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02.03.12Leser-Kommentare

Neue Entwicklerschnittstelle: Xing setzt auf manuelle Freigabe

Die Veröffentlichung von Xings angekündigter Entwicklerschnittstelle ist nur noch eine Frage von Tagen. Drittanbieter, welche die neue API einsetzen möchten, müssen sich auf einen Freigabeprozess einstellen.

 

Die Öffnung der Xing-Entwicklerschnittstelle ist nach unseren Informationen nur noch eine Frage von Tagen. Die API, mit der Xing-Funktionalität in externe Anwendungen integriert werden kann, wurde Mitte Dezember von dem Geschäftsnetzwerk aus Hamburg angekündigt. Einige ausgewählte Testpartner wie der Wohnungsmarktplatz loftville experimentieren bereits mit der neuen Lösung.

Indem das Social Network Websites ermöglicht, Besuchern eine "mit Xing verbinden"-Funktionalität anzubieten, schließt es mit großer Verspätung auf den Konkurrenten LinkedIn auf, der auf diese Weise schon seit langem an vielen Stellen im Netz wichtige Anknüpfungspunkte schafft.

Eine bisher unbeantwortete, aber entscheidende Frage war die nach der Offenheit der neuen Xing-API. Das Netzwerk betrieb schon einmal eine App-Plattform, damals für Anwendungen, die direkt innerhalb von Xing eingebettet waren. Nur etwas mehr als ein Dutzend Applikationen standen bereit, weil die Plattform-Herrscherin nur solche Anbieter zuließ, die sie für zum geschäftlichen Kontext passend erachtete.

War diese starke Kontrolle seitens Xing bei der "On-Site"-Plattform für ein Geschäftsnetzwerk noch nachvollziehbar, würde diese bei der kommenden Xing-API deren Potenzial torpedieren. Dieses liegt darin, dass so viele externe Sites wie möglich von der Schnittstelle Gebrauch machen, um Xing somit (im deutschsprachigen Web) eine gewisse Allgegenwärtigkeit zu verschaffen. Ohne diese wird der Wettkampf gegen LinkedIn langfristig auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht zu gewinnen sein.

In einem aktuellen dpa-Artikel findet sich nun ein Zitat von Xing-Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck, das klingt, als wenn die Norddeutschen tatsächlich ihr Kontrollbedürfnis nicht hinter sich lassen können: "Die externen Anwendungen müssen aber immer in unseren Kontext passen", betonte der Internet-Unternehmer.

Bedeutet dies, dass Xing genau wie bei seiner damaligen OpenSocial-Plattform nur eine begrenzte Zahl an Diensten von seiner API Gebrauch machen lässt und damit einen anderen Weg beschreitet als die erfolgreichen Big Player wie Facebook, Twitter und LinkedIn? Wir haben nachgefragt und von einem Xing-Sprecher folgende Konkretisierung erhalten:

"Selbstverständlich wollen wir externen Entwicklern keine Steine in den Weg liegen, im Gegenteil. Wir freuen uns über das riesige Interesse an der API und möchten natürlich auch, dass entsprechende viele Anwendungen fürs Business-Networking entstehen. Der Zugang zum Developer-Portal geht einfach über den eigenen XING-Account, der Test-Key für die jeweiligen Anwendungen kommt unverzüglich nach dem Einstellen der App, ohne händisches Freischalten. Lediglich für den finalen 'öffentlichen Release' einer App schauen wir uns an, welche Berechtigungen eine App fordert und verifizieren den Entwickler."

Kurzum: Xing wird in jedem Fall Personal dazu abstellen, übermittelte Anwendungen mit Xing-Integration einer Qualitätsprüfung zu unterziehen, BEVOR die API für sie freigeschaltet wird.

Für einen Abgesang auf die Schnittstelle ist es allerdings noch zu früh. Möglicherweise handelt es sich lediglich um eine Formalität, die 99 Prozent der laut Groß-Selbeck bereits vierstelligen Zahl an in die Warteliste eingetragenen Entwickler problemlos passieren. Dies ist zumindest zu hoffen. Dass ich jedoch als Sieger dieser Wette bezüglich der Offenheit der Xing-API hervorgehen werde, ist unwahrscheinlich.

Kommentare

  • Wahid

    02.03.12 (13:20:31)

    Die haben es immer noch nicht verstanden. Die sollten lieber einen Fonds auflegen oder einen Preis ausschreiben, damit paar vernünftige Entwicklungen zustande kommen. Alle Player (LinkedIn, Facebook, Twitter, Google) bieten Ihre APIs ohne manuelle Freigabe an. Daran ist noch niemand gestorben.

  • Marcel Weiß

    02.03.12 (15:05:31)

    Hmm, lecker Bier.

  • Martin Weigert

    02.03.12 (15:08:35)

    Sterni

  • Marcel Weiß

    02.03.12 (15:58:58)

    Classy.

  • VermarkterCheck

    03.03.12 (10:51:44)

    Ich denke nicht, dass die manuelle Überprüfung der Apps der Knackpunkt sein wird, sondern eher auf welche Daten man am Ende als Entwickler in welchen Kontexten überhaupt zugreifen kann. Die LinkedIn-API ist diesbezüglich ja auch arg beschränkt, da man nur über einen User-Context überhaupt auf LinkedIn-Daten zugreifen kann, selbst wenn sie nur allgemeiner Natur sind und nicht User-bezogen (bspw. Unternehmesprofile). Da ist Facebook mit seiner Graph-API deutlich weiter, wo man auch ohne User-Berechtigungen öffentliche Daten über Fanseiten etc. abfragen kann.

  • Jürgen Auer

    07.03.12 (19:26:57)

    So, die API ist gestartet. Hier Die XING-API ist gestartet https://www.xing.com/net/auftragsgewinnung/news-209141/die-xing-api-ist-gestartet-40000365/ grade einen Newseintrag draus gemacht, vorhin hatte ich eine Mail bekommen und seither etwas rumgelesen. Interessant ist, daß die Xing mobile App von Zühlke Engineering GmbH ebenfalls die API nutzt, ebenso der kürzlich veröffentlichte Sharebutton. Da die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden müssen, wirkt vieles für typische Entwickler ("wir holen uns die Daten und machen etwas eigenes") sehr restriktiv.

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