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22.02.12Leser-Kommentare

Ordner mit anderen Nutzern teilen: SquadMail bringt Sharing-Funktionen zur E-Mail

SquadMail erlaubt es Anwendern, einzelne Verzeichnisse und darin enthaltene Inhalte ihres E-Mail-Kontos mit anderen zu teilen. Das Berliner Startup will der E-Mail so zu aus dem Social Web bekannten Sharing-Fähigkeiten verhelfen.

 

Internetnutzer haben ein gespaltenes Verhältnis zur E-Mail. Einerseits wird sie nach wie vor von mehr als 90 Prozent aller Anwender regelmäßig zur Kommunikation und Informationsverbreitung verwendet, andererseits klagen viele über überquellende Postfächer und die Menge an Zeit, die sie mit Antworten, Lesen und Schreiben von Mails "verschwenden".

Auch wenn gerne das baldige Ende der Mail prognostiziert wird: In unmittelbarer Zukunft und solange, wie nur wenige Organisationen pressewirksam die interne E-Mail-Kommunikation abschaffen wollen, wird uns die Mail als allgemein akzeptierte Form der elektronischen Kommunikation erhalten bleiben - zumal ihr offenes Protokoll in Zeiten des Aufstiegs proprietärer Lösungen von sozialen Netzwerken und Chatdiensten nicht unsympathisch erscheint.

Genau das findet auch Philipp Mayer, einer der Gründer von SquadMail, einem Berliner Startup, das mit seinem gerade in geschlossener Beta-Phase lancierten Dienst die Fähigkeiten von E-Mail erweitern möchte.

"Die Infrastruktur von E-Mail ist traumhaft: Es gibt unzählige unabhängige Anbieter, alle Standards sind offen, das gesamte System lief schon in der Cloud, als es den Begriff noch nicht gab und jeder Internetnutzer kennt E-Mail und kann damit umgehen. Was fehlt um E-Mail wieder zum besten Kommunikationsmedium zu machen, sind die Anwendungen, aber dafür sind wir ja da", beschreibt Mayer die Motivation hinter dem Projekt, das er zusammen mit Benjamin Eckart und Jan Brunnert gestartet hat.

SquadMail erlaubt es Anwendern, einzelne Ordner ihres E-Mail-Postfachs mit anderen Personen zu teilen. Auf diese Weise können User Kollegen, Freunden oder Bekannten Zugriff auf Mail-Konversationen und Dateianhänge geben, ohne diese dazu mit unzähligen weitergeleiteten Mails zu bombardieren. Die Hauptstädter versuchen, das durch Social Networks etablierte, effiziente Share-Prinzip auf die E-Mail zu übertragen, deren "Senden"-Funktion dies bisher nicht wirklich abbilden kann.

Funktioniert mit jedem IMAP-Server

SquadMail funktioniert mit jedem IMAP-fähigen E-Mail-Postfach. Um mit Hilfe des Dienstes E-Mail-Ordner mit einzelnen Personen zu teilen, melden sich Nutzer auf der SquadMail-Website mit ihrer E-Mail-Adresse und dem dazugehörigen Passwort an. SquadMail identifiziert dann automatisch die IMAP-Serverdaten oder bittet - sofern dies nicht möglich ist - um deren manuelle Eingabe.

Über den anschließend erscheinenden Mitgliederbereich können Nutzer Ordner anlegen, die daraufhin automatisch auf dem jeweiligen Mailserver erstellt werden, und diese mit ausgewählten Personen teilen. Eingeladene erhalten einen Hinweis per Mail und können sich dann auf squadmail.com mit ihrem jeweiligen E-Mail-Account anmelden (wieder ist IMAP Voraussetzung). Daraufhin erscheint der vom Einladenden geteilte Ordner inklusive aller Mails innerhalb der Mail-Verzeichnisliste des Eingeladenen. Beide haben vollen Zugriff auf sämtliche enthaltenen Mails und können weitere Nachrichten in dem Verzeichnis ablegen. SquadMail selbst hostet keine Mails, sondern verbindet lediglich zwei IMAP-Server miteinander. Insofern gelten die Speicherbegrenzungen des jeweiligen Mail-Providers.

