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11.04.08Leser-Kommentare

Noch ein Versuch für Ivy: Was sagt eigentlich Chuck Norris dazu?

Fantastische 21 Millionen Deutsche sollen "Lohas" sein, nachhaltig- und gesundheitsbewusste Konsumenten. Trotzdem tut sich Burda mit Ivy, der Zeitschrift zum grünen Lifestyle, bisher schwer.

Cover der zweiten Ivy
Wer ist eigentlich Jack Johnson?

"Crazy! Sexy ist das neue cool" – oder so ähnlich rief es Ivy auf der Probenummer aus, die wir Anfang Dezember auf medienlese.com vorgestellt haben. Jetzt ist Ivy zurück, eine zweite Ausgabe liegt testweise an Kiosken in München und im Rheinland. Thema diesmal: "Das gute Leben." Auf der Webseite bittet die Redaktion: "Kaufen Sie's einfach (es kostet 2,50 Euro), erzählen Sie anderen davon", denn noch immer ist nicht klar, ob Ivy nun regelmäßig erscheint oder nicht. "Wir testen erst, ob es in Deutschland genügend Menschen gibt, die so denken wie wir ..." Prominente Unterstützung für die zweite Ausgabe liefert Richard Dean Anderson, besser bekannt als MacGyver. Immer wieder taucht er im Heft auf und redet vom guten Leben, das er führt. Was für eine hervorragende Idee – weshalb wir uns auch für unsere kleine Rezension Unterstützung geholt haben: Chuck Norris.

Chuck Norris (Bild [M] Keystone)
"Chuck Norris grinds his coffee with his teeth and boils the water with his own rage."

Bio-Kaffee im Test, Ankündigung: "Nicht alle schmecken gleich gut." Was für ein Euphemismus, bei all dem Kaffee in den Regalen, der überhaupt nicht schmeckt. Aber das wäre ja negativ formuliert und bad vibrations gibt es bei Ivy besser nicht. Die Reportage zum Kaffee-Test beschreibt dann auch lieber das Procedere einer Verkostung und überlässt die angenehm ehrlichen Urteile dann der Tabelle: "Geschmack strohig, Duft ältlich."


Chuck Norris (Bild [M] Keystone)"Most tough men eat nails for breakfast. Chuck Norris does all of his grocery shopping at Home Depot."

Wir verstehen euch, liebe Zielgruppe: Der Artikel zum Lebensgefühl. "Die neue Biohème" ist ein schrecklicher Titel für einen Artikel, dafür ist der Rest umso sympathischer. Unternehmer werden vorgestellt, die nachhaltig und ökologisch handeln: Eco-Fashion-Store, Unternehmensberatung und ein edles Öko-Fast-Food. Gleichzeitig richtet sich der Artikel an die Media-Agenturen und potentiellen Werbekunden, auf einer ganzen Seite findet sich die Markenumgebung wieder. Die Leser werden zwischen "digital", "analog" "Hippie" und "Glamour" vermutet. Passende Produkte: MacBook Air, Bambus-Bike und Lexus Hybrid. Hallo, Werbekunden? Jedenfalls, findet auch eine im Text zitierte Adelige (Familientradition! Über 1000 Jahre!), klingt Biohème besser als Lohas.

Chuck Norris (Bild [M] Keystone)
"In an emergency, Chuck Norris can be used as a floatation device."

"Rammen, nicht reden": Schon für diese Geschichte lohnt sich das Heft. Ein militanter Umweltschützer rammt mit seinem Schiff einen illegalen Walfänger. Einmal. Zweimal. Nachdem das kaputte Boot daraufhin repariert wird, sprengt er es bei nächster Gelegenheit eben mit einer Haftmine in Stücke. Und damit fängt es erst an. Paul Watson ist zu hart für Greenpeace, ein dickköpfiger Seebär, der handelt, anstatt nur zu reden. Dass er ein Medienprofi ist und weiß, wie er sich und seine Aktionen vermarktet, klingt auch an. Leider ist nach zwei Seiten schon Schluss mit der irren Jagd auf Walfänger und Robbenschlächter.

Die Modestrecke sieht aus wie American Apparel und, oh Wunder, die Kleidung ist auch von American Apparel. Nicht komplett, aber. Über die hippe Marke mit der Öko-Aura könnte man allerdings ein wenig genauer nachdenken – wie es Oliver Gehrs in der Brandeins getan hat. Aber hey, das ist eben nicht Anspruch von Ivy, hier wird nicht miesepetrig rumkritisiert, hier wird freudig konsumiert.


Chuck Norris (Bild [M] Keystone)"Chuck Norris believes the hype. "

Also: Für die fünf Millionen Hunde und ihre Besitzer gibt es ein Magazin. Für 21 Millionen Lohas immer noch nicht, stattdessen wieder nur eine Testnummer. Dabei ist Ivy ein schickes Heft, das nicht weh tut. Das recht schlüssig ein Lebensgefühl verkauft. Das ein paar gute Tipps gibt und den Bio-Wahnsinn erklärt. Das gut aussieht (die Überschriften sind diesmal in einer trendigen 80er-Jahre Serifenschrift gesetzt, ganz so wie in Anzeigen von American Apparel). Wenn Ivy in Zukunft nicht erscheint, ist allein Kuschelbarde Jack Johnson schuld. Wer will sich ernsthaft das gute Leben von einem Surfer-Dude erklären lassen? Die Zielgruppe sitzt doch eher arbeitend bei Cafe Latte am MacBook und nicht locker am Strand von Hawaii.


