<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

06.10.10

PackageCloud: Auch Webhosting benötigt seine Revolution

Der Webhostingmarkt ist gekennzeichnet von Mindestvertragslaufzeiten, intransparenten Produkt- und Preisdifferenzierungen sowie einem fehlenden Kundenfokus. PackageCloud aus Heilsbronn möchte all dies ändern.

 

Einen geeigneten Anbieter für das Hosting einer Webpräsenz zu finden, kann zu einem zeitraubenden Prozess ausarten. Allein auf dem deutschsprachigen Markt gibt es über 2.000 große wie kleine Webhoster mit jeweils verschiedenen Paketen, die sich in Preis, Umfang und enthaltenen Features unterscheiden. Gemein haben die meisten Lösungen allerdings lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen, was die Entscheidung aus Kundensicht nicht leichter macht.

Nachdem dann irgendwann ein Entschluss gefallen ist, werden Benutzer mit ihrem Hostingpaket in der Regel alleine gelassen. Speziell für wenig versierte Anwender, die sich an einem Blog oder einem Onlineshop versuchen möchte, beginnt dann erst die eigentliche Herausforderung.

PackageCloud heißt ein neues Startup aus Heilsbronn, das frischen Wind in den eingerosteten Webhostingmarkt bringen möchte und sich zum Ziel gesetzt hat, jedem das Aufsetzen einer Webpräsenz ohne Handbücher oder Vorkenntnisse zu ermöglichen. Im Gegensatz zum Homepagebaukasten Jimdo, der einer ähnlichen Vision folgt, konzentriert sich PackageCloud voll auf den Webhostingbereich und die Anwendern hierdurch gebotenen Freiheiten in der Verwendung des gebuchten Serverplatzes.

Um sein Versprechen zu halten, Nutzern in fünf Minuten das "Erschaffen ihrer digitalen Welt" zu erlauben, verzichtet PackageCloud auf alle sonst üblichen Kniffe zur Schaffung von Intransparenz sowie auf unnötige Zusatzleistungen wie Inklusivsoftware, die zwar gut klingen, aber letztlich lediglich als Vorwand dafür dienen, um unwissende Kunden in teurere Pakete zu locken.

Bei PackageCloud gibt es lediglich ein Paket: die Webhosting-Flatrate. Der Name ist dabei Programm : Für fünf Euro pro Monat erhalten User bei dem Service ein Hostingpaket ohne Einschränkungen. Enthalten sind unbegrenzter Speicherplatz und Traffic sowie beliebig viele FTP-Zugänge, E-Mail-Adressen (POP3, IMAP, Webmail), Subdomains und MySQL-Datenbanken. Alle gängigen Programmiersprachen wie PHP5, Perl/CGI, SSI, Python und Ruby werden unterstützt. Inbegriffen ist zudem eine Wuschdomain (de, eu, com, net, org, name, biz, info).

Statt sein Produkt mit einem Softwarepaket aufzublähen, das für alle Zeit in einer Schublade landet, bietet PackageCloud seinen Kunden einen "Apps-Installer". Dort listet das Startup Dutzende gängige CMS-Systeme, Shop-Lösungen, Wikis, Foren-Tools und andere Anwendungen, die direkt mit wenigen Klicks über das Administrationsmenü installiert werden. Die Notwendigkeit zur manuellen Einrichtung von WordPress, Joomla, Mambo, Typo3, magento oder OsCommerce entfällt. Irgendwann wäre hier sicherlich auch Platz für diaspora...

Auch bei den Vertragskonditionen hebt sich PackageCloud, das mit einer englischen Sprachversion ganz im Trend liegt , angenehm von der Konkurrenz ab: Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht, ebenso wenig wie eine Einrichtungsgebühr. Gezahlt wir im Prepaid-Verfahren entweder per Überweisung oder via PayPal.

Eines der aus Kundensicht wichtigsten Qualitätskriterien im Bezug auf Webhostinganbieter ist deren Verfügbarkeit. Hierzu lässt sich aktuell wenig sagen. Laut Chris Branston, bei PackageCloud für das Marketing zuständig, stehen die von dem Startup genutzen Server bei Hetzner, einem renommierten deutschen Betreiber von Rechenzentren und Hostinglösungen. Insofern dürften, was die Erreichbarkeit betrifft, keine unangenehmen Überraschungen zu erwarten sein.

Reicht all das, um den Webhosting-Markt zu revolutionieren? Durchaus möglich. Doch das i-Tüpfelchen kommt noch: Um potenzielle Nutzer zum Ausprobieren von PackageCloud zu animieren, bietet der Dienst sein Paket ohne Begrenzungen in einer kostenlosen Version an - mit einer Subdomain der Form domainname.packagecloud.com. Die Gratisvariante bietet 100 MB an Speicherplatz. Erst wer eine "echte" Domain für die eigene Präsenz benötigt, muss zur kostenpflichtigen Webhosting-Flatrate wechseln.

Speziell für User, die lediglich eine private Homepage, eine Website für den örtlichen Skat-Verein oder ein anderes, geringe Reichweite erzielendes Onlineangebot betreiben wollen, ist PackageCloud mit (bei der Hosting-Flatrate) jährlichen Kosten von 60 Euro definitiv nicht die günstigste Alternative. Wie bei jeder Flatrate bringt Transparenz sowie das Fehlen von Limitierungen eine Art "Bequemlichtkeitszuschlag" mit sich.

Allein die Tatsache, sich das stundenlange Vergleichen von Feature-Tabellen und die Suche nach dem (häufig vorhandenen) Kleingedruckten sparen zu können, spricht meines Erachtens nach jedoch für PackageCloud. Bald werden wir wissen, ob das Startup sein aus unternehmerischer Sicht immer auch etwas riskantes Flatrate-Versprechen einlösen können wird. Zu wünschen wäre es! Im Sinne eines kundenfreundlicheren Webhostingmarktes.

Link: PackageCloud

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer