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24.06.10

Muziic: Mächtiger Musikdienst mit ungewisser Zukunft

Muziic steckt die enorme Menge an YouTube-Musik in ein neues Gewand. Was das Vater-Sohn-Gespann hinter dem Dienst auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend.

Manche Musikangebote begeben sich auf den steinigen Weg der Verhandlungen mit den Plattenlabels. Andere verwenden einfach die YouTube-API (und weitere im Netz auffindbare Quellen), um von dort Videos und Songs zu beziehen und neu zu verpacken. Der zuerst genannte Ansatz ist aus Gründersicht zweifellos der nachhaltigere, doch Nutzern kann auch der zweite Weg viel Spaß bereiten. Wie Muziic verdeutlicht.

Muziic sammelt Songs und Alben von YouTube und bietet sie über eine elegante Oberfläche zum Streaming an. Titel lassen sich über eine zentrale, sehr schnelle Suchmaschine finden, aber auch über vordefinierte Kategorien und Toplisten zu Interpreten, Alben und aktuellen Hits.

Wer faul ist, kann aus Dutzenden Playlists wählen - von 80s über Beatles Radio bis hin zu christlichem Rock ist alles dabei. Die Bedienung ist intuitiv und erlaubt Drag'n'Drop. Songs lassen sich, sofern verfügbar, direkt über iTunes und Amazon MP3 erwerben.

Da YouTubes Fundus an Musikvideos im Prinzip unerschöpflich ist, gilt Gleiches auch für Muziic. Mit dem Unterschied, dass der US-Service, der von einem Vater-Sohn-Gespann betrieben wird, optisch sehr viel ansprechender daher kommt.

Muziic im Browser

Ein schickes Design ist eine Sache. Was an Muziic aber am meisten beeindruckt, ist das Spektrum an Features, die Vater und Sohn rund um ihren Services anbieten. Neben der Website gibt es eine Windows-Applikation, die neben Streaming auch das Abspielen lokaler Musik erlaubt, eine Facebook-Applikation, eine iPhone- und sogar eine eigene iPad-App. Ein Mac-Client und eine Android-Variante von Muziic sind in Planung.

Muziic Windows-Client

Und als wäre das alles nicht genug, enthält die Browservariante als Gimmick zwei virtuelle Plattenspieler, die über die Suchefunktion mit beliebigen Titeln bestückt werden und Mixe ermöglichen - ganz wie von realer DJ-Austrüstung gewohnt mit Crossfader, Scratch-Option und Loop-Funktion. Nur ein Beatcounter scheint zu fehlen. Der perfekte Partyspaß für alle, die einmal ihre DJ-Künste ausprobieren möchten.

Muziic DJ

Wie die zwei Muziic-Macher all dies selbst auf die Beine gestellt haben, ist mir ein Rätsel. Wir erleben so oft, dass von uns vorgestellte Startups aus Ressourcegründen die Entwicklung bestimmter Features oder Apps verschieben müssen. Und dann kommt das kleine Muziic-Team und präsentiert eine derartig mächtige "Suite" an Streaming- und Musiktools, die noch dazu gut aussieht und tatsächlich funktioniert.

Bleibt zu hoffen, dass all diese Arbeit nicht umsonst war. Denn womit sich das Muziic-Duo bisher nicht aufgehalten hat, sind zeit- und nervenraubende Gespräche mit der Musikindustrie. Doch genau das könnte ihnen zum Verhängnis werden. Während sie der Ansicht sind, nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen, streamt Muziic eine Vielzahl von Songs, die von YouTube-Usern selbst hochgeladen wurden, und bei denen entsprechend unklar ist, inwieweit sie überhaupt bei Googles Videoportal gefunden werden dürfen.

Aber selbst, wenn Vater und Sohn irgendwann auf äußeren Druck hin ihre Schöpfung zu Grabe tragen müssten, so dürften nicht wenige Webanbieter Interesse daran haben, das talentierte und effiziente Duo anzustellen. Diese Chance sollte sich kein Startup entgehen lassen!

Mit YouTube Disco besitzt das Videoportal von Google seit einiger Zeit übrigens auch eine Funktion, um Musik besser zugänglich zu machen.

via TechCrunch

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