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24.09.08

Mutig mutig: Kostenlose Fotoentwicklung mit picabee (50 Einladungen)

Mit picabee aus München können Nutzer online Fotos verwalten und sich diese kostenlos entwickeln und nach Hause schicken lassen. Die Vermarktung der Fläche neben den Fotos macht's möglich. Ein Geschäftsmodell nicht ohne Risiko.

Wenn ein junges Webunternehmen sein Geschäftsmodell ausschließlich auf der Vermarktung von Anzeigenplätzen aufbaut und darüber hinaus ein physisches Gut produzieren und deutschlandweit versenden will, ohne dafür vom Nutzer Geld zu verlangen, dann muss man dies mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten. Und trotzdem hat die Idee von picabee (gefunden bei Handelskraft) ihren Reiz. Das Münchner Startup lässt registrierte User Fotos hochladen, die anschließend kostenfrei entwickelt und nach Hause geliefert werden.

Finanzieren möchten die Gründer dieses Vorhaben durch Werbung, die am rechten Bildrand platziert wird. Außerdem erscheint unten links im Foto das Logo des werbenden Unternehmens. Um einen Auftrag entwickeln zu lassen, müssen mindestens 20 Schnappschüsse ausgewählt werden. Für die Verwaltung der Bilder stellt picabee jedem Nutzer einen Gigabyte Speicherplatz sowie eine optisch sehr ansehnliche, flashbasierte Oberfläche bereit, über die Fotos in Alben abgelegt und geordnet werden können.

Benutzeroberfläche von picabee

Ob die Rechnung des Unternehmens aufgeht, die Entwicklung und den Versand der Fotos durch Werbung zu refinanzieren und daraus ein Geschäft zu machen, muss sich zeigen. Um die operativen Kosten nicht unerwartet explodieren zu lassen, bestimmt picabee, wieviele Bilder ein Nutzer pro Monat entwickeln lassen kann - derzeit 30 - abhängig von vorhandenen Werbepartnern. Anwender müssen bei der Registrierung einige persönliche Angaben machen, die picabee zur Personalisierung der Anzeigen verwendet.

Fotos mit Werbung

Kei Nozaki, einer der beiden picabee-Geschäftsführer, verweist angesichts des üblicherweise die Gemüter erhitzenden Themas personalisierter Werbung darauf, dass Nutzerdaten weder verkauft noch weitergegeben werden. Werbepartner sind seiner Aussage nach "ausschließlich Premium-Partner wie Cisco, SonyEricsson, EA oder TUI".

Die Idee, Fotos als Werbeträger zu nutzen und auf diesem Weg das Geschäftsmodell der klassischen Fotoservices im Internet zu torpedieren, ist kreativ und mutig. Gleichzeitig birgt die aktuelle wirtschaftliche Lage zusätzliche Risiken für einen Dienst, der hundertprozentig abhängig vom ohnehin starken Schwankungen unterworfenen Werbemarkt ist. Ein vorsichtiges, stark gesteuertes Nutzerwachstum ist hier für den Anfang sehr zu empfehlen. Der aktuelle Closed-Beta-Status mit Warteliste trägt dem Rechnung.

picabee stellt netzwertig.com-Lesern freundlicherweise 50 Zugänge zur geschlossenen Beta-Phase zur Verfügung. Wer Fotos hochladen und frei Haus geschickt bekommen möchte, hinterlässt einen Kommentar unter Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse im entsprechenden Feld. Die ersten 50 werden eingeladen.

Update: Alle 50 Einladungen sind vergeben. Wer möchte, kann sich unter Angabe des Codes "netzwertig" in die Warteliste auf picabee eintragen und wird bevorzugt freigeschaltet.

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