<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

14.01.11

Niedergang von MySpace: Eine einmalige Chance für restorm.com

Die Abwärtsspirale bei MySpace ist nicht zu stoppen. Viele Musiker fragen sich nun, wo sie ihr nächstes digitales Zuhause aufschlagen sollen - eine einmalige Chance für das Schweizer Startup restorm.com.

 

Der Niedergang von MySpace setzt sich fort: Fast die Hälfte der Belegschaft muss gehen, und rund um den Globus werden Büros geschlossen. Der Dienst befindet sich auch nach seinem Relaunch im freien Fall, was Eigentümerin News Corp. mittlerweile dazu bewegt, über einen Verkauf nachzudenken (ob es überhaupt Interessenten gibt, steht auf einem anderen Blatt).

Die Abwärtsspirale des einstigen Marktführers im Social-Networking-Bereich hat einen seltsamen Nebeneffekt: Während MySpace bei der Stammnutzerschaft rapide an Attraktivität verliert, stehen Millionen Künstler bei dem traditionell auf Musiker ausgerichteten Dienst vor der Frage, was sie mit ihren MySpace-Präsenzen anstellen sollen.

Dieser Beitrag einer Band-Managering beschreibt eine Situation , bei der zwar die User der Community davonlaufen, aber die Profile vieler Musiker noch da sind und aktiv gepflegt werden. Profile profitieren nicht nur von der guten Suchmaschinenpositionierung des Netzwerks, sondern gelten in der Branche weiterhin als Gradmesser für das Wohlbefinden von Interpreten: "Wenn ein Bandprofil auf MySpace seit Ewigkeiten nicht aktualisiert wurde, muss man davon ausgehen, dass die Gruppe nicht mehr existiert oder sich nicht um ihre Sichtbarkeit im Netz kümmert", so ihr Fazit.

Unter Künstlern herrscht offenbar große Verunsicherung darüber, auf welche Pferde sie fortan setzen sollen. Wird sich MySpace wieder erholen? Ist es sinnvoll, bei anderen, auf Musiker ausgerichteten Plattformen präsenter zu sein? Sollte man MySpace ganz aufgeben?

Die Zahl der alternativen und verwandten Plattformen ist zwar groß, aber die parallele Pflege zahlreicher Profile würde erheblichen Zeitaufwand mit sich bringen. Zudem fokussieren sich Plattformen wie SoundCloud, Last.fm oder  Sellaband jeweils nur auf einzelne Aspekte des Musikuniversums und verfügen nicht über die gleiche Eignung als aufmerksamkeitsstarkes Aushängeschild für Bands, wie dies bei MySpace der Fall war. Auch Facebook fehlen die notwendigen künstlerspezifischen Features, um sich als DIE Adresse für Musikschaffende zu empfehlen.

"MySpace hinterlässt eine große Lücke", so heißt es in diesem Blogbeitrag. Wo eine Lücke existiert, wird jemand kommen und diese füllen. Während Tumblr sich für urbane Nutzer mit der Lust zur Selbstdarstellung als Alternative zu MySpace anbietet, ist aus Künstlersicht meines Erachtens nach niemand prädestinierter dafür als das Schweizer Startup restorm.com .

Wir hatten das Unternehmen aus Zürich im August vorgestellt, als es sich mit einem Relaunch als das bessere MySpace anpries. Ähnlich wie bei dem US-Dienst können sich bei dem Service Musikhörer, Künstler, Labels und Veranstalter mit Profilen präsentieren und auf Basis des Follower-Prinzips untereinander vernetzen.

restorm.com kombiniert Elemente von Facebook, Twitter und spezifischen Musikplattformen mit dem Ziel, eine moderne Plattform anzubieten, die Künstler zurück in das Zentrum des Musikkosmos stellt.

Bandprofil bei restorm.com

Vor einigen Wochen startete restorm.com mit restorm-connect eine Funktion, mit der das restorm.com-Profil mit den Präsenzen bei Twitter, Facebook, SoundCloud und einigen anderen Diensten verknüpft und damit zur Kommunikationszentrale ausgebaut werden kann, über die alle anderen Profile im Web verwaltet werden. Auch das Aktualisieren des Veranstaltungskalenders bei MySpace über restorm.com ist dadurch möglich.

Millionen Bands auf aller Welt suchen im Hinblick auf die unsichere Zukunft von MySpace nach einem neuen digitalen zu Hause. restorm.com bietet genau dies. Was dem in mehreren Sprachen angebotenen Schweizer Dienst jedoch fehlt, ist internationale Aufmerksamkeit. Im August hatte das Unternehmen zwölf Mitarbeiter. Bei einem vergleichsweise kleinen Team ist natürlich eine Prioritätensetzung notwendig, und diese schien in den letzten Monaten vorrangig auf die Weiterentwicklung der Plattform ausgerichtet zu sein.

Doch die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem Hause MySpace, die Orientierungslosigkeit von Musikern und der Anspruch von restorm.com, das bessere MySpace zu sein, rufen regelrecht nach einer sofortigen Marketing- und PR-Initiative des Unternehmens. Die Chance, das eigene Firmenziel zu erreichen und MySpace als Plattform für Musiker und am Musikgeschäft beteiligte Akteure den Rang abzulaufen, war für restorm.com noch nie größer.

restorm.com könnte beispielsweise einen Profilimporter für Bands bereitstellen, um Inhalte vom MySpace-Profil zu übernehmen. Oder es könnte einige Dutzend Werksstudenten einstellen, die Bands kontaktieren und sie auf restorm.com aufmerksam machen.

Wege, um jetzt für restorm.com zu trommeln, gibt es viele. Das Startup sollte sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen. Wenn restorm.com sie nicht nutzt, wird ein anderer dies tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer