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21.02.12

Navegas: Zentrale Oberfläche für digitalen Musikkonsum

Das Berliner Startup Navegas Media hat mit Navegas einen Browserdienst entwickelt, über den Musik von verschiedenen Onlineservices sowie von der Festplatte über eine zentrale Oberfläche gesucht, angehört und verwaltet werden kann.

 

Wer heutzutage Musik hören möchte, hat nicht nur die Wahl zwischen Millionen digital verfügbarer Songs und Alben, sondern kann dazu auf eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen zugreifen - angefangen bei der lokal gespeicherten Musiksammlung über YouTube, wo im Prinzip jeder jemals veröffentlichte Titel von Nutzern hochgeladen wurde, bis hin zu Audioplattformen wie SoundCloud und personalisierten Radios wie Aupeo . Daraus entsteht das Luxusproblem, dass Hörer zwischen verschiedenen Quellen hin- und herwechseln müssen - schon weil die Verfügbarkeit einzelner Stücke stark variiert.

Das Berliner Startup Navegas Media möchte mit seinem browserbasierten Musikaggregator Navegas zur zentralen Anlaufstelle für den digitalen Hörgenuss werden, egal von wo die gespielten Titel stammen. Das Ziel des von Lutz Villalba-Adorno gegründeten Dienstes ist es, einen allumfassenden Musikplayer anzubieten, der allen Ansprüchen der Hörer gerecht wird.

Um Navegas ausprobieren zu können, ist ein Facebook-Konto sowie Firefox oder Chrome erforderlich. Nach einer Registrierung über Facebook präsentiert sich Anwendern eine Oberfläche mit einem zentralen Suchfeld, einem Player-Bereich zum Steuern der Musik sowie einem Navigationsmenü mit den Logos von YouTube, SoundCloud und Aupeo sowie einem mit "Local Music" bezeichnetem Icon.

Über das Suchfeld können Nutzer Titel bei YouTube, SoundCloud und auf der eigenen Festplatte suchen - auch wenn nur nacheinander, nicht gleichzeitig. Navegas kann lokale MP3-Ordner importieren. Diese werden auch lokal abgespielt, also nicht in die Cloud geladen. Alle auf eine Suche hin aufgelisteten Songs können anschließend in die Titel-Warteschlange gelegt und von dort nacheinander oder gezielt abgespielt werden. Wer möchte, kann Playlists erstellen und diese für späteres Abspielen speichern. Auch ist es möglich, einzelne Aupeo-Radiostationen in Playlisten unterzubringen und von dort zu streamen.

Navegas erlaubt also das Erstellen von gemischten Playlisten mit Titeln aus verschiedenen Quellen, die entweder von der Festplatte oder aus dem Web kommen. Anders als bei musicplayr (Review) steht allerdings nicht das Teilen mit anderen sondern der eigene Musikkonsum im Vordergrund. Gerade auf privaten Partys und Veranstaltungen, wo sich Personen mit unterschiedlichsten Musikgeschmäckern versammeln und Einfluss auf die Beschallung nehmen möchten, bietet sich der auch als Chrome-App verfügbare Dienst als mögliche Steuerungszentrale an, die parallelen Zugriff auf unterschiedliche Musikdienste gibt.

Nutzer, die ihr Navegas-Konto mit ihren Accounts bei YouTube, SoundCloud und Aupeo verbinden, können zudem direkt auf ihre bei dem jeweiligen Service favorisierten Stücke zugreifen. Ein zusätzliches, ziemlich interessantes Feature sind persönliche Facebook- und Twitter-Streams mit von Kontakten publizierten Links zu Songs bei den unterstützten Diensten. Mit einem Klick lassen sich die Stücke dann in den Navegas-Player schieben, was ziemlich clever gelöst wurde.

Für die Zukunft verspricht Navegas-Chef Villalba-Adorno eine Entwicklerschnittstelle, wodurch Anbieter von Musikdiensten Applikationen bereitstellen können, die Navegas-Anwender dann auf Wunsch zum App-Modul in der linken Navigation hinzufügen. Das von den Berlinern angestrebte Geschäftsmodell basiert auf Sponsoring von Firmen, deren Logos beispielsweise als Hintergrundbild der Navegas-Oberfläche erscheinen.

Die Idee des bisher aus eigenen Mitteln finanzierten Startups aus Berlin hat in jedem Fall ihren Reiz. Noch arbeitet der Service aber nicht ganz perfekt: Beim Importieren lokaler Musik erschien mehrmals eine Fehlerseite, das Streamen von Aupeo funktionierte nicht richtig und im Allgemeinen könnte die Reaktionszeit des Players noch schneller sein. In den nächsten Monaten muss Navegas zeigen, ob es das Zeug zu einem ernstzunehmenden Kandidaten im digitalen Musiksegment hat.

Link: Navegas

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