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27.04.10Leser-Kommentare

Neue Spotify-Version: Musikstreaming, wie es besser nicht sein könnte

Der populäre Musikdienst Spotify hat heute sein größtes Update seit dem Start im Jahr 2008 veröffentlicht. Mit Social- und Sync-Features definiert Spotify digitales Musikstreaming neu.

Einer der großen Vorteile, hier in Schweden zu wohnen, ist, dass ich Spotify nutzen kann, den beliebten und in weiteren fünf Ländern verfügbaren Desktop-Service zum On-Demand-Streaming von Musik. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kann der Dienst leider bisher nicht offiziell genutzt werden, mehr dazu am Artikelende.

Spotify existiert in einer werbefinanzierten Gratisversion sowie in einer kostenpflichtigen Premiumvariante, die unter anderem mobile Applikationen sowie einen Offline-Modus bietet. Der Service ist zwar einer von vielen Diensten zum On-Demand-Anhören von Musik, hat es aber seit seinem Launch im Jahr 2008 geschafft, sich in Sachen Popularität und Bekanntheit von der Konkurrenz abzuheben - und das, obwohl oder gerade weil neben der Begrenzung auf ausgewählte Länder zusätzlich eine Einladung notwendig ist, um Zugriff auf Spotify zu erhalten.

Was der rund sieben Millionen Nutzer zählende Dienst bisher vermissen ließ, waren Funktionen, um das Musikerlebnis besser mit Freunden zu teilen. Mit dem heutigen Update ändert sich das.

Jeder Spotify-Nutzer erhält nun ein eigenes Profil. Gleichzeitig führt der Dienst eine People-Funktion ein. Über die Suche nach einem Benutzernamen oder den Import via Facebook erscheinen Kontakte dann als Freunde innerhalb von Spotify. Wer möchte, kann sein Profil öffentlich machen und per Widget anderen zeigen, was er gerade hört.

Jedem User spendiert Spotify zudem eine persönliche Inbox. Möchte ich einen bestimmten Titel ausgewählten Freunden empfehlen, ziehe ich ihn per Drag and Drop auf den Namen der gewünschten Person. Diese findet den Song anschließend in ihrer Inbox. Weiterhin neu ist die Integration eines Facebook-Feeds, der Musik anzeigt, die Freunde bei dem Social Network verlinkt haben.

Neben der Integration von Social-Networking-Elementen erlaubt Spotify nun auch den Import von auf der eigenen Festplatte befindlicher Musik - zumindest fast. Es handelt sich dabei nicht um einen tatsächlichen Upload der persönlichen Musiksammlung sondern lediglich um einen Abgleich, der anschließend alle im Spotify-Archiv verfügbaren Titel anzeigt alle lokal gespeicherten Titel in Spotify anzeigt - die dort verfügbaren auch verlinkt mit dem jeweiligen Interpreten/Song. Hier hätte ich mir persönlich noch etwas mehr erwartet, nämlich die Option zum tatsächlichen Hochladen der Tracks, die im Spotify-Archiv fehlen. Was jetzt noch fehlt, ist die Möglichkeit zum Upload der Tracks, die Spotify bisher nicht im Archiv hat, um diese auch von anderen Geräten aus erreichbar zu machen. Das klingt nach einem guten Premium-Feature.

Das heutige Spotify-Update beinhaltet noch eine ganze Reihe weiterer Neuerungen. Eine komplette Übersicht gibt es hier.

Ich habe die neuen Funktion gerade kurz ausprobiert und bin mir jetzt schon sicher, dass die Integration von sozialen Featues das ohnehin schon hervorragende Spotify-Erlebnis noch enorm verbessern wird. Es macht einfach mehr Spaß, Freunden zeigen zu können, was man gerade hört und gleichzeitig zu sehen, was bei ihnen aus den Boxen dröhnt.

Spotify ist es gelungen, dem Musikhören eine neue Dimension zu verschaffen und es zu einem Gemeinschaftserlebnis zu machen. Und obwohl das Unternehmen bisher nicht profitabel ist und versucht, so viele Anwender wie möglich zu Premium-Usern zu konvertieren, kommt das Update auch allen Benutzern der kostenlosen Version zugute.

Wie eingangs erwähnt hat Spotify bisher lediglich in Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Spanien Abkommen mit der Musikindustrie geschlossen. Das Registrieren eines Kontos außerhalb dieser sechs Länder wird von dem Dienst unterbunden.

Mit Hilfe von Proxyservern ist es zwar möglich, einer Website wie Spotify vorzugeben, man sei aus einem der unterstützen Länder. Leider ist aber zudem in fünf von sechs Ländern eine Einladung von einem bestehenden Spotify-Mitglied notwendig, um ein Gratis-Konto anzulegen. Nur in Frankreich kann man sich derzeit ohne Einladung registrieren, dort muss jedoch eine französischen Telefonnummer angegeben werden.

