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24.09.07

"Päpstlicher als der Papst"

Ein PR-Profi und ein Journalist werfen dem Chefredaktor des Magazins Persönlich rot vor, sich zum Mikrofonhalter des Schweizer Justizministers Christoph Blocher degradiert zu haben. Glaubwürdig ist das nicht.

Stöhlker

Matthias Ackeret (links), Klaus J. Stöhlker (rechts). Screenshot telezueri.ch

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

In der Runde bei Tele Züri (hier das Video) waren Klaus J. Stöhlker, Matthias Ackeret und Markus Gilli, die sich schnell auf eine hitzige Debatte einliessen, die sich ursprünglich um das Projekt teleblocher.ch (zurzeit offline), dann aber bald mal um Ethik und Journalismus drehte. Eigentlich ist es ja grossartig, wenn sich Leute in einem kleinen Regional-TV für guten Journalismus einsetzen. Nur verdient der eine der beiden sein Geld als PR-Berater (Stöhlker). Und der andere muss als Chef von Tele Züri Sendungen verantworten, an denen Interviewgäste ausführlich ihre Produkte vorstellen dürfen (Gilli). Meine Herren, nichts für ungut, aber das ist doch etwas fragwürdig.

 

Matthias Ackeret hingegen wirft dem Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Ueli Haldimann, vor, dass er in einem Blogbeitrag (Blog zurzeit leider offline) seinen Vor- UND Nachnamen! falsch geschrieben habe. Zitat aus der Sendung, übersetzt von mir:

 

Ich find das vom Chefredaktor des Schweizer Fernsehen absolut primitiv. Er, vom Staatsfernsehen, beschimpft einen, ein unabhängiger Journalist, als Groupie. Er hat in meinem Namen auch noch zwei Fehler gemacht. Er hat "Matthias" falsch geschrieben und "Ackeret". Also das find ich unverzeihlich. (...)

Dazu möchten wir ein Zitat aus einem Interview wiederholen , das Matthias Ackeret als Chefredaktor seines Magazins mit Ueli Haldimann geführt hat. Es ist noch nicht lange her und trägt das Datum 01.03.2007:

 

Ackeret: Aber ist es nicht ein bisschen kleinlich, wenn Sie dem Tages-Anzeiger-Chefredaktor in Ihrem Kommentar einen Tippfehler in seiner Zeitung vorhalten?

Haldimann: Nein, überhaupt nicht. Der von Peter Hartmeier verantwortete Tages-Anzeiger forderte in einer Polemik unter anderem die Abschaffung von ?10 vor 10?, einer unserer erfolgreichsten Sendungen. Der kurze Text enthielt mindestens drei sachliche Fehler. Ich finde das unprofessionell. Und wenn der Tagi statt Walter Eggenberger Walter Eppenberger schreibt und das beim Korrektorat durchgeht, ist das peinlich.

Ackeret: Das ist doch kleinlich ...

So leicht kann sich ein Sachverhalt ändern, wenn man selbst davon betroffen ist. Lustig, nicht wahr?

Lustig auch, dass die Doppelmoral der Angreifer von allen in die Sendung telefonierenden Zuschauern durchschaut und kritisiert wurde. Und wer lacht am Schluss? Der, der die devoten Interviews solcher Fragesteller immer und immer wieder empfängt: Christoph Blocher.

Gilli

Markus Gilli, Screenshot telezueri.ch

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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