<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

03.07.10Leser-Kommentare

Nachrichtensites: Verlinken tut weh

Noch immer tun sich viele Nachrichtenangebote im Netz schwer damit, Links zu setzen. Ein aktuelles Beispiel illustriert dies anschaulich.

 

Am Donnerstag kam es zu einem Novum: Die Netzwelt-Redaktion der Deutschen Presse-Agentur (dpa) veröffentlichte einen Artikel zu alternativen sozialen Netzwerken und verlinkte dazu auf diesen netzwertig.com-Beitrag. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut.

Interessant war anschließend zu beobachten, wie sich der Artikel unter den an die dpa angeschlossenen Newssites verbreiten würde. Während im Print-Zeitalter die Leser eines Zeitungstitels keinen Einblick darin erhielten, bei wie vielen anderen Blättern eine Agenturmeldung ebenfalls publiziert wurde, macht die Transparenz des Netzes dies zu einem Kinderspiel:

Rund 100 Quellen findet Google News zur Stunde - Dopplungen abgezogen - die den dpa-Bericht rund um neuartige Netzwerk-Lösungen wie diaspora veröffentlicht haben. Veränderungen oder Anpassungen wurden im Prinzip keine durchgeführt, mit Ausnahme eines Aspekts: Die Verlinkungen, die dpa unterhalb des Beitrags gleich mitgeliefert hat, behielten manche bei, andere entfernten sie absichtlich.

Dass vielen Nachrichtenangeboten das Verlinken schwer fällt, ist bekannt. Zu tief sitzt der Irrglaube, Links würden zu einem Verlust von Lesern und Aufmerksamkeit führen.

Der dpa-Artikel gibt einen schönen Überblick darüber, welche Sites der Meinung waren, die von der Agentur bereitgestellten Links weglassen zu können, und welche kein Problem damit hatten, mit Hilfe von Verweisen Lesern einen sinnvollen Mehrwert zu bieten.

Angebote, bei denen die Links entfernt wurden (Auswahl):

WEB.DE: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

Focus Online: Punkten mit Datenschutz ohne Facebook & Co

N24: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

Handelsblatt: Punkten mit Datenschutz ohne Facebook & Co

news.de: Soziale Netzwerke: Es muss nicht immer Facebook sein

CIO: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

oe24.at: Sichere Alternativen zu Facebook und Co.

Macwelt: Datenschutz: Alternativen zu Facebook und Co.

Angebote, bei denen die Links unterhalb des Artikels belassen wurden (Auswahl):

Welt Online: Punkten mit Datenschutz ohne Facebook

sueddeutsche.de: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

Frankfurter Rundschau Online: Volle Kontrolle für User: Safebook statt Facebook

Augsburger Allgemeine: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

Lübecker Nachrichten: Punkten mit Datenschutz ohne Facebook & Co

Angebote, bei denen die Links redaktionell bearbeitet und in den Text integriert wurden

Computerwoche: Punkten mit Datenschutz: Alternativen zu Facebook & Co

Welcher Gedanke geht den verantwortlichen Redakteuren wohl durch den Kopf, während sie die Links aus der Agenturmeldung entfernen?

Dass der Link zu unserem Blogbeitrag bei einer Reihe von Sites zwar vorhanden, aber durch ein überflüssiges Zeichen am URL-Ende defekt ist, kann als interessanter Nebeneffekt gesehen werden. Eine Qualitätskontrolle der Redaktionen scheint bei von Agenturen kommenden Meldungen nicht immer üblich zu sein.

(Illustration: stock.xchng)

Kommentare

  • Trenz

    03.07.10 (12:35:23)

    Hey, Glückwunsch zur dpa-Verlinkung! Das ist dann wohl der Jackpot beim Online-Marketing :) Mehr gebe es vermutlich nur noch bei einem dpa Artikel über eure Seite ;)

  • Martin Weigert

    03.07.10 (12:47:56)

    Danke. Es hat aber nicht zu irgendwelchen größeren Trafficausschlägen geführt. Fehlender und kaputter Link eben ;)

  • AlexW

    03.07.10 (13:20:29)

    Ehrlich gesagt finde ich solche Vorgehensweisen eine Frechheit. Schon in der Schule wird man verpflichtet in Hausarbeiten Quellen anzugeben und im Studium erst recht. Die Tatsache, dass ein dpa Anschluss sau teuer ist scheint für viele Redaktionen wohl die Rechtfertigung zu sein, Texte als ihre eigenen zu verkaufen. Ehrlich gesagt hätte ich jedoch eher von der Süddeutschen erwartet, dass sie den Link entfernen als von Web.de. Wie dem auch sei, Glückwunsch zum Link! Sowas kommt ja leider nicht sehr häufig vor...

