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03.06.13Leser-Kommentare

Ortung: Locca will Gegenstände und Kleinkinder auffindbar machen

Das österreichische Startup Locca entwickelt ein Gerät zur einfachen Ortung von wertvollen Gegenständen und Kleinkindern. Tatkräftige Unterstützung leistet ein Hersteller von Seniorenhandys.

M2M, kurz für Machine-to-Machine, heißt eines der Prinzipien, das im Zuge der Verwirklichung des Internets der Dinge in den Vordergrund tritt. Bei M2M kommunizieren Endgeräte untereinander oder mit einem zentralen Rechner, anstatt Informationen direkt mit dem Anwender auszutauschen. M2M-Technologien sind besonders für den industriellen Bereich interessant, können aber auch im privaten Alltag von Menschen Nutzen stiften. Davon geht das Wiener Jungunternehmen Locca aus, das in dieser Woche die Vorbestellungsphase für das "kleinste und genauste Ortungsgerät der Welt" startet.

Mit Locca wollen die Gründer Julian Breitenecker und Albert Fellner Besitzern von wertvollen Gegenständen das Auffinden selbiger erleichtern und außerdem Eltern eine Gelegenheit bieten, den Aufenthaltsort ihrer Sprösslinge abzurufen. Zwei Modelle wollen die Österreicher dazu Anfang September auf den Markt bringen: ein kleineres Gerät namens LoccaMini, welches dem Schutz von Gegenständen wie Fahrrädern oder Autoschlüsseln, aber auch Haustieren dienen soll, und ein größeres mit eingebauter Handyfunktion, das für die Kommunikation und Ortung von Kleinkindern konzipiert wurde. Einmal aktiviert, lässt sich ein Locca mittels Webanwendung und iPhone- und Android-App jederzeit auffinden. LoccaMini, das die Ausmaße eines Schlüsselanhängers hat, funktioniert allein als Ortungsgerät, während die größere Variante auch Sprachtelefonie ermöglicht und von den Gründern als "das perfekte Kinderhandy" bezeichnet wird.

Locca

Damit die Ortung möglichst genau erfolgen kann, setzt Locca bei der Standortanalyse auf verschiedene Technologien. Unterstützt werden AGPS, GSM-Triangulierung, Bluetooth, Home detection by FSK und eine Sound & Light-Ortung. LoccaPhone besitzt zudem ein WLAN-Modul. Die wichtigste Rolle spielt das Mobilfunkmodul, welches jeweils für die ungefähre Ortung verantwortlich ist, bevor mit weiteren Mitteln eine exakte Standortbestimmung erfolgt. Derzeit befindet sich Locca in Verhandlungen mit europäischen Mobilfunkbetreibern. Ziel ist es laut Michael Lipper, bei Locca für Business Development und Internationalisierung zuständig, einen Carrier zu finden, der weltweit die Netzanbindung sowie das Roaming übernimmt. Für Locca-Anwender bleiben die Kosten für die Nutzung immer gleich, egal in welchem Land das Gerät zum Einsatz kommt.

Apropos Kosten: Günstig wird Locca nicht. Ein Gerät soll für "unter 100 Euro" zu haben sein, hinzukommt eine noch nicht festgelegte monatliche Gebühr, welche die Wiener in Teilen an den involvierten Mobilfunkbetreiber weiterreichen. Locca eignet sich damit nicht zum Schutz beliebiger Haushaltsgegenstände mit geringem Wert oder von dem für 100 Euro bei eBay erworbenen Uralt-Fahrrad. Für Eltern von jungen Kindern hingegen dürfte die Investition zu verkraften sein, wenn sie dafür innere Ruhe finden. Um Missbrauch beispielsweise durch Stalker zu verhindern, haben die Locca-Macher außerdem eine App entwickelt, die unwissentlich mittels Locca überwachten Personen eine Warnung zukommen lässt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Anwender präventiv handeln und die entsprechende Anwendung installieren.

Locca ist nicht der erste Anbieter von Ortungsgeräten, aber nach Aussage von Michael Lipper Konkurrenten hinsichtlich Funktionalität, Anwendbarkeit und Preis weit überlegen. Die Produktion der Loccas übernimmt Emporia, ein österreichischer Hersteller von Seniorenhandys, der sich einen Anteil an dem ambitionierten Unternehmen gesichert hat. Emporias Erfahrung und Know-how liefert dem Locca-Team die Gewissheit eines reibungslosen Entwicklungsprozesses. Unterstützt wird Locca außerdem von einem Business Angel sowie von dem österreichischen Medien- und VC-Fund Media4Equity Invest, der dem Startup nach dessen offiziellem Debüt schnell große Medienreichweite in Österreich bescheren wird. Initial soll Locca aktiv im deutschsprachigen Markt beworben werden - mit einem Schwerpunkt auf dem Heimatmarkt - aber auch europaweit erhältlich sein.

Am Sonntagabend gewann Locca den Startup-Pitch der momentan in Berlin stattfindenden Hy!-Konferenz. Neben 30.000 Euro vom Telekom-Inkubator hub:raum, einigen Dienstleistungen sowie einer Reise ins Silicon Valley ist den Wienern damit auch das Wohlwollen aus dem Hause Axel Springer sicher, das an Hy! beteiligt ist und Locca den ein oder anderen Bericht in seinen Medien widmen dürfte. Insofern sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ideal. Warten wir ab, ob Locca pünktlich liefern kann. /mw

Link: Locca

Kommentare

  • Christoph Knappe

    03.06.13 (09:38:31)

    Komisch, das kommt mir gar nicht neu vor. Und der Erfolg ist damit ein gutes Zeichen dafür, dass es den Dingen, die scheitern, manchmal nur an der nötigen Konsequenz fehlt. Locca scheint einfach nur die konsequente Fortführung von entsprechenden Apps zu sein, ist damit greifbarer und (wohl) auch erfolgreicher. Gutes Gelingen! Tschüß

  • Sonja

    03.06.13 (10:16:22)

    Das ist ja jetzt nicht unbedingt was neues... Diese Dinge sind ja schon ein alter Hut. Wer auf dem MWC 2012 war der hat dort ungefähr 3-4 Aussteller mit ähnlichen Lösungen gesehen. Gibt es keine innovativen Lösungen mehr?!

  • Sandra Maier

    04.06.13 (13:30:02)

    Schöner Artikel: Jürgen Klopp führt seinen Verein wie ein Start-up. Der große Corporate hingegen ist Bayern München http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/6912-borussia-dortmund-als-start-up

  • Cubez

    08.06.13 (08:32:31)

    o mein gott... und sowas gewinnt den wettbewerb? are u kidding me? war da nix besseres? solche dienste gibt es on mass auf den markt und jetzt machen die wieder so, als wäre das die neuigkeit schlechthin.... bevor ich mir sowas für 100 ecken kaufe, nehm ich doch für 5% des preises lieber was von code-no.com oder bringmeback.com....

  • Felix

    12.06.13 (14:06:30)

    hahaha. du vergleichst äpfel mit birnen!

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