Das Bild von Chuck Norris ist von Keystone, die Zitate von ChuckNorrisFacts.com

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Klaus Jarchow

    11.04.08 (10:56:09)

    Ein Magazin für diese Zielgruppe muss sich im sprachlichen Bereich jeder 'Werblichkeit', jedes 'Marketing-Boheis' und aller 'Anglizismen' konsequent enthalten: Nur die Geschichte darf sprechen. Weil aber bei solchen Magazin-Projekten immer im Vorfeld schon die Vermarktungs-Fuzzies und Anzeigenakquisiteure besserwisserisch dazwischenfunken dürfen, obwohl sie nun gewiss alles sind, nur eben nicht die Zielgruppe, wird das wohl wieder nichts. Um mich für die Marketing-Figuren mal verständlich auszudrücken: 'Quiet is the new loud - and marketing is the new evil' ...

  • Martin Rath

    11.04.08 (15:43:43)

    Ob Ivy die gleiche Zielgruppe hat wie utopia.de? Menschen, die als Berufsbezeichnung Dinge wie Tiertelepath angeben? Menschen, die sich wegen des Kaufs eines Magazins bei Bruder Baum entschuldigen, der für sie sein Leben ließ? Menschen, die in ihrer Freizeit Regenwürmer in der Badewanne züchten, weil das ökologischer ist, als sie anderweitig zu benutzen? Unterm hippen Label LOHAS laufen nach meinem Eindruck viele klassische Krötenschützer & Alu-Folien-für-den-Endsieg-Sammler, die den alten Wiglaf-Droste-Witz nicht als solchen erkennen: Die Nazis waren schlimm. Gut, das mit den Autobahnen hätten sie nicht tun dürfen... Da ist dann viel verhärmter Konsumverzicht dabei; keine gute Zielgruppe für den Abverkauf eines neuen Magazins.

  • Ole Reißmann

    11.04.08 (17:18:33)

    Aber ist das nicht eher die Chance von Ivy? Die verhärmten Konsumverzichtler und die kritischen Leser sind ja gerade nicht die Zielgruppe. Die haben ja auch schon das Greenpeace Magazin, konkret und was immer. Es ist eben für die unpolitischen, Spaß-orientierten, die halt ein wenig besser leben wollen und ökologisch korrektes Handeln okay finden. Nicht weniger, nicht mehr.

  • michalis

    11.04.08 (18:30:25)

    Nur kurz: Danke für das Interesse. Und: Es ist gleichzeitig lustig und nervig, wie viel Kritik und Besserwissen von Leuten kommt, die das Heft nie gelesen haben. Also: Genau wie es oben steht ist IVY ein Lifestyle-Heft für Menschen, die Spaß am Leben haben. Und ein modernes Lifestyle-Heft muss heute, meiner Meinung nach, ökologisch korrekt und fair sein. So einfach. Deshalb haben wir IVY erfunden. Und wir heißt: Alex und ich. Und bis heute hat uns keiner der oben zitierten "Vermarktungs-Fuzzies und Anzeigenakquisiteure besserwisserisch" dazwischen gefunkt. Aber wir haben viel unsinniges Zeug von Leuten gehört, die offenbar alles besser wissen, aber nichts damit anfangen. Wir haben ein Heft gemacht, das spannend, inspirierend, informativ und unterhaltsam sein soll. Und wem es gefällt, der ist dadurch, und nur dadurch, Zielgruppe. Nochmal: so einfach. Ob die dann Tiertelepathen sind, Surfer-Dudes oder nur gelangweilte S-Bahnfahrer, das überlasse ich ihnen sehr gerne selbst.

  • arbiter

    12.04.08 (03:34:30)

    Nun gut, jeder zahlende Leser ist Zielgruppe, zumindest immer öfter oder auch nicht. Wird also ein Blatt ohne Marktanalyse und Zielgruppendefinition in den Ring geschmissen. Sollen sich doch die 21 Mio. Lohas drum balgen, ganz informativ und unterhaltsam. Klar wollen Ole Reißmanns Spaßorientierte besser leben, was mit Öko nicht ganz so einfach zu sein scheint, auch wenn sie ökologisches Handeln ok finden. Macht sie nicht zu Besserökos, auch nicht zu Besserzahlern, es sei denn, für Besserinfo. Bei IVY? Törnt ev. nicht der Name schon ab, oder sind drei Buchstaben ökomäßig korrekt? Also gut, überlassen wir ihnen das sehr gerne.

  • Klaus Jarchow

    12.04.08 (08:06:08)