  • Oliver Springer

    03.07.10 (18:01:16)

    Den Glückwünschen schließe ich mich an. Und immerhin scheinen einige große Websites die Links ja beibehalten zu haben, sodass ich das als Fortschritt werte. Ich bin sehr für das Verlinken, aber ganz von der Hand zu weisen ist die Sorge um Verlust an Aufmerksamkeit meiner Meinung nach nicht. Für den Leser ist der Link ein wichtiger Service - es nervt, Links im Zweifel in die Zwischenablage in den Browser kopieren oder gar überhaupt erst die Quelle suchen zu müssen. Wer sich für Web 2.0-Themen interessiert, könnte beim Lesen auf der einen oder anderen großen Website allerdings feststellen, hier besser aufgehoben zu sein. Ein Fachblog wie dieses ist im Verhältnis zum entsprechenden Ressort einer Tageszeitung oder eines Nachrichtenmagazins eine ernsthafte Konkurrenz.

  • xconroy

    03.07.10 (21:37:02)

    Habt ihr mal nachgefragt? Immerhin ist das Entfernen von Links eine bewußte Handlung, quasi ein "opt out", der mit einer bestimmten Motivation durchgeführt wird. Wie wärs damit, einfach mal die zuständigen Redakteure anzuschreiben und kurz, aber freundlich nachzuhaken?

  • Martin Weigert

    04.07.10 (09:21:27)

    Thx Oliver! @ xconroy Das wäre dann Material für einen neuen Artikel: "Motive der Nachrichtensites, keine Links zu setzen." Leider fehlen ja bei den Agenturmeldungen Hinweise zu den Ansprechpartnern, man müsste sich also durchtelefonieren/durchmailen, bzw. direkt mit den Chefredakteuren Kontakt aufnehmen.

  • Christian Vock

    04.07.10 (10:10:16)

    Schönen guten Tag! Sie haben in Ihrer Liste news.de als ein Beispiel für's Nicht-Verlinken aufgeführt. Ich bin der news.de-Redakteur, der den dpa-Beitrag bearbeitet hat und der Grund für das Weglassen des Links war: Ich habe ihn schlicht übersehen. So einfach ist das manchmal. Hätten Sie durch einen einfachen Anruf/Mail herausfinden können. Beim Blick auf news.de hätten sie dann sicher auch gemerkt, dass uns keineswegs "das Verlinken schwer fällt", sondern ein Prinzip der Seiten ist. Nahezu jeder Artikel auf news.de ist mit Links zu weiterführenden Informationen, darunter regelmäßig auch Seiten der Konkurrenz, versehen. Verlinken tut bei news.de niemandem weh, ganz im Gegenteil. Herzliche Grüße, Christian Vock

  • Martin Weigert

    04.07.10 (10:18:00)

    Hallo Herr Vock, danke für Ihr Feedback. Sicherlich kann man mal Dinge übersehen. Wenn Sie aber sagen, dass Links ein Prinzip Ihrer Site ist, frage ich mich, wieso es dann nicht auch ein Prinzip ist, im Text erwähnte Websites eigenhändig und grundsätzlich zu verlinken. So etwas "vergisst" man nicht einfach, wenn man der Devise folgt, dass Links elementarer Bestandteil von Onlineinhalten sind.

