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11.08.08Leser-Kommentare

Olympia 2008: Wo laufen sie denn?

Live-Bilder ohne Fernseher? Klar, das Internet macht's möglich. Wie man auf dem Laufenden bleibt. Das komplette Olympia-Paket, alle Wettkämpfe, jederzeit.

Knapp vier Milliarden Menschen haben sich die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008 angesehen. Durch die sechsstündige Zeitverschiebung finden die Wettkämpfe in Deutschland nachts oder während der Arbeitszeiten statt.

Olympiafernsehen ohne Fernseher

ARD und ZDF haben die exklusiven Übertragungsrechte für Liveberichte. Um dann ruckelfreie Bilder aus Peking zu bekommen, braucht man nur eine halbwegs schnelle Internetanbindung, für unterwegs reicht auch eine UMTS-Datenkarte für Ihr Notebook. Doch was hat das Netz sonst noch zu bieten?

ARD: Live und ironisch

Alle drei ARD-Programme werden zeitgleich auch im Internet wiedergegeben. Zudem gibt es jeden Tag auf Abruf: das ARD-Olympia-Telegramm und Finalberichte von olympischen Kernsportarten wie Radsport, Leichtathletik oder Schwimmen. Die Live-Übertragungen können entweder direkt über den Browser oder den Windows Media Player abgespielt werden. Die ARD-Mediathek wartet mit Bonusmaterial, Filmen und Dokumentationen über China und seine Kultur auf. Der humoreske Tagesrückblick "Waldi & Harry" mit Waldemar Hartmann und Harald Schmidt steht sowohl in voller Länge als auch im Best-Of-Zusammenschnitt zum Abruf bereit. Außerdem: Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann berichtet aus Peking im ARD-Olympia-Tagebuch. Das Olympia-Radio sendet auch im Internet täglich Live-Reportagen, Interviews und Hintergrundberichte.

ZDF: Zentral und digital

Das Online-Angebot des ZDF lässt sich zentral über die Mediathek steuern. Wie viele Sender live gestreamt werden, hängt von ihrem Ausstrahlungsrhythmus ab. Berichtet das ZDF im Hauptprogramm live, werden das ZDF, der ZDFinfokanal und der ZDFdokukanal bereitgestellt. An ARD-Sendetagen wird nur auf den beiden ZDF-Digitalprogrammen gesendet. Das gleiche Spiel mit der ARD an ZDF-Sendetagen. Außerdem können sich Sportfans im Chat mit Atheleten und Experten austauschen. Dazu gibt den Olympia-Service mit Statistiken und Fotogalerien. So haben Sie täglich die Wahl zwischen insgesamt fünf Live-Programmen.

Und wenn Sie nicht zwischen fünf Live-Streams hin und her springen wollen? Dann heißt die Alternative Zattoo: Mit dem IPTV-Programm lassen sich 39 deutsche Kanäle empfangen, darunter auch die Sender, auf denen Olympia läuft. Doch es braucht nicht immer die Mattscheibe, um bestens über Olympia informiert zu sein.

Kurzweiliges: Bei Sport1 finden Sie zahlreiche Video-Zusammenfassungen der Höhepunkte des Tages. Die lassen sich im "Mediencenter" abspielen. Ansichtsgröße und die Qualität sind konstant. Mit Kurzfilmen, beispielsweise Porträts von Topathleten, lockt der Olympiachannel von Spox.com

Liveticker: Die Wettkämpfe im Telegrammstil bieten Liveticker, etwa beim Spiegel. Sie halten Sie per Texteinblendung über alle 302 Olympiaentscheidungen auf dem Laufenden. Bei Sportal lassen sich die Telegramme sogar nach Datum und Sportart sortieren.

News und Interaktives: Meldungen, Vor- und Nachberichte, Expertenkolumnen, Interviews und aktuelle Fotogalerien liefern alle großen Sportportale. Mitreden dürfen Sie aber auch: Olympia-Blogs auf Sport1 und Peking-2008-Foren auf Spiegel Online. Wie ein Schwarzes Brett funktioniert der Spox-Twitter. Hier schildern Reporter in wenigen Zeilen ihre Eindrücke aus Peking. Wer Teil der Community ist, darf mitzwitschern.

Die offiziellen Seiten: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bietet massenhaft Statistiken, Infos zu olympischen Sportarten und Archivaufnahmen. Leider nicht in deutscher Sprache. Aufnahmen von Pressekonferenzen gibt es auf der Seite "Beijing 2008", ebenfalls auf Englisch. Der Deutsche Olympische Sportbund präsentiert sich in hochdeutscher Sprache und Schrift, aber mit weniger Service.