    Woher wollen Sie wissen, Herr Michalis, dass ich das Heft nie in den Händen hielt? Vielleicht kenne ich diese Lohas bloß besser, als Sie es meinen? Die Szene ist in meinen Augen eben nicht 'Fit for Fun' plus 'Fair Trade'. Lohas würden ihr Leben bspw. nie - wie Sie es sagen - als eine Angelegenheit des 'Lifestyle' betrachten: Diese gebildeten Funktionseliten des Mittelbaus unserer Gesellschaft, die ja vor allem als Lohas zu apostrophieren wären, die sind gut abgesichert und jenseits materieller Sorgen mit der 'Sinngebung' ihrer Existenz beschäftigt, und das keineswegs in einem religiösen oder esoterisch-spinnerten Sinne. Weil ihr Leben eben nicht sinnfrei zwischen Karriere, Drittfrau und einem Resort auf den Malediven verpuffen soll wie bei den Bobos und Koksnasen. Sie sind 'fit' aber nicht 'for fun' - oder 'for event'. Und ob McDonalds jetzt einen Low-Fat-Burger mit einem Salatblatt aus Kontrolliert Biologischem Anbau herausbringt oder Burberry bei der Textilproduktion neuerdings Kinderarbeit ablehnt, das geht ihnen gnadenlos am Mors vorbei. Sie sind aber politisch, und zwar in einem neuen Sinne grün-konservativ, ihr Ding ist diese Koalition, die sich da jetzt in Hamburg andeutet, nur ohne Kohlekraftwerk und Elbvertiefung, dazu sind sie weltoffen, urban, ernsthaft, kulturengagiert - und immer in Äquidistanz zur Linkspartei und zur FDP, weil sie Vertretertypen nicht für einen Teil des bürgerlichen Lagers halten. Wenn die Lohas einen Bundespräsidenten wählen dürften, dann käme Jan Philipp Reemtsma dabei heraus. Engagierter und politischer müsste daher auch Ihr Magazin sein, bei den Werbestrecken müsste ein rigides Anzeigen-Management her: Nokia, Porsche, Coca Cola, Vattenfall - das alles geht derzeit schon mal gar nicht, und wäre der neue Stromtarif von Evonik noch so 'grün'. So tausenderlei weitere Dinge ... dann wüchse vielleicht mal ein echtes 'Loha-Magazin' heran. Aber Sie sehen das ja alles anders - das ist Ihr gutes Recht. Nebenbei: auf ökonomischen Gebiet gibt es als Ersatz für 'Wirtschaftswoche' und Co. bereits ein echtes Loha-Magazin: Ich rede von 'brand eins'. Ein letzter Tipp: Eine solche intellektuelle Distanz zum etablierten Magazinmarkt müssten auch Sie zu erzielen versuchen ...

  • Ole Reißmann

    12.04.08 (09:46:45)

    Hallo Klaus ? hm, naja. Ich würde das Öko/Bio-Phänomen nicht unterschätzen. Penny, Plus & Co. machen das doch nicht aus reiner Menschenliebe mit, sondern weil es ein sehr gutes Geschäft gibt. Gut ernähren, vielleicht auch ein wenig ökologisch nachhaltig. Das Handy kann trotzdem von Nokia sein und Porsche hat auch wunderbare Toaster und Wechselfestplatten designt, falls das Budget für den Porsche noch nicht reicht. Falls es aber reicht: ein gutes Produkt, edle Materialien. Hach gut die Umwelt ? aber das ist eben der Kompromiss, hier ein wenig bio, dort ein wenig Luxus. Weniger, verzeih mir Klaus, Lagerdenken ...

  • Klaus Jarchow

    12.04.08 (10:12:29)

    Naja, Ole, das, was du da beschreibst, sind doch eher mentale Fluffies. Diesen Typus kreierte uns die Marktforschung vor 20 Jahren schon mal mit dem volatilen Konsumenten, der sein Waschmittel bei Aldi kauft und die Foie gras danach bei Feinkost Käfer. Das wären Leute ohne eigentliche Überzeugung außer ihrem Vorteil also. Für diese Menschen brauchst du aber kein eigenes Magazin, diese Themen findest du heute auch in der Apothekenrundschau, die ist nämlich auch mal ein bisschen bio, mal ein bisschen Wellness, mal ein bisschen Luxus. Und dazu gibt's denn noch die passende Urlaubsreise und Dr. Hugos Hühneraugensalbe. Lohas im eigentlichen Sinn aber sind diejenigen, die sich BEWUSST ihr Leben schön und zugleich verantwortlich einzurichten trachten, denen es also um einen doppelt intelligenten Lebensentwurf geht, um einen gesteigerten selbstbestimmten Individualismus, der sich 'kantianisch' verhält, nicht nur um den Feld-Wald-und-Wiesen-Hedonismus des triebgesteuerten Konsumenten, den die Marktforschung sich für die Abverkaufe erträumt. Dieser Nichts-als-Konsument käme auf die Welt und vergeht nach ein wenig 'Bio' und ein wenig 'Luxus' wie ein Furz im Weltall ...

  • arbiter

    12.04.08 (20:43:06)

    O je, Klaus, warum begegnen mir solche Typen nie? Müßte hochinteressant sein! Was ist das für ein Verhalten: gesteigerter selbstbestimmter Individualismus, der sich kantisch verhält? So `ne Art Otto Schily-Verschnitt nach dem Motto "verkenne dich selbst, das aber gründlich"? Klingt alles nach Egotrip. Echt kantig. Genau die Typen packt IVY natürlich nicht, weil bei denen Individualismus ersatzweise und um jeden Preis für Ego steht, den Preis immer andere zahlen sollen. Warum sollen solche Lohas plötzlich für das zahlen, wovon sie sich einbilden, sie hättens ohnehin schon und ganz für sich alleine in ultimativer Ausführung?: Lifestyle. Alles nur doppeldeutig, nur doppelt intelligente Täuschung, einmal der Öffentlichkeit und zum anderen Selbsttäuschung. Aber gut, jeder hat das Recht, sich und sein Leben schön zu reden oder auch nur schön zu saufen. Braucht das ein eigenes Magazin?

  • Oliver

    12.04.08 (23:23:14)

    Ganze 13 hervorragende Seiten über den Ex-Greenpeace Paul Watson gab es übrigens im New Yorker von vergangenem November.

  • Klaus Jarchow

    13.04.08 (08:11:28)

    @ Arbiter, ich kenne eine ganze Reihe von Leuten in verantwortlichen Positionen, die wissen, dass sie mit 70 oder 80 unweigerlich ins Gras beißen werden, dass sie daher am Ende ihres Lebens eine Art 'Bilanz' ziehen können sollten, die sich eben nicht am Kontostand bemisst oder als Schleimspur durch ein akzidentiell gewundenes Leben verläuft. Die daher das antike 'respice finem' in ihrem Alltag bewusst umsetzen. So etwas leben sie ganz selbstverständlich, es ist für sie ganz einfach, sobald man sich erst einmal daran gewöhnt hat, es hebt die ominöse 'Lebensqualität' - und man muss dazu auch nicht religiös werden.