  • Thomas Matterne

    04.07.10 (10:36:12)

    Interessant ist vor allem die Auflistung, wer den Link raus bzw. drin gelassen hat. Bei den Entfernern sind doch einige dabei, denen man auf den ersten Blick weit mehr Webkompetenz zutrauen würde, als bei den Belassern. Damit wäre mein erster Verdacht mal widerlegt. Aus persönlicher Erfahrung würde ich aber dennoch nicht ausschließen, das dort halt auch viele eine Nachricht ins System einstellen, denen nicht klar ist was Links eigentlich sind und warum sie wichtig sind.

  • Christian Vock

    04.07.10 (10:50:26)

    Lieber Herr Weigert, ich glaube nicht, dass wir darüber diskutieren müssen, ab wann man etwas vergessen darf und ab wann nicht. Wir reden auch nicht darüber, warum Sie nicht einfach bei oben angeführten Nachrichtenseiten, die Sie kritisieren, nachgefragt haben. Sie haben das bei ihrer Recherche sicher auch nur vergessen. Einigung zur Güte: Ich werde gerne noch Ihren Beitrag auf unseren Seiten verlinken. Herzlichen Gruß Christian Vock

  • Martin Weigert

    04.07.10 (11:08:32)

    Es ging mir nicht darum, weitere Links einzuheimsen. Wäre dies der Fall gewesen, hätte ich - wie sie vorgeschlagen haben - alle möglichen Mails verschickt. Es ging mir darum, aufzuzeigen, wie etablierte Nachrichtensites mit Verlinkungen umgehen. Dazu muss ich mich nicht bei diversen Sites mühselig durchtelefonieren, um dann zu hören, dass die Links vergessen würden. Rein zufällig bei eine ganzen Reihe von Sites. Welchen Erkenntnisgewinn bringt mir das?

  • Christian Vock

    04.07.10 (11:21:22)

    Dann haben wir offenbar unterschiedliche Ansichten darüber, was zu einer Recherche gehört. Sei's drum ...

  • Martin Weigert

    04.07.10 (11:51:33)

    Nicht jeder Sachverhalt benötigt eine Recherche. Der Artikel ist eine Beobachtung mit sehr eindeutigem Resultat. Was gäbe es denn zu recherchieren? Da für mich Links ein essentieller Teil von Onlineartikeln sind, sehe ich keine mögliche Erklärung, die das Fehlen von Links rechtfertigt. Sie würden doch in der WM-Berichterstattung auch über ein schlimmes Faul eines Spielers berichten, ohne dass sie ihn dazu extra erst befragen müssen, wieso er denn in der betreffenden Situation nachgetreten hat. Niemand würde auf die Idee kommen, in dieser Situation eine vorherige Recherche einzufordern, bevor darüber berichtet wird.

  • Christian Vock

    04.07.10 (12:08:17)

    Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass eine Recherche an dem eigentlichen Sachverhalt nichts ändert. Dennoch erscheint der Sachverhalt in einem völlig anderem Licht, wenn man nach den Hintergründen fragt. Um in Ihrem Fußballbeispiel zu bleiben: Sie erinnern sich sicher noch an den Kopfstoß von Zidane im WM-Finale 2006. Dass dies ein Foul war, daran gibt es nichts zu deuten. Dass es vorher massive Beleidigungen gegeben haben soll, hat mich aber sehr wohl interessiert, um den Sachverhalt in seiner Gänze einschätzen zu können. In aktuellem Fall hat Sie das bloße Fehlen des Links aber zu einer Reihe von Unterstellungen verleitet, die zumindest in meinem Fall nicht gerechtfertigt sind. Genau deshalb halte ich Recherchen durchaus für sinnvoll. Ansonsten bleiben nur Mutmaßungen und Halbwahrheiten.

  • Martin Weigert

    04.07.10 (12:25:40)

