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23.07.10

Nach der CityDeal-Übernahme: Groupon setzt in Deutschland den Rotstift an

Der Euphorie folgt die Ernüchterung: Groupon setzt beim kürzlich übernommenen Berliner Startup CityDeal den Rotstift an, von "Massenentlassungen" ist die Rede.

 

Innerhalb eines halben Jahres wuchs die deutsche Groupon-Adaption CityDeal von null auf atemberaubende 700 Mitarbeiter und expandierte in zahlreiche europäische Länder. Dieser Hyperexpansion folgte im Mai die überraschend schnelle Übernahme durch Groupon - für einen Betrag im dreistelligen Millionenbereich, munkelt man.

Doch der Euphorie und dem T-Shirt-Auftritt von Groupon-Boss Andrew Mason im Berliner CityDeal-Büro folgt nun die Ernüchterung: Nicht nur in Schweden, eines der Länder, in die CityDeal vor der Akquisition expandierte, hat Groupon den Rotstift angesetzt. Auch in Deutschland scheint nun kräftig gekürzt und konsolidiert zu werden.

Einer ersten Meldung von Exciting Commerce zu Entlassungen im Vertrieb folgte soeben ein ausführlicher Hintergrundbericht vom in der Regel gut informierten Blog Gründerszene. Von "Massenentlassungen", die bis zu 25 Prozent der Belegschaft in Deutschland betreffen könnten, ist dort die Rede.

Gründerszene Redakteur Joel Kaczmarek hat unter anderem mit Betroffenen gesprochen und beschreibt folgendes sehr US-amerikanisch geprägtes Entlassungsverfahren:

"Für die Entlassungen soll ein Hotelzimmer gegenüber den CityDeal-Büros angemietet worden sein. Ein Kongresszimmer à la DSDS oder “Up in the Air”, in dem dann im Laufe von zwei Tagen Mitarbeiter am Fließband gefeuert und direkt freigestellt wurden, berichtet ein Betroffener gegenüber Gründerszene."

Ein äußerst lesenswerter Beitrag, selbst wenn abzuwarten bleibt, wie viele Groupon-Angestellte am Ende tatsächlich das Unternehmen verlassen müssen.

Laut Gründerszene arbeiten bei Groupon in den USA lediglich 300 Personen, als weniger als die Hälfte der CityDeal-Belegschaft. Die jetzt durchgeführten Kürzungen kommen somit nicht überraschend, auch wenn sie natürlich äußerst bedauerlich für alle Betroffenen sind, von denen einige angeblich erst kurz zuvor vom Konkurrenten DailyDeal abgeworben wurden.

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