  • C. Langer

    13.04.08 (11:06:34)

    IVY rockt.

  • arbiter

    13.04.08 (18:16:23)

    @ Klau: Yes, Sire, sonne gibts! Ist so neu ja nicht mit dem mors certa, hora incerta, auch wenns gelegentlich am Mors vorbei geht. Was hilft Bilanz so zwischen 70-80, wenn dann das Komplott Heesters draus macht, oder wer sich zu früh gefreut hat. Kommt ja auch vor, daß vor solcher Bilanz der Löffel abverlangt wird. Welcher von diesen bewußten Thinktanks ist IVY-tauglich, rollt zu dem, wovon C. Langer meint es rockt, auch wenns nur ein Kilt ist? Die Sache mit dem incerten mors fiel schon in Schultagen auf als: Todsicher geht die Uhr falsch.

  • arbiter

    13.04.08 (18:19:29)

    @ Klau-s: Hier kommt das unterschlagene ssssss... ! Sory!

  • anant

    14.04.08 (16:39:30)

    Michalis sagt: ökologisch korrekt und fair. Deshalb haben wir IVY erfunden. Und wir heißt: Alex und ich. Und c.Langer rockt zu IVY, weil kein Print im eigenen Haus. Tatsächlich wurde doch IVY nicht erfunden, sondern war eine Folge einer vorhandenen Bewegung, das in Form eines Baukastensystems von einem Print zum Anderen umgestrickt wurde, oder? Wenn Medienhäuptlinge was erzählen (von Saulus zu Paulus), dann haben sie erstens Recht und Zweitens eine lange Nase...

  • Charles Akkonor

    15.04.08 (09:14:23)

    @ Anant: "Wenn Medienhäuptlinge was erzählen (von Saulus zu Paulus), dann haben sie erstens Recht und Zweitens eine lange Nase?" Klasse, dann machen wir doch einfach diesen Blog und die ganze Branche dicht.

  • anant

    15.04.08 (15:27:32)

    Charles Akkonor: Klasse, dann machen wir doch einfach diesen Blog und die ganze Branche dicht. Ganz ehrlich, warum nicht? Hartmut Esslinger, Founder, frog design Let?s be honest: Design?like marketing?is about driving mass consumption and ultimately contributes to pollution and global warming. We designers are players in an economic model which depends on multiplying products into thousands and millions. This is certainly also a result of our own promotion as professionally respected contributors to economic success?but by itself this is not an achievement to be proud of. We need to change the economic business model towards ?smarter with less? and we need to advance our profession towards the strategic early stage of the process, where ecological strategy needs to be defined to be effective. We must innovate the way companies interact and collaborate with their customers and visa versa.

  • Michalis

    15.04.08 (16:00:02)

    Lieber Klaus Jarchow, wahrscheinlich weiß ich nicht so viel über LOHAS wie Sie (bis auf die Tatsache, dass es nicht die Mehrzahl von LOHA ist ? Lifestyle Of Health And Sustainability). Höchstwahrscheinlich sogar. Aber ich möchte anmerken, dass ich explizit gesagt habe: IVY ist nicht für eine Zielgruppe gemacht, egal wie sie heißt. Es ist noch viel weniger für eine "Szene" gemacht. Es ist ein Magazin für Menschen, für jeden, der es interessant findet, genauso wie übrigens das wunderbare und von Ihnen angeführte BRAND EINS. Wäre das nicht einfach interessant und schlau, sondern für eine Szene gemacht, hätte es niemals den guten auch wirtschaftlichen Erfolg, den es zu Recht hat. Und, auch das noch einmal: Wir machen ein Lifestyle-Magazin. Das soll klug sein, selbstverständlich. Aber bitte ohne "intellektuelle Distanz". Nehmen wir nur als ein Beispiel das für uns (und sehr, sehr viele Menschen in unserem Land) wichtige Thema Konsum. Sie können mit intellektueller Distanz feststellen, dass Menschen viele Dinge nur kaufen, weil sie sie haben wollen, und nicht weil sie sie brauchen. Und das trägt zur Umweltverschmutzung bei. Es ist absolut ehrenwert, wenn man dann (wie es die Umweltbewegung Jahrzehnte lang getan hat) versucht, Menschen zum Verzicht zu erziehen. Aber das ist nicht unser Weg, weil wir glauben, dass es nicht funktioniert. Wir glauben, dass Menschen, die eine vernünftige (also schöne, coole, lässige, preiswerte usw.) Alternative präsentiert bekommen, die ökologisch korrekt und fair ist, zu dieser Alternative greifen. Und das ist unsere Mission. Wir sind nicht distanziert gegen schlechten Konsum, sondern begeistert für guten. Das geht sicher einigen, wie offenbar Ihnen, nicht weit genug. Aber wir machen kein Magazin für Spezialisten, sondern eins für all die netten, begeisterungsfähigen, manchmal faulen und trägen, mehr oder weniger bewussten, wunderbaren Menschen da draußen. Ganz normale Menschen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Und, was mich persönlich ernsthaft ein bisschen stolz macht: Wir machen es ? und reden nicht nur drüber, was man alles tun sollte.