Info-Übersichten: Wer wissen will, wann welche Sportart mit wem stattfindet, wird beim Olympiakalender der Sport Bild fündig. Per Mausover werden die Wettkämpfe eines Tages aufgelistet. Statistikfans kommen hier auf ihre Kosten. Wissenswertes rund um die Olympischen Spiele sammeln Wikipedia und die Chinaseite.

Fazit: Wer rund um die Uhr über die Olympischen Spiele informiert sein will, braucht keinen Fernseher. Im Gegenteil: So viel Mehrwert können die Öffentlich-Rechtlichen alleine nicht bieten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • David Bauer

    11.08.08 (12:23:54)

    Diese Zahl, 4 Millarden Zuschauer, scheint mir eigenartig. Ich weiss, ihr seid nicht die einzigen, die sie bringen, aber mit ein bisschen Kopfrechnen muss man doch sehen, dass da etwas nicht stimmen kann. Aktuell leben auf der Welt ca. 6.7 Millarden Menschen. Wie viele davon haben wohl Zugang zu einem Fernseher? 5 Mrd? 4 Mrd? Und die haben dann (fast) alle die Eröffnungszeremonie gesehen? Einschaltquote 100%? Also ich z.B. habe schon mal gefehlt und wenn man jetzt mich hochrechnen würde...you get the picture.

  • Felix

    11.08.08 (13:47:22)

    Es geht nicht um vier Milliarden Fernseher, sondern vier Milliarden Zuschauer. Natürlich sitzt nicht jeder allein vor seinem Fernseher. Verblüffend ist die Zahl allemal, wenn man sieht, dass die USA erst einmal davon ausgeschlossen waren.

  • David Bauer

    11.08.08 (14:55:44)

    Ja, mein ich ja. Menschen, nicht Fernseher. So ziemlich jeder Mensch, der Zugang zu einem Fernseher hat (wo auch immer), hat die Zeremonie geschaut? Glaub ich nicht.

  • Felix

    11.08.08 (16:01:32)

    Wir redenn aneinander vorbei. Ich versteh Deinen Einwand. Ich mein nur: Selbst wenn zwei Milliarden einen Fernseher besitzen, muss das nicht heißen, dass nur zwei Milliarden zugesehen haben. Zwei Menschen, die zusammen fern gesehen hätten, hätten Deinen Verlust ja wieder wett gemacht. Nächstes Mal zähl ich nach...

  • David Bauer

    11.08.08 (16:10:47)

    Jetzt will ich's aber trotzdem verstehen... Mir ist ja egal, wo und auf wie vielen Geräten die das alle schauen, die können von mir aus auch alle vor demselben Gerät sitzen, bloss kann ich mir schlicht nicht vorstellen, dass tatsächlich 4 Millarden Menschen dieses Ding gesehen haben. Weil das wohl so ziemlich alle Menschen wären, die theoretisch Zugang zu einem Fernseher haben. Da die Zahl überall herumgereicht wird, nehme ich an, dass irgendein statistischer Trick dahinter steckt, um das Ganze noch beeindruckender erscheinen zu lassen.

  • Medienknete

    11.08.08 (18:43:28)

    Ich kann die 4 Milliarden auch kaum glauben. Wenn bei uns in Deutschland ein Super Blockbuster wie z.B. ein Fußball WM Endspiel mit deutscher Beteiligung läuft, dann schauen sich das z.B. mal 30 Millionen Leute im Fernsehen an. Rechnet man noch "public viewing" usw. hinzu, dann kommt man freundlich geschätzt auf gerade mal 50% der Bevölkerung. So, und jetzt soll diese blöde Olympia-Eröffnung sogar 60% geschafft haben, und das auch noch weltweit? Ich frage mich, wie man das überhaupt festgestellt haben will. Wo stammt die Zahl eigentlich her?

  • Mark S

    11.08.08 (20:32:43)

    Die Zweifel an den 4 Milliarden sind völlig berechtigt. In Deutschland haben nach offiziellen Zahlen 7,7 Mio. live zugeschaut. Das ergibt zwar einen MArktanteil von 52,3 Prozent der in diesem Zeitraum eingeschalteten Geräte, aber umgerechnet keine 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Und wenn das schon in einem so gut mit TV-Geräten versorgten Industrieland so war, wie muss es erst in anderen Regionen der Welt gewesen sein?

  • Thomas

    12.08.08 (11:15:03)

    Mal eine gute Olympiaübersicht. 4 Milliarden? Etwas viel - in 20 min stand noch 500 Millionen. Egal - waren sicher einige. Grüsse. Tom ... immer erreichbar unter tzibung@bluewin.ch

  • Felix Disselhoff

    12.08.08 (12:31:29)

    Ich werd nochmal nachrecherchieren. Freut Euch doch in der Zwischenzeit über diese prächtige Sammlung olympischen Wissens.

  • Twinker

    15.08.08 (13:05:23)

    ich muss sagen. der kalender der sport bild ist echt hilfreich.

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