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16.04.12Leser-Kommentare

P2P-Carsharing: carzapp will Autos per App öffnen

carzapp, ein in der Entwicklung befindliches Startup aus Berlin, will mit einer Hardwarelösung einen der entscheidenden Nachteile des privaten Carsharings eliminieren: die Notwendigkeit zur persönlichen Schlüsselübergabe.

 

P2P-Carsharing, also die internetgestützte Vermietung von Autos zwischen Privatpersonen, befindet sich noch in den Kinderschuhen, da ruft ein ganz junger Anbieter schon die nächste Evolutionsstufe dieses Konzepts aus. deutsche-startups.de berichtet heute über carzapp, ein in der Entwicklung befindliches Startup aus Berlin, das einen der potenziellen Nachteile bisheriger Lösungen eliminieren möchte: die physische Schlüsselübergabe.

Wer über das Webportal oder die mobile App für den gewünschten Zeitraum ein von einem anderen Nutzer vermietetes Auto findet, sollte in der Lage sein, dies flexibel abzuholen, ohne sich dazu erst mit dem Vermieter auf ein Treffen einigen zu müssen, finden die carzapp-Gründer Oliver Lünstedt und Sahil Sachdeva. Derzeit basteln sie und ihr dreiköpfiges Team an einer Hardwarebox, die private Vermieter in ihr Auto einbauen können.

Mit Hilfe dieses sogenannten "ZappKit" können die Fahrzeugbesitzer dann Mieter autorisieren, das Auto per Smartphone-App aufzuschließen. Ein Schlüssel ist dazu nicht erforderlich. Ein Zweitschlüssel zum Starten befindet sich im Auto. Eine zusätzliche Wegfahrsperre soll sicherstellen, dass dieser Schlüssel nicht funktioniert, wenn sich Personen auf anderen Wegen als über die App Zugang zum Kfz verschaffen.

Die Idee, zum Zweck des komfortableren Carsharings auf ein System zum Öffnen des Fahrzeugs über eine mit einer Harwarelösung korrespondiere App zu setzen, haben sich die Berliner bei den US-Diensten Getaround und RelayRides abgeschaut. Beide bieten Vermietern diese Option. Die deutschen P2P-Carsharingplattformen wie tamyca, autonetzer.de und Nachbarschaftsauto verzichten bisher auf einen derartigen, mit hohen Investitionskosten verbundenen Ansatz.

Der entscheidende Vorzug des App-Prinzips: Autos können auch dann vermietet werden, wenn ihre Besitzer unterwegs oder zum Beispiel im Urlaub sind, oder für sehr kurze Touren, für die zwei persönliche Treffen einfach zu viel Zeitaufwand wären.

Nicht jeder Vermieter wird sich bei dem Gedanken wohlfühlen, Mieter zuvor nicht persönlich zu treffen. Speziell für die erste Miete dürfte die Mehrzahl der Kfz-Besitzer daher eine persönliche Schlüsselabgabe bevorzugen. Sinnvoll wird das ZappKit aber, wenn Mieter und Vermieter sich bereits kennen, zum Beispiel von früheren Mieten. Wenn der Nachbar alle zwei Wochen einen halben Tag lang das Auto mietet, um Großeinkäufe zu erledigen, erscheint die Notwendigkeit der persönlichen Treffen eher hinderlich.

Gemäß deutsche-startups.de sind Lünstedt und Sachdeva, die den Aufbau ihres Unternehmens bisher aus eigener Tasche finanziert haben, derzeit auf der Suche nach Risikokapital in Höhe von rund einer Million Euro. Das klingt, als sei der für Sommer anvisierte Start noch nicht hundertprozentig in trockenen Tüchern. Gelingt es den Hauptstädtern aber, Kapitalgeber von dem Konzept und Autobesitzer von den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu überzeugen, dann könnte sich carzapp trotz des verspäteten Markteintritts schnell einen entscheidenden Konkurrenzvorteil verschaffen. Der Wettbewerb wäre dann gezwungen, mit einer eigenen Hardware nachzuziehen - oder darauf zu spekulieren, dass es sich um eine Schnapsidee handelt.

Kommentare

  • sprain

    16.04.12 (12:05:11)

    Tolle Idee, auch für Familien. Vater, Mutter und Kinder, die noch zu Hause wohnen. Selten gibt es für alle einen Autoschlüssel.

  • Max

    16.04.12 (18:28:27)

    Ich finde die Idee auch richtig Klasse. Könnte man nicht einfach einen QR-Code in das Auto kleben und wenn man den scannt bekommt man den Code den die Autofernbedienung zum Öffnen sendet geschickt. Sicherlich werden die Autohersteller die Codegenerierung nicht so gern raus rücken und es gibt sicher noch andere Probleme aber mittelfristig könnte es doch so einfach werden oder eben NFC Ich denke das die Idee gar nicht so sehr für den privaten Bereich taugt sondern eher für Stadt-Autovermietungen. Ich stelle mir gerade vor in bin in einer fremden Stadt mache ein wenig Sightseeing dann noch ein wenig Einkaufen und dann mit dem Auto zurück. Einfach schauen wo das nächste steht und los gehts... Könnte mir auch vorstellen das wenn ein Auto an einem abgelegenen Ort abgestellt wird, es Geld dafür gibt wenn es jemand, der vielleicht in der Nähe wohnt, wieder in häufiger frequentiertes Gebiet fährt. Man könnte auch sagen "Selbstfahrer-Taxi" ;)

  • Basar Seven

    16.04.12 (18:53:54)

    Habe ich auf der Messe kennen gelernt. Super Lösung.

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