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18.10.11

Offshoring 2.1: Distributed Scrum kann funktionieren

Scrum ist ein Rahmenwerk, das vor allem in der Software-Entwicklung eingesetzt wird. Es basiert auf der Annahme, dass manche Projekte zu komplex sind, um sie weit voraus durchgängig planen und korrekt abschätzen zu können. Dahingehend geht Scrum auf Distanz mit anderen Vorgehensmodellen, wie zum Beispiel “Waterfall”, und ermöglicht mit gewissen Methoden auch Änderungen in den Anforderungen, nachdem die Entwicklung bereits gestartet ist. So können die Anforderungen flexibel geändert werden. Durch kurze Iteration erhält der Kunde schnell lauffähige Versionen der Software, die den aktuellen Arbeitsstand wiederspiegeln. Das gibt dem Kunden jederzeit die Möglichkeit, trotz definierter Anforderungen neue Ideen und Änderungswünsche einzubringen, die bisher gar nicht berücksichtigt wurden.

Stolpersteine und Risiken

Kurze, direkte Kommunikationswege und Vertrauen sind zwei der Grundvoraussetzungen für agile Methoden. Aus diesem Grund gibt es auch Meinungen, dass agile Methoden vor allem in verteilten Teams nur selten zum Erfolg führen. Insbesondere bei der Entwicklung von komplexer Software spielen menschliche Beziehung eine grosse Rolle. Schliesslich ist Softwareentwicklung eine Dienstleistung und keine (industrielle) Produktion.

swiss IT bridge (SIB) hat deshalb das Modell Offshoring 2.1 erarbeitet, um genau diese Stolpersteine und Risiken zu minimieren:

Offshoring 1.0...

Unter Offshoring 1.0 verstehen wir den traditionellen Offshoring-Ansatz: die Spezifikation wird bis ins Detail ausgearbeitet und dann an ausländische Anbieter ausgeschrieben. Anschliessend wird die Software auf Basis des Vertrages, in dem alles geregelt ist, entwickelt. Wenn der Kunde dann nach mehreren Monaten etwas erhält, sind die Anforderungen bis dahin eventuell veraltet oder Punkte aus der Spezifikation wurden falsch verstanden. Im schlimmsten Fall kann der Kunde das Produkt dann wegen einer nicht berücksichtigten Grundfunktion nicht verkaufen. All diese Punkte hätten jedoch in der Entwicklung durch eine klare Kommunikation und kurze Iterationen auffallen und direkt behoben werden können.

...Offshoring 2.0...

SIB setzt genau deshalb auf Distributed Scrum. Durch eine nahe und direkte Kommunikation mit dem Kunden und täglichen Daily Scrums (über Tools, wie Skype) kann SIB die effektiven Elemente von Scrum genauso einsetzen, als würde diese Zusammenarbeit auch lokal stattfinden.

Wichtig ist dabei, dass die Zeitverschiebung in einem vertretbaren Rahmen ist (zum Beispiel 5 oder 6 Stunden nach Vietnam) und dass sowohl auf Kunden-, als aber auch auf Anbieterseite der Wille vorhanden ist, diese verbindliche und offene Kommunikation durchzuführen. Durch diese und weitere Aktivitäten wie zum Beispiel wöchentliche Status-Meetings und Stundenrapporte erhält der Kunde kompromisslose Transparenz in der Software-Entwicklung. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass der Kunde auf die Tools und seinen Code zu jeder Zeit zugreifen kann. Damit weiss der Kunde stets, wo die Entwickler stehen und was welcher Entwickler wann macht.

...und Offshoring 2.1?

Gerade wenn die Entwickler aus einem anderen Kulturkreis kommen und durch Scrum die Kommunikation wichtiger denn je wird, bietet SIB ein Upgrade des Distributed Scrum an. Dabei ist der Projekt Controller und damit Gesamtverantwortlicher der Kundenprojekte ein Schweizer. Das gibt dem Kunden die Möglichkeit, auch kritische Punkte direkt und ohne Komplikationen ansprechen zu können, ohne die Angst haben zu müssen, dass der Ansprechpartner aus kulturellen Gründen das Gesicht verliert.

Der Projekt Controller überwacht organisatorisch den Projektfortschritt und die Qualität und nimmt Anpassungen am Prozess oder am Team vor - voll abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kunden.

Dank Offshoring 2.1 kann SIB Ressourcen anbieten, mit denen der Kunde über die Distanz beinahe so zusammenarbeiten kann, wie mit seinen Entwicklern vor Ort. Durch diese volle Transparenz erhält der Kunde am Ende die Software, die er auch benötigt.

Eine kurze Zusammenfassung zu Offshoring 2.1 finden Sie auf Slideshare.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Offshoring gemacht und was halten Sie von der Vorgehensweise von Offshoring 2.1?

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