Preisgabe der E-Mail-Benutzerdaten ist ein Problem

Der von SquadMail gewählte Ansatz ist interessant, bringt jedoch zwei entscheidende Nachteile mit: Zum einen unterstützen nicht alle E-Mail-Provider IMAP (beispielsweise Hotmail), und zum anderen - und hier liegt das größere Problem - erfordert der Dienst die Preisgabe der persönlichen E-Mail-Benutzerdaten, um so Zugriff auf Mails und Ordner zu erhalten. Der Service unterstreicht zwar, dass die Daten verschlüsselt über eine sichere SSL-Verbindung gesendet werden. Dennoch fühlt es sich nicht gut an, den eigenen E-Mail-Account auf diese Weise für einen Onlineservice zu öffnen. Und selbst wenn sich der Einladende dazu überwinden kann, müssen auch die "Empfänger" des Ordners zu diesem Schritt bereit sein. Viele werden an dieser Stelle aufgeben.

Die Monetarisierung des Dienstes soll mittelfristig über eine kostenpflichtige Enterprise-Version erfolgen, die für Firmen wichtige Features sowie erhöhte Sicherheitsstufen beinhaltet.

Das derzeitige Private-Beta-Stadium von SquadMail ist nicht Mittel künstlicher Verknappung, sondern für das Gründertrio ein Weg, um Performance und Skalierung auszubauen. In meinen Tests gelang es mir leider nicht, den Dienst vollkommen zum Laufen zu bringen: Auch eine Stunde, nachdem ich über SquadMail einen zu teilenden Ordner angelegt hatte, erschien dieser nicht in der Verzeichnisliste meines E-Mail-Kontos (trotz mehrfachem Reloads) - ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um ein temporäres Problem handelt. Auch hapert es noch an verständlichen Erklärungen zu den Abläufen. Andererseits ist all dies in einer geschlossenen Beta-Phase auch "erlaubt".

Wir haben zehn Einladungen für alle, die SquadMail in seinem bisher noch unfertigen Zustand ausprobieren möchte. Wer Interesse hat, hinterlässt einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer validen E-Mail-Adresse. Die ersten zehn sind dabei.

Link: SquadMail

Kommentare

  • Dirk Bachhausen

    22.02.12 (10:17:59)

    Da wäre ich gern dabei

  • Phil

    22.02.12 (10:31:57)

    Hi Martin, danke für den Artikel. Wir haben heute morgen ein umfangreiches Update veröffentlicht und konnten in der Zeit die Synchronisierung für bestehende Accounts zwar aufrechterhalten, haben aber keine neuen freigeschaltet. Mittlerweile sollte Dein Zugang problemlos synchronisieren. Entschuldige bitte die Verspätung. Viele Grüße, Phil

  • Maurice

    22.02.12 (14:48:31)

    Würde mich freuen es testen/ nutzen zu können.

  • Hannes

    22.02.12 (19:25:58)

    Ich würde mich auch sehr über eine Einladung freuen. Vielen Dank! Hannes

  • informant

    22.02.12 (21:38:12)

    i mia a! ;) danke

  • Robert Frunzke

    26.02.12 (17:49:09)

    Die kostenpflichtige Enterprise-Version müsste eigentlich (ganz entgegen dem Web 2.0 Paradigma) als Softwarepaket zur Installation auf eigenen Servern zur Verfügung stehen. Dann wäre das Problem mit der Preisgabe der Benutzerdaten für viele potentiellen (Enterprise-)Nutzer aus dem Weg geräumt.

  • Dennis

    26.03.12 (16:32:37)

    Ich würde mich auch sehr über eine Einladung freuen, wenn noch eine da ist.

  • Steven

    20.07.12 (16:16:41)

    Wenn noch Einladungen übrig sind, hätte ich auch gerne eine.

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