien dieses Spiel aber offenbar willentlich mitmachen, das ist ein Armutszeugnis.. Form vor Inhalt! Darum geht es hier. Gruß.

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