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28.11.14Leser-Kommentar

Neues Social Network für Onlinejournalismus: This erlaubt eine Linkempfehlung pro Tag

Das Medienhaus Atlantic Media, das zuletzt mit der Onlinepublikation Quartz viel Lob erhielt, hat vor einigen Wochen ein soziales Netzwerk zum Empfehlen von Links zu lesenswerten Artikeln lanciert. Die Besonderheit: Pro Tag darf bei This nur ein Link geteilt werden.

Eigenwilliges Design: This

Mein Kollege Jürgen Vielmeier formulierte es vor einigen Wochen sehr akkurat: “Wir haben bereits mehr guten Onlinejournalismus, als wir lesen können”. Für viele Nutzer liegt die Herausforderung allerdings darin, die wirklich guten Inhalte, deren Lektüre auch mal ein größeres Zeitinvestment wert ist, zu finden. Das ist nicht leicht, betrachtet man die enorme Geräuschkulisse in sozialen Medien. Vieles von dem, was wir so unseren Kontakten und Followern unter die Nase halten, ist aus Sicht der meisten potenziellen Empfänger alles andere als beachtenswert.

Wirkliche Highlights gehen deshalb allzu leicht unter. Andrew Golis vom in Washington ansässigen Medienhaus Atlantic Media (unter anderem The Atlantic und Quartz) will dieses Problem lösen. Unter dem Dach des nordamerikanischen Unternehmens hat er deshalb als Entrepreneur-in-Residence einen speziellen Link-Empfehlungs-Dienst gestartet: Er heißt This und basiert auf einer hochsimplen Idee: Jeder User darf nur einen einzigen Artikel pro Tag empfehlen.

Vor anderthalb Wochen las ich bei Pando Daily über das Projekt und besorgte mir bei Twitter eine Einladung zu dem Dienst. Mein Profil findet sich hier - wie man sieht, habe ich auch nach einer Woche noch nicht die Lust verloren.

Viel kann man zu This an dieser Stelle eigentlich nicht sagen: Denn von der Technik und Usability her ist es wahrlich kein großer Sprung. Alle halbwegs tauglichen Webprogrammierer könnten eine Plattform mit diesem Funktionsumfang wahrscheinlich in ein bis zwei Wochen auf die Beine stellen. Momentan erlaubt es This, anderen Usern folgen, per Browser-Bookmarklet einen Artikel pro Tag zu empfehlen und sich für von anderen geteilte Links zu bedanken.

Doch der karge Feature-Umfang ist erst einmal kein Drama, auch wenn ich mir eine native iPad-App und einige alternative Import-Wege für Empfehlungen sehr wünschen würde (das iPad ist mein primäres Lese-Gadget): Ein Dienst wie This lebt von der Aktivität seiner User. Und da profitiert Macher Golis von der Nähe zu den Kollegen bei Atlantic Media - es sind bereits eine ganze Reihe hauptsächlich aus der amerikanischen Medienbranche stammende Nutzer auf der Site aktiv. Dadurch bietet der Service auch in der sehr frühen Phase einen Mehrwert.

Es ist viel zu früh, um ein Fazit zu ziehen, ob das Prinzip der “künstlichen Verknappung” beim Empfehlen von Onlinecontent ein Thema für einige wenige Anwender, eine größere Nische oder gar die breite Masse sein kann. Als Intensivkonsument von Onlineinhalten merkt man beim Teilen von Links auf This, wie man gezwungen wird, genau zu selektieren und sich Gedanken zu machen. Dieser mentale Aufwand mag manche vielleicht abschrecken. Er wird aber (idealerweise) mit ebenso sorgfältig ausgewählten Empfehlungen anderer belohnt.

Meine eigenen Bedürfnisse und Präferenzen im Bereich des Konsums und der Weiterverbreitung von Digitalinhalten sind nicht sonderlich repräsentativ, weshalb ich nicht von mir auf die Masse schließen möchte. Persönlich aber finde ich den Grundsatz von This begrüßenswert und würde mir wünschen, dass aus dem Projekt mehr wird.  /mw

Link: This (der beste Weg, um an eine Einladung zu kommen, ist sich auf der Webiste in die Wartelist einzutragen und Andrew Golis bei Twitter zu folgen)

Kommentare

  • Kevin K

    28.11.14 (11:06:18)

    Hehe.. Good Luck with that. Wer zu viel Linkspam kriegt, folgt den falschen Leuten.

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