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06.07.12 06:36

, von Martin Weigert

Nach dem Instagram-Boom: Polarfox bringt Fotofilter auf den Desktop

Viele Smartphone-Nutzer sind verrückt nach Filtern, um ihre Schnappschüsse mit Effekten versehen zu können. Ein deutscher Designer hat mit Polarfox eine Anwendung entwickelt, die Filter auf den Desktop bringt und den direkten Upload von modifizierten Fotos in die Cloud erlaubt.

Seit mobile Apps wie Hipstamatic und Instagram ihren Weg auf Millionen Smartphones gefunden haben, sind mit Fotofiltern modifizierte Bilder aus dem digitalen Alltag kaum noch wegzudenken. Jeder Besitzer eines modernen Mobiltelefons ist heute in der Lage, Schnappschüsse mit wenigen Handgriffen grafisch zu verändern. Auch wenn es sich womöglich nur um einen vorübergehenden Trend handelt, der uns in einigen Jahren unbegreiflich erscheinen wird, so hat die Filter-Euphorie ihren Höhepunkt nicht erreicht. Der Web- und Grafikdesigner Andre Weier sieht dies ähnlich und war der Meinung, dass nicht nur Besitzer von Smartphones bequemen Zugriff auf Fotofilter haben sollten. Also machte er sich an die Entwicklung einer minimalistischen Desktop-Software auf Adobe-Air-Basis für Windows, Mac und Linux, mit der Anwender ihre lokalen Fotos mit Effekten versehen und auf einen Schlag bei bis zu acht einschlägigen Onlineplattformen publizieren können. Polarfox war geboren. Das von Weier als Freeware angebotene Tool steht ab jetzt zum kostenfreien Download bereit. Zwar lancierte er sein Projekt im geschlossenen Beta-Stadium, aber unter diesem Link kann Polarfox direkt heruntergeladen werden.

Im Gegensatz zu vollwertigen Bildbearbeitungsprogrammen für den Desktop gibt sich Polarfox bewusst auf das Wesentliche reduziert. Klassische Bearbeitungsfunktionen wie das Beschneiden oder Rotieren von Bildern fehlen. Stattdessen stehen Filter und die dafür zum Einsatz kommenden Effekte im Zentrum der Desktop-App. Polarfox liefert zehn vordefinierte Filter, die sofort auf ein importiertes Foto angewendet werden können, und erlaubt außerdem manuelles "Finetuning" eines Filters. Als Laie würde ich behaupten, die Filter sind nicht gerade revolutionär aber erfüllen ihren Zweck.

Nachdem ein Foto nach den eigenen Vorstellungen "verschönert" wurde, kann es direkt aus der Polarfox-Anwendung bei Flickr, Picasa, Evernote, Facebook, Blogger, Posterous, Twitpic und Box hochgeladen werden. Interessanterweise erspart Polarfox-Macher Weier Benutzern die Autorisierung der App zum Zugriff auf die Benutzerkonten bei den genannten Diensten. Stattdessen macht er sich die E-Mail-Upload-Funktion zunutze, die jeder der Services bereitstellt. User tragen in den Polarfox-Einstellungen einfach ihre individuelle E-Mail-Adresse der jeweiligen Plattform ein (hier ist erklärt, wie man sie findet). Mit einem Klick lässt sich anschließend ein Foto bei einer oder mehrerer dieser Sites hochladen - per Mail, aber davon merken Anwender nichts. Natürlich kann Polarfox auch schlicht dazu verwendet werden, ein auf dem Rechner abgelegtes Foto bei einer Reihe von Onlineservices hochzuladen, ohne es zuvor mit Filtern bearbeitet zu haben.

Polarfox macht nichts, was nicht auch auf anderen Wegen vorher schon möglich war. Indem es jedoch Filter in einem leichten Tool auf den PC-Desktop bringt und eine komfortable und sichere Upload-Funktionalität bereitstellt, ohne dass Nutzer sich registrieren oder der Anwendung Zugriff auf ihre Social-Web-Accounts gestatten müssen, empfiehlt es sich als Standardlösung für alle, die beide Prozesse gerne von einer zentralen Stelle aus erledigen möchten, ohne von einer Fülle zusätzlicher Features erschlagen zu werden.

Polarfox-Entwickler Andre Weier will mit dem Dienst für sich und seine Designbüro Werbung machen. Eine direkte Monetarisierung der Software ist deshalb vorerst nicht vorgesehen, allerdings freut er sich über Spenden der Flattr-Klicks, wie er auf Polarfox-Website verkündet.

Link: Polarfox

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Kommentare: Nach dem Instagram-Boom: Polarfox bringt Fotofilter auf den Desktop

Schön, dass es auch mal eine App gibt die keine komplette Datenautorisierung benötigt. Es geht also doch.

Diese Nachricht wurde von web am 06.07.12 (07:55:17) kommentiert.

Die Filter sind aber nicht so. Warum gibt es nicht einfach Instagram für den Mac? Gibt es noch was besseres?

Diese Nachricht wurde von Andreas am 06.07.12 (08:09:54) kommentiert.

Es gibt schon seit Monaten die App Analog, quasi ein Instagram für Mac. http://www.realmacsoftware.com/analog/ Qualitativ bei weitem besser als Polarfox...

Diese Nachricht wurde von Ivo Mynttinen am 06.07.12 (11:31:37) kommentiert.
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