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05.03.14Leser-Kommentare

Neue Mediatheken-App: Couchfunk trotzt der Social-TV-Ernüchterung

Anders als von vielen Startups erhofft, sichern sich Twitter und Facebook den Großteil der Onlinekonversation rund um Fernsehinhalte. Doch Couchfunk schlägt sich besser als einige Konkurrenten. Jetzt veröffentlichen die Dresdner eine Mediatheken-App für iOS.

CouchfunkDas sächsische Startup Couchfunk war einer der ersten Anbieter aus Deutschland, der vor einigen Jahren auf den Second-Sceen- und Social-TV-Trend aufsprang. Und während spätere Konkurrenten entweder ohne nachhaltigen Effekt aufgekauft wurden oder sich in einer prekären finanziellen Lage wiederfinden, läuft das Geschäft für die Dresdner gut. Und das, obwohl auch sie feststellen mussten, dass sich der Second-Screen-Markt abseits der großen sozialen Netzwerke Facebook und Twitter nicht so dynamisch entwickelt hat, wie sie und andere Akteure sich dies vor einigen Jahren erhofften. Dennoch zieht Couchfunk-Mitgründer Frank Barth eine positive Bilanz:

1,2 Million Mal wurden Couchfunks Apps bislang heruntergeladen, 240.000 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen sie aktiv. Auch gelang es dem Startup mit seinen aktuell 13 Mitarbeitenden, mehrere Monate schwarze Zahlen zu schreiben. Noch schwanke dies zwar, aber viel Geld werde bei Couchfunk nicht mehr verbrannt, so Barth. Aus diesem Grund begnügt sich das Startup auch immer noch mit der genau vor zwei Jahren durchgeführten sechsstelligen Finanzierungsrunde durch den Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS). Weiteres Kapital sei aktuell nicht erforderlich.

Als Erfolgsrezept hat sich für Couchfunk die Bereitstellung vertikaler Second-Screen- und TV-Applikationen erwiesen. Neben der namensgebenden, für verschiedene mobile Plattformen verfügbaren Social-TV-Anwendung bieten die Ostdeutschen Apps für Fußballfreunde (Fußballfunk), Krimifans (Krimiguide) sowie für Anhänger des YouTube-Comedytrios Y-Titty. Außerdem betreiben sie eine TV-Programm-App. Mittelfristiges Ziel ist es, sämtliche dieser Anwendungen mit den Streams von Couchfunks primärer App zu verbinden und damit zu verhindern, dass siloartige Konversationen zu TV- und Webvideo-Inhalten entstehen.

Mediatheken-App

In dieser Woche haben die Couchfunk-Macher ihre neueste, zunächst nur für iOS angebotene Applikation lanciert: Die Mediatheken-App aggregiert sämtliche mobil verfügbaren Sendungen aus den Mediatheken von ZDF, ARD, Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und 3sat. Die kostenfreie Anwendung erlaubt das direkte Streamen der Inhalte und bietet verschiedene Such- und Sortiermöglichkeiten. Eine Besonderheit ist die Abo-Funktion, mit der User sich über neue Folgen ihrer Lieblingssendungen auf dem Laufenden halten können. Die Streams öffnet Couchfunks Mediatheken-App über den eingebauten Browser direkt von der mobilen Website des jeweiligen Senders. Das hat für das Startup den Vorteil, dass ihm Verhandlungen mit den Kanälen erspart bleiben. Allerdings heißt dies auch, dass es keine Option zum Download von Inhalten gibt, wie sie bei Dailyme exisitert.

Wie die anderen Apps aus dem Hause Couchfunk bringt auch die Mediatheken-Anwendung eine Möglichkeit mit, gegen Bezahlung per In-App-Kauf Werbung zu deaktivieren. Zudem lässt sich so die Zahl der abonnierbaren Sendungen erhöhen. Couchfunk-Founder Frank Barth kündigt an, dass das Unternehmen kontinuierlich weitere Premiumfunktionen einführen wird. Noch besitzt die neue App keinerlei soziale Features und keine Anbindung an die "Mutter"-App Couchfunk. Auch das wird sich aber ändern, erklärt Barth. Der neue Dienst mag nicht revolutionär sein, aber bietet TV-Fans, die oft unterwegs sind, einen zentralen Ort, um ihre Lieblingsprogramme nicht zu verpassen. Und für Couchfunk bedeutet er, sich neben dem linearen TV auch für On-Demand- beziehungsweise zeitversetztes "Catch-Up"-Fernsehen zu öffnen. Immerhin liegt dort die Zukunft des Bewegtbildes. /mw

Link: Couchfunk

Kommentare

  • Tim Augustin

    05.03.14 (20:32:19)

    Der Ansatz von Couchfunk ist gut, und hoffentlich etablieren sich in Zukunft noch ähnliche Hub-Lösungen, die einen einfachen Wechseln zwischen non-linearen Programmen erlauben, der ähnlich einfach ist, wie auf der Fernbedienung nach oben oder unten zu schalten. Bei der Ausführung der App hakelt es bei mir aber noch etwas - der Tatort läuft aktuell noch unter "Tagesthemen" und spielt auch ein entsprechendes Video ab, aber ich nehme an, das sind Kinderkrankheiten die schnell verschwinden.

  • Michael

    07.03.14 (11:16:19)

    Wenn Social-TV-Angebote wie Couchfunk Twitter und anderen großen Netzwerken wirklich nennenswert Konkurrenz machen wollen, dann nur mit solchen Zusatzangeboten wie der unbedingt nötigen und noch weitgehend ausstehenden Aggregation von Mediatheken. Denn in der reinen Kommunikation über Fernsehsendungen ist Twitter wegen seiner großen Masse im Prinzip unschlagbar.

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