    Es freut mich, dass sie diese Diskussion so konstruktiv weiterführen! Nehmen wir an, es war in Ihrem Fall tatsächlich ein Versehen/Vergessen, was zwar meiner Meinung nach bei Links - einem essentiellen Teil eines Onlineartikels - extrem schwer nachzuvollziehen ist - aber passieren kann es in einem von 1000 Fällen vielleicht doch mal. Also das angenommen - dann ist das in diesem Fall wohl ein Kollateralschaden und letztlich aus Ihrer Sicht großes Pech, dass neben ihnen die Mehrzahl der anderen Newssites ebenfalls keine Links integriert haben. Denn damit ist es augenscheinlich, dass entweder die Mehrzahl aller Onlineredakteure hochgradig vergesslich ist, oder dass doch ein gewisses Muster bzw. eine gewisse Attitüde zugrunde liegt. Und dann ist klar, dass sich auf dieses Thema sehr viel besser aufmerksam machen lässt, wenn man diesen Missstand in einem Artikel moniert, als wenn man einen ganzen Nachmittag verbringt, sämtliche Redakteure auf das Fehlen von Links hinzuweisen, obwohl man - meine persönliche Einstellung zum Thema berücksichtigend - von vorn herein ausschließen kann, plausible Erklärungen zu erhalten. Ich denke es liegt auch auf der Hand, welcher Ansatz eher zu einer breiten Diskussion zum Linkverhalten führt. D.h., ich versuche, Verständnis für Ihren Kritikpunkt aufzubringen, nicht vorher kontaktiert worden zu sein, bitte aber gleichzeitig um Ihr Verständnis, dass die Dimension des Nicht-Linkens (auch in Anbetracht des "Track Records" etablierter Nachrichtenportale in Bezug auf die Linksetzung) einen Zufall ausschließt und eine öffentliche Kritik durchaus notwendig und zielführend macht.

  • Jan Moniret

    04.07.10 (12:27:57)

    Hey Martin, Bin durch den besagten Artikel auf die Seite gekommen und habe die Diskussion hier gefunden. Und muss mich wundern. Feststellen, ohne zu hinterfragen und dennoch Schlüsse ziehen? Wow, das ist mal empirisches Vorgehen... Pardon, Martin, aber konstatieren, dass die Links an vielen Artikeln nicht auftauchen, ist die eine Sache. Aber mal eben ein Motiv unterstellen, ohne es wirklich zu kennen, eine andere. Und die Begründung, man müsse das nicht recherchieren, das wäre ja doch offensichtlich - nunja, so wird bei gewissen journalistischen Blättern auch vorgegangen. Mit einer "Analyse" hat das nichts mehr zu tun, Du nimmst Deinen Argumenten (die Vermutungen sind) selbst die Schlagkraft. Es fällt mir gerade schwer, Dir nicht Faulheit zu unterstellen, die entsprechenden Anrufe zu tätigen - wenn Du tatsächlich so empört bist. Und Du scheinst Dir auch nicht vorstellen zu können, dass es weitere Gründe außer Link-Angst oder Vergesslichkeit in Redaktionen geben könnte. Vielleicht sind es Layout-Vorschriften, vielleicht sind es juristische abgesicherte Link-Policies, vielleicht....? Ob das modern ist, ist eine andere Frage, aber Du hast ja schon Angst vor dem kleinen Blick über den Tellerrand. Und das führt dann dazu, dass man Dir ganz schnell unterstellen könnte, was Du oben mehrfach vorsorglich abstreitest: Dass es Dir nur um Deinen Traffic/die Hits geht, nicht um echte Kritik. Ich stelle übrigens oft fest, dass jeder die Arbeit von Journalisten beurteilt, sie aber kaum jemand näher kennt (was bis zu einem gewissen Grad normal ist). Schlimmer ist jedoch, dass die wenigsten Leute versuchen, ihr Nichtwissen zu kompensieren, was im Netz leichter ist als je zuvor (und nicht zwingend positivere Resultate bringen muss für die Journalisten). Grüße, J.M.

  • Martin Weigert

    04.07.10 (12:33:34)

    Hallo Jan, ich habe eben noch einmal einen längeren Kommentar verfasst (parallel zu deinem), siehe hier: http://netzwertig.com/2010/07/03/nachrichtensites-verlinken-tut-weh/#comment-149110 Das erklärt mein Vorgehen und sollte keine weitere Fragen offen lassen. Verlinken kann jeder. Wenn Policies oder Layout-Vorgaben das behindern, dann ist das ein Armutszeugnis (und bestätigt ja genau die im Artikel gemachte Behauptung). Wenn du zum ersten Mal davon hörst, dass große Nachrichtenportale ungern linken, verstehe ich, dass du dich wunderst. Fakt ist, dass dies eine Problematik ist, die viele Jahre existiert, und insofern für Beobachter der Entwicklung sehr bekannt ist. Deshalb behandele den im Artikel beschriebenen "Vorfall" auch nicht so, als wäre es das erste Mal, dass an Links gegeizt wird.