  • arbiter

    15.04.08 (16:03:22)

    Vv. frog-design schlucken wir die häßliche Kröte des Unaussprechlichen, weil offensichtlich nicht übersetzbar, und sei es nur gedanklich. Letztlich hat der Verbraucher, das unbekannte Wesen, immer Recht, auch wenn er den Spoekenkiekern der Umsatzprognosenvorhersagewissenschaften durch pekuniäre Enthaltsamkeit widerspricht. Hauptsache Design, aber ganz grün bitte. Welcher Konsument möchte für seine Kröten auch noch Kröten schlucken? Womöglich dann noch in Interaktion mit Amphibienklonern?! Da läuft was schief mit dem Froschkönig! Und das liegt nicht am Design.

  • Klaus Jarchow

    15.04.08 (16:29:11)

    'Anders konsumieren' also ... naja: Eine ganze Reihe der Leute, von denen ich rede, sind bei 'Slow food' dabei oder Mitglied in einer regionalen Erzeugergemeinschaft, um 'vor Ort' zu kaufen. Meine halbe Kuh, die ich mir jährlich fettmachen lasse, die kann ich jedes Wochenende zehn Kilometer von hier auf einer Weide besichtigen, wenn mir danach ist. Lisa heißt sie. Man bekommt schon ein anderes Gefühl für diesen Luxus 'Fleisch', wenn man es leben und aufwachsen sieht. Das wäre doch auch mal ein Thema, es bringt allerdings kaum Anzeigen, jedenfalls nicht von Lisa ...

  • Michalis

    15.04.08 (16:33:59)

    Jetzt bin ich perplex: Haben Sie nicht oben mit sanftem Vorwurf in der Stimme die Vermutung zurückgewiesen, Sie hätten das Heft gar nicht gelesen? Ähm ? in der IVY-Ausgabe finden Sie zwei riesige Portraits über zwei Kühe (eine konventionell und eine bio-dynamisch gehaltene), darüber, wie sie leben und aufwachsen und arbeiten. Lohnt sich dann vielleicht doch, mal rein zu schauen.

  • Michalis

    15.04.08 (16:36:11)

    Fast vergessen: Ein Interview mit dem Slow-Food-Gründer finden Sie ein paar Seiten dahinter. Und jede Menge Erzeugergemeinschaften natürlich sowieso.

  • arbiter

    15.04.08 (20:46:43)

    Erwischt! Lisa habe ich auch zum Fressen gern! Sieht echt lecker aus in den neuen Hotpans. Ist auch so zum Anbeißen. Gehört mir. Nicht nur halb, sondern ganz, jedenfalls wenn ich das richtig verstanden habe auf dem Standesamt. Kann ich jeden Tag besichtigen. Keine Wochenendfahrt. Und das Gefühl für diesen Luxus ist auch sehr ok. Anzeigen? Gibts keine dafür! Auch nicht in IVY. Aber wie ist das jetzt mit einem von den Lohas, mit diesem Klaus. Hat er, oder hat er nicht? -IVY in der Hand gehabt? Konventionelle und biodynamische Kühe geguckt? Slow-food-Gründer-Interview überlesen? Muß man denn hier für alles Chuck Norris fragen?

  • Klaus Jarchow

    15.04.08 (23:45:32)

    Soso - das steht da also drin ...

  • arbiter

    16.04.08 (00:27:21)

    Herr Michalis sagt, es steht drin. Zum Nachprüfen fehlt Neigier, bremst Geiz. Aber wissen tat mans ja schon mögen wollen, was einer so in der Hand gehabt hat und/oder in der Hinterhand behält, obwohl, mit dem Handlesen ...

  • Klaus Jarchow

    16.04.08 (09:39:26)

    @Ach arbiter, was in diesem Heft drinsteht und nicht drinsteht, das findest du doch schon als Link samt ausführlichem Inhaltsverzeichnis hier im Eingangsartikel verhäkelt. Die Artikel selbst sind dann meerschdendeels da zu finden. Zum höchstselbigen Nachprüfen genügen also einige Klicks. Soweit es die Kühe betrifft: Mir ging es, wie oben nachzulesen, um die Frage, wie sich das Verhältnis zum Fleischessen verändert, wenn einem derjenige persönlich bekannt war, der dort vor dir auf dem Teller liegt. Man isst ihn, das kann ich dir aus persönlichem Erleben sagen, mit 'mehr Andacht'. Aber es ging nicht um feiste Milchturbokuh gegen dürres Ökoliesl: Für die Kuh ist das alles vermutlich nur eine Frage der Lebenserwartung ...

  • arbiter

    16.04.08 (11:13:02)

    Ja, Ja! Natürlich habe ich meine Liesel, die nicht so heißt, auch nur auf dem Papier, auch wenn ihr Andacht gebührt, die ich durchaus nicht schuldig bleiben mag. Es war halt der Spannungsbogen, der neugierig gemacht hat, eher auf Herrn Michalis und was noch für rieige Turboportraits durchs Heft geistern, auf keinen Rost passen, aber durch denselben fallen. Wenn der Herr M. das verklickert hätte, hätte ich mir ja die Klicks sparen können. Jetzt verrate ich aber nicht, ob ich hab. Für gichtige Junggreise ergibt Fleischkonsum sowieso ganz andere Andachtsmomente. Da empfindet man manchen Ökogedanken plötzlich als gnadenreiche Barmherzigkeit. Das powert Demut vor der Natur, vor allem vor der eigenen. Ist also nicht nur für die Kuh eine Frage der Lebenserwartung.