Der alternative Weg, mit Hilfe einer Proxy-Verbindung einen kostenpflichtigen Premium-Zugang zu erstellen, wird dadurch unterbunden, dass die eingesetzte Kreditkarte bzw. das angegebene PayPal-Konto aus einem der sechs Spotify-Länder stammen muss.

Solltet ihr einen Weg gefunden haben, wie aus dem deutschsprachigen Raum dennoch ein Spotify-Konto angelegt werden kann, hinterlasst gerne einen Kommentar. Ansonsten heißt es abwarten, bis die GEMA sich vielleicht doch mit Spotify einigen kann. Oder ihr nutzt eine Alternative wie steereo oder simfy.

Kommentare

  • hulza

    27.04.10 (08:48:04)

    Hey ,) Ohne das Ganze hier aus Deutschland umständlich zu testen, eine Rückfrage an dich: Wo sind die Vorteile gegenüber Last.fm? Dieses nutze ich seit Jahren, und hat alle Funktionen, welche du im Blog aufführst.(Neben vielen anderen sehr nützlichen Kleinigkeiten.) Wo genau ist hier der Mehrwert? Danke schonmal ;) Beste Grüße, hulza

  • Martin Weigert

    27.04.10 (08:53:44)

    Desktop-App (find ich bei fast allen Anwendungsgebieten im Cloud-Zeitalter sinnlos, aber bei Musik ist es halt ein gefühlter Usablity-Vorteil und kommt näher an an das Gefühl einer physischen Musiksammlung heran) und bequemes On-Demand-Streaming von vielen Millionen Titeln (was es ja bei Last.fm nicht mehr gibt - war aber auch vorher schon recht begrenzt, was die Benutzerfreundlichkeit betrifft - fand ich). Du kannst Songs und Alben in Playlisten legen usw. Wie iTunes halt.

  • ysamjo

    27.04.10 (09:50:17)

    Der alternative Weg, mit Hilfe einer Proxy-Verbindung einen kostenpflichtigen Premium-Zugang zu erstellen, wird dadurch unterbunden, dass die eingesetzte Kreditkarte bzw. das angegebene PayPal-Konto aus einem der sechs Spotify-Länder stammen muss. Das ist Stand heute - kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen - falsch. Mein Account steht auf Germany und ich konnte über ein deutsches PayPal-Konto für 9,99€ Premium kaufen.

  • Martin Weigert

    27.04.10 (11:00:51)

    Wann hast du dein Premium-Konto erstmalig gekauft? Es gab ja mal eine kurze Zeit Spotify Premium in Deutschland. Wenn ich nämlich jetzt Premium kaufen will, werden mir in der Länderliste lediglich die sechs verfügbaren Länder angezeigt. Und es wird darauf hingewiesen, dass der PayPal-Account aus dem selben Land kommen muss. Es gibt also eigentlich gar keine Möglichkeit mehr, "Germany" auszuwählen.

  • Alph

    27.04.10 (13:24:50)

    Ich habe eine norwegische Freundin, die sich alle 2 Wochen (wenn der 'travelmode' von Spotify vorüber ist) sich unter meinem Account einloggt, schon funtioniert Spotify wieder tadellos. Wird wohl für die meisten unpraktikabel sein. :p Was mich allerdings verunsichert: Spotify wird bei mir bisher nicht upgedatet, d.h. ich kann die neuen Funktionen noch nicht nutzen. Hoffentlich wird das noch was. Könnte mir aber auch vorstellen dass es für deutsche IPs einfach nicht aktualisiert wird...

  • Martin Weigert

    27.04.10 (13:28:17)

    Außerhalb der unterstützten Länder ist es wohl erst einmal das größte Problem, sich überhaupt einen Zugang anzulegen. Danach kriegt man das schon irgendwie hin, entweder so wie es deine Freundin macht, oder halt mit Proxy o.ä. Hier der Downloadlink zur neuen Version, probier es mal direkt. Bei mir gab's auch kein Auto-Update. Das kommt sicherlich erst später.

  • Yella

    27.04.10 (15:54:41)

    Das passt zwar nicht ganz weil der Ansatz etwas anders ist, aber wenn Du, Martin, deine eigene Musiksammlung hochladen und per Stream verfügbar machen willst, ist Subsonic wirklich erste Wahl. Toll gemacht, crossplattformfähig und zusammen mit einem eigenen Server wirklich eine Lösung von Dauer.