  • Jan Moniret

    04.07.10 (12:52:49)

    Hey Martin, ja, Du erklärst nun sehr deutlich, dass Du nicht Antworten interessiert bist und lieber Dein Halbwissen verteidigst. Interessanterweise stellst Du diese noch über das möglicih Wissen anderer Leute, ohne dieses zu kennen. Auweia... Medienwissenschaft ist Teil meines Studiums und ich durfte/musste auch Einblicke in redaktionelle Abläufe nehmen (Praktikum). Und dieser kleine Ausschnitt reicht schon, den Kopf über Deine Annahmen zu schütteln. Ich wollte nicht ins Detail gehen, schien der Mühe nicht wert und das tut es scheinbar immer noch nicht. Nur kurze Anregungen lasse ich noch da, ansonsten Dir viel Spaß beim Bockigsein ;) Glaubst Du wirklich, dass jeder einzelne Artikel per Hand eingestellt wird bzw. kompetent bearbeitet wird? Auch längere Berichte werden automatisiert von den Agenturen angeliefert und auch bei renommierten Nachrichtenseiten teils einfach "durchgeschoben". Man verlässt sich zu Teilen auf die Arbeit der Agentur - spart Geld. Und Content-Management-Systeme können automatisiert formatieren - die Agenturen schicken ja standardisierte Texte. dpa hat übrigens einen eigenen Onlinedienst, der für Porale wie web.de und ähnlichen Kram vorgefertigte Meldungen liefert. Die Meldung bei der Süddeutschen (über die ich kam), hat nicht mal ein Autorenkürzel. Die Links - die die dpa übrigens immer genau so unten dran hängt - sind noch so, wie sie dpa liefert (das habe ich selbst sehen können). Da war kein Mensch am Artikel dran. Lieber Martin, Du wetterst gegen Automaten und studentische Content-Manager, denen Linkprinzipien völlig wurscht sind. (das entbehrt einer gewissen Komik nicht :) ). Das Problem dahinter ahnst Du (simples Desinteresse oder komische Ängste bei den Reaktionen, unfähige SEO-Experten bei den Portalen) aber da dich die Ursachen nicht interessieren, kommst Du ihm gar nicht so nahe, wie Du durch ein paar Mails oder Anrufe kommen könntest. Du musst den Aufwand natürlich nicht betreiben, Du darfst auch nur klagen. Aber für Schlüsse reicht Dein Wissen einfach nicht. Grüße, J.M.

  • Christian Vock

    04.07.10 (13:27:30)

    Die Freude ist ganz meinerseits, da die Diskussion, glaube ich, sehr fruchtbar ist. Ihren Unmut über das Link-Verhalten mancher Seiten kann ich nachvollziehen, Ihre Ansichten über den Sinn von Recherchen aber nicht. Sie schrieben: "Es ging mir darum, aufzuzeigen, wie etablierte Nachrichtensites mit Verlinkungen umgehen." Das ist völlig legitim, wenn Sie es bei einer beschreibenden Darstellung belassen hätten. Stattdessen unterstellen Sie verschiedenen Seiten Gründe, ohne diese belegen zu können. Auf diese Art müssen sich Ihre Leser alleine auf Ihre gefühlten Ansichten verlassen. Wie können Sie schreiben "... von vorn herein ausschließen kann, plausible Erklärungen zu erhalten.", wenn Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, auch nur einmal nachzufragen, anstatt sich auf Ihre persönliche Meinung und Erfahrung zu verlassen? Vielleicht hätten Sie Antworten erhalten, die Sie überraschen. Sie sagen, dass Ihr Weg eher zu einer breiten Diskussion über das Linkverhalten führt. Das mag sein, aber es führt mit Sicherheit nur zu einer oberflächlichen, die niemanden weiterbringt. Kritik ist schnell geäußert, aber ja, Sie sollten sich auch die Mühe machen, diese auf solide Füße zu stellen. So viel Zeit muss sein.

