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17.02.14Leser-Kommentare

Musikstreaming: Spotify bereitet Börsengang vor

Ein Stellenangebot deutet darauf hin, dass Spotify, der Pionier unter den On-Demand-Musikdiensten, im nächsten Jahr an die Börse will. Es ist wahrscheinlich der einzige Weg für das Unternehmen, die für das Funktionieren seines Geschäftsmodells notwendige Größe zu erreichen.

SpotifyMit Facebook und Twitter sind die zwei wohl international medienträchtigsten Börsengänge der jüngsten Zeit über die Bühne gebracht worden. Doch die nächsten IPOs mit erheblichem Unterhaltungs- und Spannungsfaktor stehen schon in den Startlöchern. Aus Sicht der deutschen Webwirtschaft hat die baldige Listung des Onlineschuhhändlers Zalando große Bedeutung. Noch 2014 soll laut Manager Magazin der Gang aufs Parkett erfolgen. Die Startup-Metropole Berlin bekäme damit endlich, wonach sie sich schon so lange sehnt: Einen milliardenschweren Exit.

Thematisch für uns noch interessanter sind allerdings die angeblichen Börsenpläne eines Onlineunternehmens, dessen Entwicklung wir seit Jahren genau verfolgen: Die Nachrichtenagentur Reuters macht auf ein Jobangebot des Musikstreamingdienstes Spotify aufmerksam, gemäß dem das schwedische Unternehmen einen Finanzexperten für seine US-Niederlassung sucht. Reuters interpretiert dies als klares Zeichen für einen bevorstehenden Börsengang in New York, vermutlich im kommenden Jahr. Die Agentur bezieht sich dabei auf die Beurteilung eines nicht namentlich genannten Juristen des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung. Die gesuchte Person werde laut Stellenbeschreibung dafür verantwortlich sein, das Startup für die Anforderungen der US-Börsenaufsicht fit zu machen, berichtet Reuters. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich das Jobangebot auf Spotifys Website nicht finden. Da nicht anzunehmen ist, dass die Nachrichtenagentur die Meldung erfunden hat, wurde das Stellengesuch offensichtlich wieder aus dem Netz entfernt. Eine gewisse Unsicherheit bleibt zwar, aber letztlich bestätigt die anvisierte Personalverstärkung, was man ohnehin vermuten konnte: Spotify sieht seine Exitoption in einem Börsengang. Unklar war bislang, wann dies geschehen könnte. Jetzt wissen wir: Eher früher als später.

Das Bestreben einer baldigen Lancierung am Aktienmarkt würde auch den jüngsten Strategieschwenk der Nordeuropäer erklären, sich vom bisherigen Fokus auf die Akquise von Bezahlnutzern zu verabschieden und stattdessen auf ein reines Anschwellen der Anwenderzahlen zu setzen (wie von Leser Helge Hinrichs treffend vermutet). Spätestens seit dem IPO von Twitter sind weder fehlende Profitabilität noch Zweifel am Geschäftsmodell Hindernisse für ein gelungenes Börsendebüt (ohne dass ich dies an dieser Stelle bewerte). Damit das Streamingkonzept zur Zufriedenheit aller Parteien - Labels, Verwertungsgesellschaften, Intrepreten, Nutzer, Spotify selbst - funktioniert, benötigt das Unternehmen eine enorme Größe. Um diese zu erreichen, ist wiederum viel Geld notwendig. Doch schon jetzt hat Spotify über 500 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Irgendwann bleibt da nur noch ein Gang aufs Parkett, sofern die Gründer und die mit 18 Prozent an Spotify beteiligten Major Labels nicht selbst alle ihre Anteile aus der Hand geben möchten. Zudem wollen die Renditeerwartungen der Geldgeber erfüllt werden.

Sofern also nicht noch irgendein Netzgigant die acht Milliarden Dollar zu zahlen bereit ist, mit denen das Unternehmen nach Informationen von Reuters bewertet sei, wird Spotify wahrscheinlich 2015 den Börsengang wagen. Investitionfreudige Musikfans rund um den Globus dürfen dann darüber nachdenken, ob sie sich ein Stück der Musikindustrie von Morgen sichern sollten. /mw 

Kommentare

  • qwertzman

    17.02.14 (20:14:47)

    yipppie, endlich wieder was zum spielen x) :D

  • Mark

    18.02.14 (10:21:27)

    Der richtige Weg um der Konkurrenz davon zu eilen...

  • Helge Hinrichs

    18.02.14 (10:30:48)

    Danke für die Blumen -- nehme ich jetzt am f&f Programm beim Going Public teil? ;)

  • Tom

    18.02.14 (15:06:37)

    und sie schreiben immer noch rote Zahlen.

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