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02.05.14Leser-Kommentare

Nutzerzahlen versiebenfacht: Threema hat 2,8 Millionen Nutzer

Der verschlüsselte Schweizer Messenger Threema hat seine Nutzerzahlen seit Februar auf 2,8 Millionen versiebenfachen können. Jeder User verschickt und empfängt im Durchschnitt 18 Nachrichten pro Tag.

ThreemaEtwas mehr als zwei Monate nach der Bekanntgabe hat sich die Aufregung um die Übernahme von WhatsApp gelegt. Parallel ist auch das mediale Interesse an Alternativen zu dem omnipräsenten Messenger zum alten, niedrigen Niveau zurückgekehrt. Während WhatsApp weiter wächst und gerade die Marke von 500 Millionen aktiven Nutzern durchbrechen konnte, zeigen die Download-Statistiken von App Store und Google Play Store erwartungsgemäß ein nachlassendes Interesse für die im Februar kurzzeitig Rampenlicht genießenden Ausweichlösungen. Besonders deutlich wird dies bei Telegram: Wie AppAnnie deutlich macht, platziert sich die iOS-App des "russischen Mark Zuckerberg" nur noch in drei Ländern in der Top 5 in der Kategorie Social Networking. Mitte Februar dagegen befand sich die WhatsApp-Alternative in 56 Ländern auf dem ersten Platz. In 49 davon handelte es sich sogar um die am häufigsten heruntergeladene Gratis-App überhaupt.

Auch der Schweizer Rivale Threema, der insgesamt einen seriöseren Eindruck macht als Telegram und einzig wegen des Verzichts auf einen Open-Source-Ansatz sporadisch kritisiert wird, muss einen Rückgang der Downloadzahlen hinnehmen - allerdings in weniger drastischem Maße als Telegram. Weiterhin ist Threema die populärste Bezahl-App im deutschen App Store. In 21 Ländern rangiert die Anwendung in den Top 5 in der Kategorie Social Networking (Paid). Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich für beide Apps beim Blick in die Google Play Statistiken. Auch hier ist Telegram deutlich stärker zurückgefallen, während Threema moderate Einbußen bei den App-Downloads erlebte.

Wir haben versucht, von Threema einige O-Töne zum aktuellen Stand der Dinge, zur weiteren Roadmap sowie den langfristigen Zielen zu erhalten. Aber analog zu WhatsApp, das bis zur Akquisition durch Facebook vollständig auf Pressearbeit verzichtete und so gut wie nie öffentlich Stellung bezog, pflegt auch das kleine Threema-Team ein zurückgezogenes Dasein. Für ein Telefonat oder Skype-Gespräch stand niemand zur Verfügung, aber immerhin ließ uns Mitgründer Martin Blatter per Mail aktuelle Zahlen zukommen: Mittlerweile habe Threema 2,8 Millionen Nutzer. Zum Vergleich: Kurz nach dem Bekanntwerden des WhatsApp-Deals vor knapp zweieinhalb Monaten zählten die Schweizer 400.000 Anwender.

Pro Tag werden 50 Millionen Nachrichten transportiert, Tendenz laut Martin Blatter weiter steigend. Das entspricht knapp 18 Nachrichten pro Nutzer. Zum Vergleich: WhatsApp transportiert bis zu 64 Milliarden Nachrichten täglich, oder 128 Nachrichten pro Nutzer.

Aktuell liegen die Prioritäten der Threema-Macher auf der Optimierung der User Experience sowie der Ausdehnung der Benutzerbasis. Konkreter möchte Blatter aber aktuell nicht werden. Das Startup bevorzuge es, "fertige Produkte statt Vaporware zu verkaufen", weshalb zu Entwicklungsplänen und Strategien keine Angaben gemacht werden können.

Festzuhalten bleibt: Threema wächst, wenn auch langsam und vor allem im deutschsprachigen Raum. Bei 2,8 Millionen Downloads à 1,60 Euro (Android) beziehungsweise 1,79 Euro (iPhone) ist das Projekt für die Macher bislang auch wirtschaftlich nicht uninteressant. Abzüglich der 30-prozentigen Vermittlungsprovision von Apple und Android dürfte das Unternehmen 2014 etwa drei Millionen Euro mit Threema umgesetzt haben. /mw

Kommentare

  • Erik Schreber

    02.05.14 (15:26:35)

    Ich benutze mitlerweile Threema, weil die meisten, die ich kenne jetzt Threema verwenden. Whatsapp war mal gut bis es von facebook übernommen wurde, aber das ich wohl den meisten Leuten egal, weil sie sich nicht trauen den ersten Schritt zu machen und den Messenger zu wechseln, wodurch man erreichen könnte, dass andere auch wechseln. Immerhin zahl man bei Threema nur einmalig 1,60€ (Bei Android) bzw. 1,79€ (bei iPhone) und bei whatsapp zahlt man pro Jahr 0,89 cent. Also bei Threema kommt man deutlich billiger raus.

  • inmo

    03.05.14 (09:23:25)

    ich glaube nicht dass es radikal schlechter wurde nur weil sie gekauft wurden. Es war vorher schon kritisch in Sachen Privatsphäre, war nur jedem egal. Sich was anderes zu suchen war überfällig, brauchte nur einen Anlass. ich finde man hat dass Richtige aus den falschen Gründen getan

  • Waldfee

    03.05.14 (11:20:42)

    Ich bin weg von whatsapp. Komplett gelöscht und zu Threema gewechselt. Meine Kontakte bei Threema füllen sich langsam aber stetig.

  • Plattfuß

    04.05.14 (14:01:51)

    Also viele die ich kenne sind zu Threema gewechselt, weil facebook whatsapp gekauft hat und sie mögen facebook nicht. Da kann ich auch verstehen, das sie wechseln, wobei Threema ja nur einmalig zu bezahlen ist und man nicht jährlich zahlen muss wie bei Whatsapp. Vor allem bei Teenager ist Whatsapp sowas von angesagt, aber es gibt auch Leute, die sich nach ihren Kontakten richten. Ich habe jetzt auch Threema. Im Grunde ist das auch gar nicht so schlecht und alle meine Kontakte haben das. Es ist immer gut, wenn man was neues ausprobiert. So kann man sehen, ob etwas gut oder schlecht ist.

  • Anti-Piracy Company

    07.05.14 (11:32:08)

    Die haben es auch geschafft sich relativ gut zu positionieren ;) Direkt dann, als Whatsapp aufgekauft wurde. Genau zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch kein Smartphone, dachte aber vor kurzem "kann man sich ja holen". Ich wusste gar nicht, dass es Geld kostet? Oder wurde es zu der Zeit für einige Zeit umsonst angeboten?

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