  • Michalis

    16.04.08 (11:28:45)

    Verstehe ich dann jetzt so: Ein Inhaltsverzeichnis zu lesen ist genug Auseinandersetzung, um Kritik zu üben. Ist Telefonbuchlesen dann so etwas wie eine Party feiern? Wäre natürlich praktisch. Und umweltfreundlich. Aber bewertet Ihr hier alle Titel ausschließlich nach dem Inhaltsverzeichnis? Sorry, dann habe ich natürlich zu viel verlangt.

  • Ole Reißmann

    16.04.08 (11:33:44)

    @Michalis: Auch wenn ich hier nicht angesprochen bin nur schnell der Hinweis, dass wir die bei medienlese.com rezensierten Hefte natürlich persönlich in der Hand hatten und auch über das Inhaltsverzeichnis hinaus gelesen haben. Ich habe die Ivy sogar in einem kleinen Kiosk in München-Giesing bekommen. Sie lag direkt neben der Zeit - sauberer Grosso-Auftritt ...

  • Michalis

    16.04.08 (11:47:11)

    Ah, war dem Verdacht erlegen, Klaus Jarchow wäre Autor bei Medienlese. Das aber auch nur, weil er unter "Autor" bei Medienlese aufgeführt wird. Aber möglicherweise gilt die Regel der Fairness, dass ich mir etwas zumindest angucke, bevor ich es kritisiere, in Kommentaren nicht. Vielleicht ändert man dann aber auch den Titel Medienlese in Medienoberflächlichangucke oder so? Umlaute gehen jetzt auch in URLs. Sorry, aber ich ärger mich.

  • arbiter

    16.04.08 (12:04:41)

    Ist Oberfläche, wenn es um die dann hier ginge, nicht "Aufmachung", die Titelstory nicht mehr "Aufmacher"? Wie ohne Aufmache den Interessenten anmachen? Ärger muß ja nicht immer negativ besetzt sein, vor allem wenn er positive Gedanken hervorbringt, konstruktiv wirkt. Im übrigen zählt natürlich der Glashauseffekt: wg. Ärger gleich mal drauf auf den nächsten Verdächtigen, aber Fairness reklamieren. Wenn doch alles nur so einfach wäre. Dabei gehört Klaus Jarchow, wenn ich das richtig verstanden habe, präzise zur Zielgruppe der doppelt intelligenten oder so ähnlich Lohas. und wenn die Zielgruppe zickt, bockt der Macher. Da ist Ärger schon ok. Warum nicht auch über den Bock, den Ivy und seine Macher damit offensichtlich schießen?

  • Klaus Jarchow

    16.04.08 (12:28:02)

    Oh, Mann - erstens habe ich hier nirgends rezensiert, sondern bloß kommentiert. Zweitens muss ich tatsächlich nicht die gesamte BILD vom Front-Page-Girl bis zum Wetterbericht studieren, um zu wissen, welch Geistes Kind sie ist. Und drittens habe ich eure IVY tatsächlich in der Hand gehabt, über meine privaten Kontakte ins grüne Partei-Milieu hinein, aber - pater peccavi! - aus dem oben bereits genannten Grund habe ich sie leider auch nur mit feuchtem Finger durchgeblättert. Und ich habe mir trotzdem erlaubt, hier dazu etwas zu sagen. Weil ich glaube, dass ich allein schon aus euren Rubriken, die da 'Mode & Beauty' und 'Reise & Outdoor' heißen, auf die akquisitorische Gedankenwelt rückschließen kann, und auch darf und sogar sollte. Und jetzt ist auch mal wieder gut ...

  • Marc D.

    16.04.08 (20:44:40)

    Bin auf der Ivy-seite auf den link zu dieser absurden Diskussion gestoßen. Mal ehrlich, Klaus Jarchow, hier geben Sie aber ein schwaches Bild ab. Ich habe das Heft gelesen - und es hat mit der Webseite außer dem Logo und dem Thema Ökologie/Nachhaltigkeit sehr wenig zu tun. Die Seite finde ich so la la, das Heft ist eine ganz andere Preisklasse. Was Herr Michalis hier schreibt, stimmt leider alles: die (großartige) Geschichte über zwei Kühe ist drin, und ein riesiger, sehr informativer Teil über Bio-Essen. Journalistisch in meinen Augen sehr gut gemacht (eher Brand Eins als BILD). Herr Jarchow, nehmen Sie sich daran ein Beispiel. Solche Journalisten wie Sie ruinieren den Ruf eines ganzen Berufsstandes - die Journaille ist ja eh nur noch bei Google unterwegs, statt echt rauszugehen. Sie sind auch so einer: vom Inhaltsverzeichnis aufs Produkt schließen (Reise und Outdoor, Mode und Beauty gibt's im Heft gar nicht!)? Pah. Sechs, setzen. Und danach Klappe halten.

  • Klaus Jarchow

    16.04.08 (22:29:06)

    Soso - die Website und das Heft hätten gar nichts miteinander zu tun? Erhalten Sie sich Ihren Kinderglauben!

  • arbiter

    16.04.08 (22:47:27)

    Huch, wo kommt denn das Geballer her? Kinderstube Marke Marc.D? SETZEN! SECHS! Wir diskutieren hier also über die Heftvorstellung, die Ole Reißmann geliefert hat, oder? Oder geht es um die GROSSE Geschichte um zwei ARTIGE Kühe? Biohème ist einfach nur ein dicker Hund eines Geistes, der nicht nur Klaus Jarchow sauer aufstößt. Viel Spaß macht das wenig. Und wenn Ole dann den Rest für "umso sympathischer" findet, liest der eine zwischen den Zeilen und der andere präzise Buchstabe für Buchstabe. Das ist jene Meinungsvielfalt, die erlaubt, der mit einfältigen Beschimpfungen nur schwerlich beizukommen ist. Muß man eigentlich jetzt mit Klaus Jarchow übereinstimmen, nur um zu wissen, zwei aus der IVY-Ecke sind richtig sauer, und einer davon kennt nicht einmal die Spielregeln ? Saepe stilum vertas ..., oder aber: Klappe halten!