  • Martin Weigert

    04.07.10 (17:14:37)

    Das mag sein, aber es führt mit Sicherheit nur zu einer oberflächlichen, die niemanden weiterbringt. An diesem Punkt sind wir offensichtlich unterschiedlicher Ansicht.

  • Martin Weigert

    04.07.10 (17:26:57)

    Jan, du zählst eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten bei den Nachrichtenportalen auf und nutzt das dann aus irgendwelchen Gründen für deren Verteidigung. Für mich ist das aber genau die Ursache allen Übels, allgemein bekannt und nichts, was noch meine Rücksicht verdient. Wer eine Nachrichtenportal betreibt, sollte in der Lage sein, bestimmte Konventionen des Netzes umzusetzen. Wer das nicht kann, verdient nicht Rücksicht oder Respekt oder übertriebene journalistische Sorgfalt von anderen, so wie du es suggerierst, sondern muss sich auf öffentliche Kritik gefasst machen. Du rechtfertigst widrige Zustände und niedrigste journalistische Standards bei der Content-Verarbeitung und -Kreation der großen Portale, erwartest aber von uns die Berücksichtigung höchster journalistischer Maßstäbe - und formulierst das in einer seltsam belehrenden Form, die mich schon wundern lässt, wie dich ein Studium mit einem medienwissenschaftlichen Teil sowie ein Praktikum in einer Redaktion auf ein so hohes Ross befördert hat. Deine Kritik nehme ich gerne zur Kenntnis, deine Argumentation ist jedoch nicht so überzeugend, wie du offenbar zu glauben scheinst.

  • Jan Moniret

    04.07.10 (18:01:27)

    Wenn es so rübergekommen sein sollte: Das war keine Verteidigung der Zustände oder der Entscheider. Ich habe nur ein paar Fakten beisteuern wollen, die nach wie vor überprüfbar sind ;) Du schaffst aber im Eingangsartikel ohne solche Fakten Unterstellungen und falsche Schlussfolgerungen und nutzt diese für öffentliche Kritik. Das muss natürlich auch kritisiert werden ;) Du sagst: Aus Angst vor Leserschwund sabotieren Medien/Redaktionen Links zu anderen Seiten. Ob das der wahre Grund ist, oder ob es eben Automatisierung, falsche Sparzwänge, unterbesetzte Wochenendredaktionen und schlichte Ignoranz der Entscheider sind, weißt Du gar nicht genau. Du willst aber dennoch mit diesen Argumenten (wer denkt sich beim Bearbeiten was dabei) diskutieren. Nagut, jetzt ist es plötzlich egal, wer das wo falsch entscheidet, die Gesamtsituation ist halt schlecht. Dein Eingangsartikel baut das Ganze dummerweise aber noch ganz anders auf. Ich weiß all das auch nicht ganz genau, habe lediglich einige konkrete Erfahrungen und vermute auch viel, aber irgendwie ist es schon mehr, als Du weißt. Das darfst Du mir als Arroganz auslegen, auch wenn es nicht um "ich bin besser" geht", sondern um Kritik an Deiner Vorgehensweise. Letztendlich blamierst Du Dich mit Deiner Argumentation mit falschen Zusammenhängen, auch wenn Dein Grundanliegen völlig nachvollziehbar ist.

  • Martin Weigert

    04.07.10 (19:45:58)

    Du kannst dich mit deinem Kommentar natürlich selbst nicht blamieren, da du offenbar nicht unter deinem wirklichen Namen kommentierst (Google kennt dich nicht). Was letztlich deine etwas persönlich werdenden Äußerungen und deine seltsame Argumentation in einem sehr fragwürdigen Licht darstellen lässt. Noch mal: Kritik ist immer willkommen, aber nicht vom hohen Ross herunter. Es geht in der aktuellen Thematik sehr wenig um "Wissen" und sehr viel um Beobachtungen über einen längeren Zeitraum und Zusammenhänge, die gut informierten Lesern von Blogs lange bekannt sind. Dass du diese Hintergrundinformationen nicht hast, ist kein Problem. Dass du deshalb (oder trotzdem) aber glaubst, alles besser zu wissen, durchaus. Insofern der Hinweis, dass deine Kritik angekommen ist, und der Tipp, etwas weniger davon überzeugt zu sein, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und wenn du das nicht sein lassen kannst, dann spiele wenigstens mit offenen Karten und kommentiere unter deinem richtigen Namen.

