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14.06.10

Online Office: 1&1 integriert Google Docs-Konkurrenten Zoho

Office-Apps in der Cloud gewinnen an Bedeutung. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft integriert 1&1 den Google Docs-Konkurrenten Zoho in seine Webhosting-Pakete.

Zoho

Wird über Online Office gesprochen, denken die meisten wahrscheinlich an Google Docs, Googles in Deutschland unter dem Namen "Text & Tabellen" angebotene, kostenlose Office-Suite, die komplett im Browser läuft und eine Desktop-Software überflüssig macht. Ich beispielsweise nutze seit langem nur noch Google Docs.

Im Rahmen der Lancierung von Office 2010 hat nun auch Microsoft eine kostenlose Onlinevariante seines Textverarbeitungs-Produkts gestartet und betreibt unter Docs.com zudem ein eng mit Facebook integriertes Online-Office-Werkzeug. Die Zeiten, in denen Google Docs als Synom für Office Apps in der Cloud stand, sind damit vermutlich bald vorbei.

Wobei dies ohnehin niemals gerechtfertigt war, denn mit Zoho gibt es schon seit Jahren einen ebenbürtigen Konkurrenten zu Google Docs.

22 unterschiedliche Cloud-Applikationen betreibt das aus Indien stammende Unternehmen mittlerweile, viele ausgerichtet auf Firmenkunden, mit denen es auch primär sein Geld verdient.

Die kostenlosen Office-Apps für Privatanwender dienten bisher primär als Marketing-Tool, um Zohos Bekanntheit zu erhöhen. Vielleicht aber bald auch für mehr. 1&1, Deutschlands führender Webhoster, hat in der vergangenen Woche eine interessante Kooperation bekannt gegeben:

Ab sofort enthalten alle Mail-, Shared-Hosting- und Server-Pakete des Unternehmens eine Zoho Office-Suite als White-Label-Lösung. Enthalten sind Anwendungen für Textverarbeitung (1&1 Writer), Tabellenkalkulation (1&1 Sheet) und Präsentationen (1&1 Show). Jeder 1&1-Kunde erhält zwei Gigabyte Speicherplatz für seine Dokumente. 1&1 weist darauf hin, dass sämtliche Daten auf den eigenen Servern gespeichert werden, also nicht bei Zoho.

Wie genau die Abmachung zwischen Zoho und 1&1 aussieht, wollte mir ein 1&1-Sprecher auf Anfrage nicht erläutern. Der Hoster bezeichnet das Angebot als "strategische Partnerschaft". Da die Tools unter eigenen Bezeichnungen angeboten und selbst gehostet werden, ist es nicht unwahrscheinlich, dass 1&1 Lizenzgebühren an Zoho zahlt.

Office-Cloud-Lösungen für Endanwender hatten es bisher relativ schwer, sich durchzusetzen. Zu groß scheint die Bindung vieler Nutzer an ihr gewohntes Desktop-Programm zu sein. Wenn Deutschlands führender Webhoster seine Nutzer an eine Office-Suite im Browser heranführt, dann ist dies ein Schritt mit einer gewissen Bedeutung.

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