  • anant

    17.04.08 (09:53:48)

    Sagen wir so: da möchte MICHALIS und Vertreter seiner Werbe-Riege etwas erfunden haben, was er "vielleicht" privat schon lange vertreten hat (Müsli?) und für seinen Arbeitgeber etwas aufbauen, das auf einer anderen Baustelle gefunden wurde. Da ist die Wende von Saulus zu Paulus denkbar, nur ein winziges Problemchen - DIE Glaubwürdigkeit - da helfen auch keine selbstbewussten Auftritte und wiederholten Beteuerungen.(Zwar keine Werbeanzeigen im Web - schön, dafür im Print die volle Ladung wie bei MAX). Andere haben das Thema Umwelt und Verantwortung in Jahren und Jahrzehnten gelebt, und nun setzen sich die Leute auf den Zug, die sich erst beweisen müssen, und nicht nur mit selbstbewussten Werbebotschaften, wenn das ehrlich gemeint ist, kommt das durch, aber dauert... argumentieren zwecklos... das scheint durch...(scheinheilig?)

  • Peter Sennhauser, Blogwerk AG

    17.04.08 (10:14:50)

    Darf ich um Mässigung im Ton bitten? Ganz generell? @Michalis: Ich kann ihren Ärger verstehen, nicht aber Ihr Urteil über medienlese.com. Niemand beurteilt IVY oder irgendeine Zeitschrift aufgrund der Leserbriefe. Wenn Sie sich über Klaus Jarchow in der Diskussion ärgern, ist das eine Sache - aber die dreht sich ja in keiner Weise um Redakteur Ole Reissmanns Betrachtung von IVY. Wir betrachten die Kommentarspalte unserer Blogs als Chance für eine Diskussion, die bisher im Medienspiel nicht stattgefunden hat und der sich sichtlich wenige Journalisten auch heute noch stellen wollen. Insofern freuen wir uns über jede Beteiligung - aber wir verbieten auch unseren Kollegen ganz bestimmt nicht das Wort oder schreiben ihnen vor, was sie sagen können und was nicht. Es ist deren persönliche Meinung, und steht umgekehrt allen Diskussionsteilnehmern frei, darauf basierend medienlese.com zu beurteilen - was ich allerdings so sinnvoll fände wie ein urteil über die NZZ, nachdem ich mich mit einem ihrer Redakteure in die Haare gekriegt habe. Wir sind der Meinung, dass diese neue Chance einer Diskussion gehegt und gepflegt und ihr Stil entwickelt werden muss, weshalb wir zwar so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig eingreifen. Persönliche Anwürfe und Beschimpfungen haben noch keiner Diskussion etwas gebracht, weshalb ich um einen sachlicheren Ton bitte. Und zwar alle Beteiligten.

  • michalis

    17.04.08 (10:34:51)

    Lieber Peter Sennhauser, jetzt muss ich wohl doch noch mal: Ich hoffe, es ist klar geworden, dass ich weder Ole Reissmanns Betrachtung angreife, die ich ausgesprochen fair finde (und ziemlich witzig), noch mich im Ton vergreifen wollte. Sollte jemand das Gefühl haben, tut mir das tatsächlich leid. Ich ärgere mich, wenn jemand etwas, in das ich viel Arbeit und Herzblut investiere, abkanzelt ohne es anzusehen. Glauben Sie mir, ich bin Profi genug um mit jeder Kritik leben zu können, das bereitet mir keine schlaflosen Nächte, und es muss auch niemand mögen, was ich tue. Aber wenn Ihre Autoren sich zu Themen auslassen, und sei es nur in Kommentaren zu Texten Ihrer anderen Autoren, dann sollten sie meiner Meinung nach zumindest minimale Anforderungen an Fairness und journalistische Sorgfaltspflicht erfüllen. Sonst ist das wirklich ärgerlich. Ich denke, das finden Sie wahrscheinlich auch. Und wenn hier gesagt wird, man kann ja beurteilen, wes Geistes Kind die Bild-Zeitung ist, ohne sie zu lesen, und deshalb auch mein Heft beurteilen, ohne es je gelesen zu haben, dann zeugt das von einer abenteuerlichen Haltung. Man muss sicher nicht jede Bild lesen, weil man es in seinem Leben oft genug getan hat und sit 56 Jahren klar ist, was die machen. Aber ein neues, meiner Meinung nach sogar originelles und mit nichts im Moment am Markt erhältlichem vergleichbares Heft? Ich bitte Sie. Und an Marc D.: Danke für das Lob, beim Inhalt bin ich dabei, aber bitte echt nicht in diesem Ton.