  • Martin Weigert

    27.04.10 (16:12:11)

    Danke für den Hinweis. Mir geht es primär darum, nicht neben Spotify noch ein weiteres Musikabspieltool (Winamp, iTunes o.ä.) einsetzen zu müssen. Deshalb wäre es super, wenn ich meine komplette Musiksammlung in Spotify abspielen könnte. Aber gut, Luxusproblem ;)

  • Alph

    27.04.10 (16:35:16)

    Zum Registrieren braucht man 'nur' eine/einen Bekannten in einem der verfügbaren Länder, so ging es bei mir. Oder einen Kurzurlaub. ;) Aber wie gesagt, keine praktikable Lösung. Zum Update: Danke für den Link. :) Aber selbst mit Downloadlink tut sich nichts bei mir, ich hoffe das wird bei mir noch mit dem Auto-Update... ;)

  • Marius

    28.04.10 (00:14:44)

    Hallo Martin, du bemängelst, dass du deine komplette Musiksammlung nicht in Spotify abspielen kannst, aber das ist definitiv möglich. Du musst nur auf "Library" -> "Local Files" -> "Import" klicken, dann kannst du deine komplette iTunes library oder einzelne mp3s importieren. Hab ich grade gemacht und habe nun alle Tracks von iTunes in Spotify und kann diese dort abspielen. Lieder die von Spotify erkannt werden sind sogar hinterlegt mit einem Spotify link. Wenn du iPhone Benutzer bist kannste auch Lieder von deinem PC wireless auf dein iPhone übertragen (Playlist erstellen, "offline" auf iPhone auswählen, Spotify muss auf dem PC laufen zur synchronisation). Einziger Wermutstropfen: Playlists von iTunes werden nicht übernommen, ansonsten finde ich aber die möglichkeit lokale mp3s abzuspielen noch viel viel wichtiger also die social network features. Grüße aus Amsterdam, Marius EDIT: Ich habe übrigens auch einen deutschen Premium Account mit deutscher Kreditkarte. Gab bis jetzt nie Probleme. Falls das autoupdate bei euch noch nicht stattgefunden hat, einfach neu installieren. Danach hatte ich auch die neueste Version.

  • Marius

    28.04.10 (00:29:45)

    WOW! Habe grade herausgefunden, dass die Playlists auch importiert werden. Daumen hoch Spotify, da habt ihr echt einiges richtig gemacht :)

  • Martin Weigert

    28.04.10 (05:32:12)

    Danke für den Hinweis Marius. Da habe ich mich von den unklaren Äußerungen aus Spotifys Mitteilung hinter's Licht führen lassen. Jetzt fehlt nur noch ein Upload sämtlicher nicht im Spotify-Katalog befindlicher Tracks in mein persönliches Spotify-Konto, damit ich diese Titel auch von anderen Geräten oder vom iPhone aus verfügbar machen kann. Gut möglich, dass das als Premium-Feature kommt.

  • Pankreas

    28.04.10 (09:12:36)

    Versuchs mal mit www.zeezee.de Das funktioniert auch aus Deutschland und vor allem bekommste hier deine Songs als MP3 und die kannste auf deinem virtuellen Speicher liegen lassen und somit von der gnazen Welt aus drauf zugreifen oder eben auch auf den Player kopieren...

  • ysamjo

    28.04.10 (11:55:51)

    Stimmt, es gab eine zeitlang die Möglichkeit sein Herkunftsland zu ändern, heute nicht mehr. Daran wird es liegen.

  • Gerd

    28.04.10 (18:52:32)

    Es gibt durchaus eine Möglichkeit um an einen Spotify Premiumaccount aus deutschland zu kommen. Habs gerade probiert. Englischen PayPal Account anlegen, Kreditkarte eintragen, Spotfiy per PayPal zahlen -> Fertig. Ob das so legal ist, weiß ich allerdings nicht.

  • Gerd

    29.04.10 (18:10:38)

    So nach einem Tag testen, kann ich sagen dass das problemlos funktioniert. Alle Funktionen funktionieren, iPhone App läuft auch, iTunes Musik importieren auch. Super ;)

  • Finchy

    02.05.10 (21:38:14)

    Und wie eröffne ich einen englischen Paypal-Account ohne englische Adresse?

  • Julien

    25.01.11 (09:25:17)

    Die Methode von Gerd funktioniert nach wie vor. Für die Englische Adresse gibt es Services wie Borderlinx, welche zum Beispiel eine englische Adresse (sogar mit Telefonnummer) zur Verfügung stellen.

  • Stef

    08.04.11 (10:20:23)

    über einen webproxy (der zgelassenen länder) einen account einrichten -> spotify downloaden - fertig! nach zwei wochen kommt eine meldung, wäre nicht verfügbar in deinem land... einen proxyserver (der zugelassenen länder) in die einstellungen eintragen und sich (über die app) neu anmelden -> den proxy wieder rauslöschen, da die nicht ewig funktinieren... fertig, ist ein aufwand von zwei minuten, alle zwei wochen... auf der spotify seite gibt es einen haufen an angeboten über webseiten die itunes playlists importieren oder playlists erstellen

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