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20.09.13 06:00

, von Martin Weigert

Neue iPad-App: Blogbox will deutschsprachige Blogs aus der Nische befreien

Das Münchner Startup Blogbox veröffentlicht heute eine kostenfreie iPad-App, die Nutzern einen völlig neuen Zugang zu deutschsprachigen Blogs bieten soll. Als Anreiz für Blogs zur Teilnahme dient ein integriertes Zahlungssystem.

BlogboxBlogs sind eine großartige Quelle für Informationen, Inspiration und pointierte Meinungen. Leider ist der Einstieg in die Welt lesenswerter Blogs nicht ganz so einfach, wie an den nächsten Zeitungskiosk zu gehen und sich einige interessante Magazine zu greifen. Das Abonnieren von Blogs via RSS erfordert im Vorfeld einige Recherche und gewisse, mit technischen Grundkenntnissen verbundene Arbeitschritte. Größere Blogs besitzen womöglich eine eigene Facebook-Seite oder einen Twitter-Feed, dort kann man aber leicht das ein oder andere publizistische Schmankerl verpassen. Aggregatoren wie Rivva oder Virato vereinfachen das Stöbern, haben aber gewisse thematische Schwerpunkte und bieten auch keine Lösung für die Frage, wie man am besten dauerhaft über die Beiträge spezifischer Blogs informiert bleibt. Das Münchner Startup Blogbox glaubt, einen besseren Ansatz gefunden zu haben. Und ohne zu übertreiben, so könnte die ab sofort verfügbare iPad-Applikation der deutschsprachigen Blogosphäre einen mächtigen Schub geben. Kategorisierte Blogbeiträge in voller Länge

Bei Blogbox handelt es sich um einen kostenfrei angebotenen Blogreader für das iPad. Anstatt dass an guter Lektüre interessierte Anwender sich durch das Netz wühlen müssen, um lesenswerte Blogs zu finden, können sie die Blogbox-App auf ihrem Tablet installieren und anschließend verschiedene Resorts - bei Blogbox "Leidenschaften" genannt - abonnieren. Derzeit stehen zwölf Kategorien zur Auswahl, von Finanzen und Nachhaltigkeit über Reisen und Musik bis zu Internet und Startups. Falls sie möchten, können sie stattdessen oder zusätzlich auch gezielt einzelne, bei Blogbox partizipierende Blogs abonnieren. Ist ihre Wahl beendet, führt ein Betätigen der Schaltfläche "Blogbox" packen sie zu ihrem persönlichen, kontinuierlich aktualisierten Blogreader, der ihnen jeweils die neuesten Blogartikel der einzelnen Resorts und Blogs in voller Länge und im lesefreundlichen Layout präsentiert. Gängige Optionen zum Teilen von Artikeln inklusive. Ein Algorithmus sorgt für eine automatisierte Einordnung einzelner Texte in die zwölf Kategorien.

Blogbox

Freiwillige Bezahlmöglichkeit für Nutzer

Was Blogbox von tabletbasierten Newsreadern wie Flipboard, Pulse und Newsrepublic abhebt, ist unter anderem die automatische Paketierung der Inhalte und der ausschließliche Fokus auf deutschsprachige Blogs. 52 verschiedene Sites sind bisher dabei, darunter auch netzwertig.com, das zu den Launchpartnern gehört. Das Ziel der drei Blogbox-Macher Moritz Orendt, Bernhard Hering und Marco Eisenack ist es, Blogs aus der Nische zu holen und ihnen gleichzeitig eine attraktive Einnahmequelle zu erschließen. Aus diesem Grund beinhaltet Blogbox ein integriertes, freiwilliges Bezahlsystem, nicht unähnlich dem von Flattr. Nutzer der App können sich mit der internen Währung "Bonbons" bei den einzelnen Blogs für Artikel bedanken. Bonbons werden per In-App-Kauf erworben, zehn Bonbons - die sogenannte "Studentenpackung" - kosten 0,89 Cent. Wer ein größeres Budget hat, kann für 7,99 Euro die 100 Bonbons beinhaltende Förderpackung erwerben. Das Startup betont, dass es nach Abzug von Apples 30-prozentiger Provision sämtliche Einnahmen an die jeweiligen Blogs ausschüttet.

Blogs als Zukunft des Journalismus

Mit diesem integrierten, freiwilligen Bezahlsystem - oder Spendensystem, wie man es auch nennen möchte - hoffen die Blogbox-Macher, schnell weitere Blogs zum Beitritt zu bewegen. Interessierte Angebote können sich hier anmelden, sollten jedoch zuvor die Richtlinien gelesen haben. Mittelfristig plant das Blogbox-Team auch, mit Hilfe der App eigene Umsätze zu generieren und aus Blogbox ein pofitables Unternehmen zu machen. Derzeit läuft die Bewerbung beim EXIST-Gründerstipendium. Die Macher glauben daran, eines Tages ein tragfähiges Geschäftsmodell auf Blogbox aufbauen zu können. "Wir können es nicht versprechen, aber wir wollen es versuchen", so die pragmatische Sicht von Moritz Orendt. Bisher hat das Trio die Entwicklung der App aus eigener Tasche finanziert. Auf die Frage, wieso sie die Risiken einer Startup-Gründung in einem Segment eingehen, das bisher als wenig lukrativ galt, zögert Orendts Kollege Bernhard Hering mit seiner Antwort keine Sekunde: "Wir glauben, dass Blogs der Journalismus der Zukunft sind".

Aufgrund der begrenzten Resourcen wählten die Münchner das iPad als zuerst unterstützte Plattform. Auf der Roadmap steht zudem die Veröffentlichung einer iPhone-App gegen Ende 2013 oder Anfang 2014. Geplant ist außerdem eine Android-Applikation. Da Blogbox nach Aussage der Macher einen Monat lang in Apples Freigabeprozess hing und damals noch keine an iOS 7 angepasste Version hochladen konnte, ist die heute veröffentliche Fassung noch nicht vollständig für iOS 7 optimiert. Das Update soll aber schnell nachgereicht werden.

Blogbox steht ab sofort für das iPad zum Download bereit.

Link: Blogbox

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Kommentare: Neue iPad-App: Blogbox will deutschsprachige Blogs aus der Nische befreien

Da mindestens iOS 6.x benötigt wird, läuft die App leider nicht auf meinem iPad1. Schade.

Diese Nachricht wurde von Andreas am 21.09.13 (04:20:25) kommentiert.
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