  • arbiter

    17.04.08 (10:58:54)

    @ Peter Sennheiser: Yes. Sir, einverstanden! Das mit dem "Klappe halten" nehme ich gerne zurück. @ Michalis & Marc D.: Medienlese, hier Ole Reißmann, haben mit der Vorstellung jeweils eines Blattes ein Instrument der Schnellinfo, das ich in meinem ländlichen Raum zu schätzen weiß. Es veranlaßt oder bewahrt vor Fahrt nach München-Giesing, nur um das eine oder andere Magazin besorgen zu müssen. Ökomäßig spart es für 120 Kilometer. Und ehe ich mir für ein Medium auch noch seinen Webauftritt antu, konsumiere ich auch die Medienlese-Kommentare. Die müssen nicht gefallen. Manchmal informieren sie nur. Hier und da streue ich laienhaft eigenes dazu ein. Manchmal macht Medienlese auch sooo neugierig, daß der Kauf eines Heftes sich nicht vermeiden läßt. Klar, Vorurteilsinhaber bin auch ich. Bis 16.4.2008 - 20:48 Uhr hatte ich deshalb auf die Webseite von IVY verzichtet. Der Besuch dort macht linientreu, einerseits den Begeisterungssturm für das "literarisch" wertvolle Blatt, andererseits gegen solchen Anspruch. Soweit es möglich ist, vom Webauftritt der Macher auf das Eingemachte zu schließen, zulässig ist es allemal, ist die Ersparnis von 120 km und 2,50 Euro Blattpreis nicht ungerechtfertigt. Und wenn auch das zweite Heft ein Anlauf zur Zielgruppendefinition sein soll, dann sollten seine Macher mit JEDER Stimme leben können, vor allem mit jeder kritischen Stimme. Gleichschaltung war gestern!

  • arbiter

    17.04.08 (11:26:41)

    @ Michalis: Wenn sich die Schreibe mitunter kreuzt, bleibt nur der Nachtrag. Der Leser, nur der Leser entscheidet, ob ein Blatt originell, mit nichts vergleichbar,obs ein Neues Produkt ist. Und mit seinem Marktauftritt haben seine Macher die Käseglocke abgenommen, keine Schonfrist! Wer glaubt, Schlagzeilen, Untertitel und die dafür betriebenen Werbeauftritte verbieten Urteil, verurteilt sein Blatt, macht aus ihm eine Randnotiz. Bloggern journalistische Sorgfaltspflicht abzuverlangen, spricht für Abgehobenheit und Unfairness zugleich. Einem Blogger Meinungsrecht abzusprechen, nur weil der "auch" Journalist ist, ist nicht weniger unfair, vor allem ist es ärgerlich, um so ärgerlicher, als es von einem Journalisten kommt. Habe ich hier richtig gelesen, gehört Klaus Jarchow zu denen, die in der für das Blatt avisierten Zielgruppe sich tummeln. Nun hat ein Zielgruppengezielter geäußert, nein danke, dies wird nicht mein Blatt, meine Erwartungen sind andere. Dann war er noch so dreist, er ist ja nicht von den Unkundigen, seine Vorstellungen zu formulieren. Basta. Und es ereignet sich, die Hinweise vom Fachmann ärgern, weshalb man mit dem Rüstzeug der Fairnesskeule zuschlägt, das einfordert, was man selbst mit Füßen tritt. Der Heiligenschein macht schon arg Kopfschmerzen! Mehr gibt es dazu von hier nicht mehr zu sagen.

  • Peter Sennhauser, Blogwerk AG

    18.04.08 (12:06:43)

    Herr Michalis: Ich habe sie sehr gut verstanden, und Sie waren es ja auch nicht, der sich im Ton vergriffen hat. Mir gings nur um die Sippenhaft.

  • Frontli_Ratingen

    22.04.08 (14:47:52)

    Schade, dass die Diskussion über einen, wie ich finde, guten Blogbeitrag zu einem hervorragenden Produkt in ein Duell der Eitelkeiten ausartet. Herr Jarchow, haben Sie keine andere Plattform, um mitIhren beachtenswerten Wortschatz der lechzenden Weltöffentlichkeit darzulegen? Glauben Sie mir, die wartet nur darauf! Sie missbrauchen hier die Seiten von Blogwerk und besonders Herrn Reißmann, dessen Beitrag klasse ist! Aber Sie lenken die Diskussion immer wieder vom Thema weg. Wahrscheinlich wandert jeder verfasste Kommentar direkt in die Arbeitsmappe. Naja. Herr Reißmann, vielen Dank für diesen Beitrag; Herr Michalis, vielen Dank für dieses Magazin.

  • Frontli_Ratingen

    22.04.08 (17:21:42)

    Interessant, dass sogar ein Wettbewerber den Titel adelt. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,548848,00.html

  • arbiter

    22.04.08 (21:28:38)

    @ FRONTILI-RATINGEN: Na dann nichts wie hin zum Kiosk. Adel verpflichtet! Darf, wer will, denn wenigstens bürgerlich bleiben?

  • Frontli_Ratingen

    25.04.08 (16:42:56)

    Och, jetzt werden auch noch meine Kommentare geblockt, die wirklich nett gemeint sind. Sieht so freie Meinungsäußerung aus? Egal. Hauptsache 46 Kommentare zu diesem sagenhaften Magazin.

  • Peter Sennhauser

    27.04.08 (06:41:38)

    Nein Frontli, geblockt nicht - aber mal auf die (automatische) Watchlist gesetzt. Du musst irgendwann unsere (automatischen) Wachhunde geweckt haben...

  • arbiter

    27.04.08 (13:32:53)

    Irgendwas geht hier nicht zusammen. Da reklamiert FRONTLI seine Beiträge, die nett gemeint seien, wenn sie andere beschimpfen. Klar, so Selbstrezensionen und andere Weihrauchfässer gelangen immer ungehindet in den Blog. Ändert das was daran, daß Ole Reißmann ein sagenhaft efeuumranktes Magazin besprochen hat, das von seinen Machern bejubelt wird, obwohl es, wie diese zugeben, noch gar nicht so recht seine Zielgruppe definieren konnte, also rumprobiert. Sagenhaft, wie sich einige Lohas da wegducken!

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