  • Jan Moniret

    04.07.10 (20:18:02)

    Willkommen im Internet. Beguckst Du Trenz, AlexW und xconroy auch skeptisch ob ihrer Pseudonyme? Du nennst es hohes Ross. Ich nenne es deutliche Kritik an Deine Unwillen, mit richtigen Informationen zu argumentieren. Wunschkritik kann ich leider nicht, ich muss bei den Fakten bleiben. Das ist aber jetzt ein Streit um den Streit und nicht zielführend. Ich will Dir auch kein Ablenkungsmanöver von fehlenden Argumenten unterstellen, aber auf die meinigen, konstruktiven willst du offenbar nicht mehr eingehen. Bleibt mir nur der Hinweis: Beobachtungen ersetzen Recherche nicht. Das wirst du mir jetzt auch als Arroganz auslegen, aber: Das lernen Wissenschaftler und Journalisten doch als Erstes - traue der Beobachtung nicht, sondern hole Fakten ein (Ausnahme: die empirische Methode Beobachtung). Man kann es natürlich auch ohne versuchen.

  • Matthias

    05.07.10 (09:02:12)

    Sehr interessanter Artikel und knuffige Kommentare.

  • buguser

    05.07.10 (10:01:22)

    also argumentativ fällst du jan durch! wenn ich meine praktika aufzählen täte dürfte ich mich in folge dessen multitalent nennen bei dem "fachwissen" was ich dort gesammelt habe ;) (wäre doch alles nur so einfach!) deine erfahrungen sind noch lange keine tatsachen was heissen will das martin w. sehr wohl seine texte und kommentare so formulieren kann und darf und in seinen ausführen nicht derart oberflächlich wie von dir behauptet vorgegangen ist. und sofern du bei derartigen webcrawlern gearbeitet hast müsstest du doch die vorwürfe von martin w. widerlegen können bei dem angeblichen mehrwissen (gegenüber anderen hier) welches oben so explizit betont. wir sprechen bei dem artikel net von 2 oder 3 unternehmen welche sich hier die lorbeeren einheimsen wollen sondern von einer ganzen industrie welche ums überleben kämpft (glücklicherweise gibt es auch zb oben genannte und andere ausnahmen). selbst der springer verlag hat angst und stellt auf paid content um. spätestens dann ist schluss mit dem datenklau weil die rechtsfolgen und kosten sehr viel höher ausfallen werden / würden! lächerlich ist zudem das gerade die verlagsgruppen klagewellen zb gegen google (auch ein webcrawler) oder oftmals sogar gegen kleine blogs / ähnliches üben aber selber mit ähnlichen mechanismen arbeiten um sich inhalten im web zu bedienen.

  • Gretus

    05.07.10 (11:44:39)

    Hallo, ein gutes Beispiel dafür, dass es die Onlineableger bekannter Printmedien bis heute nicht geschafft haben, eine Beziehung zu ihren Lesern aufzubauen. Schaut man sich an, wie viele Links tatsächlich entfernt wurden, ist es umso erstaunlicher, dass laut einer Studie 99% der Links aus Weblogs zu bekannten Nachrichtenseiten führen: http://www.seo-united.de/blog/internet/bloggen/das-leiden-der-blogger.htm Nachrichtenseiten verlinken keine Blogs, Blogs verlinken fast nur Nachrichtenseiten. Paradox... Grüße Gretus

  • Sascha

    15.10.10 (17:46:54)

    Manche Redakteure haben zu viel Zeit, sich hier zu ereifern, warum sie was wie gemacht haben. Machts doch einfach beim nächsten Mal besser. Dieses ewige, wir machen aber sonst auch... ist doch völliger blödsinn. und es ging dem Autor dieses Artikels auch nicht um Relinks hierher.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer