<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

15.04.13Leser-Kommentare

Mytaxi Dispatch: Frontalangriff auf die Taxizentralen

Das Hamburger Startup Intelligent Apps erweitert mytaxi um eine Auftragsvermittlung: Taxiunternehmen können künftig selbst Fahrten vermitteln. Im Kampf gegen taxi.eu eröffnet mytaxi damit eine weitere Front - und gibt den Zentralen die Möglichkeit, die Seiten zu wechseln.

MyTaxi_Logo_2013Kein bisschen Frieden: Das Hamburger Startup Intelligent Apps konkurriert nun auch direkt mit Taxizentralen über eine eigene, Cloud-basierte Auftragsvermittlung. Im Fokus von mytaxi Dispatch stehen Taxiunternehmer, die sich einer Taxizentrale nicht anschließen wollen. Sie können künftig zu Taxizentralen in Konkurrenz treten und ihre eigene Vermittlung eröffnen. Den Zentralen dürfte das kaum schmecken - es sei denn, sie setzen mytaxi Dispatch selbst ein.

Die Lösung der Hamburger ist damit Kriegsbeil und Friedenspfeife zugleich: Taxizentralen können nun entweder zusehen, wie in ihrem Einzugsbereich durch mytaxi Dispatch eigene Konkurrenz entsteht, oder sie werden selbst aktiv, indem sie die Cloud-Lösung zusätzlich zur bestehenden Infrastruktur oder als deren Ersatz verwenden. In jedem Falle ist mytaxi Dispatch eine Kampfansage der Hamburger an den Erzfeind taxi.eu aus Wien, der seit jeher mit den Taxizentralen zusammen arbeitet.

 

Zweikampf um den Taximarkt

Mytaxi auf der einen Seite und taxi.eu sowie die Taxizentralen auf der anderen, sind sich seit Jahren spinnefeind. Mytaxi wirft den Zentralen und Verbänden vor, innovationsfeindlich zu sein (was anfangs sicher stimmte, sich aber nach dem Erfolg von mytaxi geändert hat). Die Taxizentralen hingegen sehen ihr etabliertes Geschäftsfeld durch mytaxi bedroht. Ihr Fürsprecher taxi.eu wirft mytaxi vor, nur eigene Geschäftsinteressen im Auge zu haben und sich nicht um das Wohle von Fahrern und Taxiunternehmen zu scheren. Spätestens mit der Einführung von Dispatch wird dieser Vorwurf - faire Konditionen vorausgesetzt - im Grunde hinfällig. Mytaxi bietet Taxiunternehmen damit die Chance, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und dabei nicht mehr von einer Taxivermittlung abhängig zu sein.

Mytaxi Dispatch öffnet den Markt aber auch noch für zwei weitere Zielgruppen: Zum einen wären das Glücksritter, die nun ein eigenes Unternehmen zur Personenbeförderung eröffnen könnten. Und zum anderen würde es für Personenbeförderung anderer Art im Prinzip möglich, ebenfalls mytaxi einzusetzen, zum Beispiel Limousinenservices oder Krankentransporte. Mytaxi hat allerdings die Voraussetzungen und Preise für Dispatch noch nicht veröffentlicht. Das will man in Kürze nachholen, wenn die Beta-Phase in Deutschland, Österreich und der Schweiz startet.

Der Traum vom passgenauen Verkehrsmittelmix

Intelligent Apps geht es aber natürlich nicht nur um ein neues Geschäftsfeld und darum, die Zentralen und Verbände noch ein bisschen mehr zu ärgern als sowieso schon. Es geht auch um den Erhalt der eigenen Marktanteile. Die Taxizentralen haben aus ihren anfänglichen Fehlern gelernt. Viele bieten mittlerweile SMS-Dienste an - man erhält etwa eine Benachrichtigung, wann das Taxi eintrifft, wenn man per Handy bestellt. Außerdem ist die taxi.eu-App für iOS und Android mittlerweile konkurrenzfähig. Um Taxi Deutschland, den einstige Dritten im Bunde, ist es inzwischen sehr ruhig geworden. Das Ringen um die beste Taxi-App ist nur noch ein Zweikampf zwischen mytaxi und taxi.eu. Letztere haben mit den Taxizentralen schlagkräftige Partner im Rücken; mytaxi muss also zusehen, diesen Nachteil durch Innovationen wett zu machen.

Hierbei geht es auch um den von mytaxi-Investor Daimler propagierten Verkehrsmittelmix und den Markt neben dem zunehmend wackeligen Neuwagengeschäft. Wer ohne eigenes Auto möglichst genau von A nach B möchte, muss dabei auf mehrere Möglichkeiten wie Taxis , Mitfahrzentralen oder Carsharing zurückgreifen können. Daimler ist via mytaxi, Carpooling und Car2Go an allen drei Möglichkeiten beteiligt und zunehmend bestrebt, die Partner dazu zu motivieren, die Lösungen besser miteinander zu verzahnen. mytaxi Dispatch schafft hier bei günstigem Verlauf weitere und für die Kunden sicherere Alternativen, um Daimler beim Traum vom grenzenlosen Fahren zu unterstützen.

Update: Der Mitbewerber taxi.de weist uns darauf hin, dass man seit längerem ebenfalls eine Fahrtenvermittlung anbietet. Ferner lizenziert man diese seit kurzem auch international.

Kommentare

  • Fridhelm F.

    15.04.13 (10:58:58)

    was für ein Schwachsinn. Erst stellt sich mytaxi gegen die zentralen und nun wollen sie noch geld mit zentralen machen. Welcher Depp steigt denn bitte auf einen solchen trojaner ein?

  • Ahmad Fe

    15.04.13 (11:31:10)

    Taxisoftware ist kopiert von Taxi.de. Gibts auch schon ein paar Jahre. Wundert mich dass mytaxi software anbieten will um zentralen zu unterwandern. wer fällt bitte dadrauf rein???

  • Jürgen Vielmeier

    15.04.13 (12:24:34)

    Ihr Kommentar wird nicht glaubwürdiger dadurch, dass er von der gleichen IP-Adresse stammt wie der von Friedhelm F.

  • grossermanitu

    15.04.13 (15:50:27)

    Mir ist mytaxi sympathisch. Ohne die gebe es keine App und die taxizentralen könnten sich immer noch auch ihrem Monopol ausruhen.

  • Hans von Berg

    15.04.13 (18:07:24)

    Diese ganze Firma ist ein einziger Kasperladen. Da weiss in 7 von 10 Fällen die linke Hand nicht wo sich die rechte Hand kratzt. Einfach nur mal den Service zwischen den einzelnen Städten vergleichen, oder von Fahrer zu Fahrer. Eine einzige Farce. Am besten bucht sich ein Taxi noch immer live vor Ort.

  • Roger

    15.04.13 (19:07:36)

    Zentrale in der Cloud für kleine Unternehmer gibt es von fms schon ewig. myTaxi liefert schon lange keine Innovationen mehr, sonder kopiert mittlerweile nur mehr von fms (Vorbestellungen in der App, Zentrale in der Cloud). D.h. der Artikel ist etwas schlecht recherchiert, vielleicht sollte man sich mehr über den aktuellen Stand der Technik am Taximarkt informieren und nicht jeden Pressebericht seitens mytaxi als Innovation rausposaunen, was keine sind.

  • Jürgen Vielmeier

    15.04.13 (20:22:25)

    Von Innovation ist hier nirgendwo die Rede. Es geht um den Konkurrenzkampf der beiden marktführenden Apps. Ähnliche Lösungen mag es zuvor schon gegeben haben. Darum geht in diesem Artikel nicht. Gruß

  • Johanna

    16.04.13 (14:06:02)

    Willkommen bei der Taxi-Mafia ;-) Ich finde übrigens beide Apps nicht schlecht, da ich normal in einem Dorf lebe, ist es für mich immer ein Erlebnis in einer Großstadt via App ein Taxi zu rufen.

  • roland

    21.04.13 (22:39:29)

    jahrelang haben sich die taxizentralen auf ihrem quasi-monopol ausgeruht - zumindest in österreich... finde den kampf momentan sehr interessant, vor allem, da die monatlichen preise der zentralen für einen funk bei z.t. vielen hunder euro liegen.

  • Gerd

    02.05.13 (12:13:48)

    myTaxi stellt sich nicht gegen die Taxizentralen - im Gegenteil. Mit mytaxi Dispatch wird den Zentralen die Möglichkeit geboten, kostengünstig alle Vorteile von myTaxi zu nutzen. Um nur einen Vorteil zu nennen: Taxi bezahlen mit dem Smartphone. Ein weiteres Problem wird durch mytaxi Dispatch gelöst - Fahrtenverschiebung durch Zentralenpersonal ist nicht mehr möglich.

  • mehmet

    04.05.13 (13:45:47)

    Die Gegenstimmen sind sowieso die monopolen Taxizentralen Mitarbeiter. Über das Gps system werden die Lieblinge angerufen, somit

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer