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13.03.10Leser-Kommentare

Musikshow "Unser Star für Oslo": Wie man Aufmerksamkeit im Internet ignoriert

Nach dem Finale des Musikwettbewerbs "Unser Star für Oslo" war die offizielle Website mit allen Songs über Stunden kaum erreichbar. Gleichzeitig ließ die verantwortliche Produktionsfirma die Videos der Mitschnitte von YouTube entfernen - und verspielt damit leichtfertig die Aufmerksamkeit der Nutzer.

Gestern Abend entschied sich, wer Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten wird. Nach sieben Sendungen in Kooperation zwischen ARD und ProSieben strahlte das Erste am Freitagabend das Finale des Musikwettbewerbs aus - und übernahm damit für einige Stunden meinen kompletten Twitter-Stream. Kaum ein Tweet trug während und nach der Show nicht den Hashtag "#usfo", kurz für "Unser Star für Oslo", der Titel des von Stefan Raab initiierten Wettbewerbs.

Hatte ich bisher kein Interesse an USFO, so wurde ich nach Dutzenden von Tweets am Samstagvormittag zumindest neugierig, wie sich der Gewinnersong "Satellite" von Siegerin Lena Meyer-Landrut denn anhört. Also begab ich mich zur offiziellen Website der Show, um mir das Video zu "Satellite" anzuschauen. Doch daraus wurde nichts: Die von der Produktionsfirma Brainpool betriebene Site www.unser-star-fuer-oslo.de war über Stunden hoffnungslos überlastet. Gelang es mir dann doch einmal, zum gewünschten Clip vorzudringen, folgten nach fünf Sekunden des Streamings eine halbe Minute Nachladen, gefolgt von weiteren fünf Sekunden Musik. Das von Brainpool genutzte Content Delivery Network TV1.EU schien den Ansturm nicht gut verkraftet zu haben.

Was macht man in solch einer Situation? Man schaut bei YouTube nach, ob dieser Song dort bereits von irgendjemandem hochgeladen wurde. Wenig verwunderlich tauchte Satellite dort auf - zwar nicht in sonderlich guter Qualität, aber immerhin flüssig und ohne Überlastungsanzeichen. Wer jedoch wie ich den Ausweg über YouTube suchte, musste sich beeilen: Eine Stunde später war der Clip weg, stattdessen erhielten Besucher der URL folgenden Hinweis: "Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von Brainpool nicht mehr verfügbar."

Brainpool war also fleißig damit beschäftigt, unautorisierte Uploads der Nutzer von Googles Videoplattform entfernen zu lassen. Allein einige Zusammenschnitte der Shows beließ man bei YouTube - solche, die von Brainpool selbst bereitgestellt wurden und prominent auf die USFO-Website verweisen, wo es "alle Videos kostenlos und in voller Länge gibt".

So sehr ich Brainpools Bedürfnis, möglichst viele User auf die offizielle USFO-Präsenz locken zu wollen, auch grundsätzlich nachvollziehen kann, so schwer fällt es mir, die Gesamtsituation zu verstehen: Einerseits entfernt man Videos der USFO-Mitschnitte von YouTube und bewirbt die eigene Site - dort jedoch ist es über viele Stunden hinweg nicht möglich, die Videos überhaupt anzusehen.

Allein die Tatsache, dass die Website der Show selbst einen Tag nach dem Finale einen Zusammenbruch erlebt, ist im Jahr 2010 schon recht peinlich. Dass Brainpool und die Rechtinhaber der Titel - die ja offenbar nichts dagegen haben, die Songs kostenlos online anzubieten - dann nicht die Gunst der Stunde und die große Aufmerksamkeit am Tag nach der finalen Show nutzen und die betroffenen Clips bei YouTube lassen, zeugt von einer eingestaubten und vor allem selbstzerstörerischen Denkweise. Denn heute Abend oder in den nächsten Tagen, wenn die USFO-Website wieder stabil läuft, dann hat sich auch das Interesse an der Show und ihren Künstlern deutlich gelegt. Und Brainpool dürfte die von einer nennenswerten Zahl von Usern angebotene Aufmerksamkeit leichtfertig verspielt haben.

Kommentare

  • Garbers

    13.03.10 (16:24:21)

    Brainpool war gestern Abend sogar noch schneller: Teilweise waren neue Uploads mit dem Gewinnersong schon nach Sekunden entfernt. Anscheinend haben die sich extra Mühe gemacht und auf den automatischen Erkennungsdienst (http://www.youtube.com/t/copyright_program) von YouTube gesetzt. Der Webhoster für unser-star-fuer-oslo.de ist nach Denic-Abfrage übrigens Mesh aus Düsseldorf. Die machen auf ihrer Startseite Werbung mit dem Slogan "Kundenabwanderung verhindern" (http://www.mesh.eu/).

  • OleS

    13.03.10 (16:26:13)

    Naja, das Problem wird sein, dass brainpool auch keine kleine Firma ist und wahrscheinlich den Ansturm leider unterschätzt haben, wodurch dann die Website gekillt wurde. Und wer dann auch immer bei denen für youtube verantwortlich war, der durfte dann nicht entscheiden ob in dieser Situation die Inhalte doch bei Drittanbietern online bleiben durften . Und dann wollten sie wohl nix riskieren und habens einfach bei yt gelöscht :). Für manche Unternehmen ist das Internet einfach zu schnell.

  • Garbers

    13.03.10 (16:28:34)

    Entschuldigung, der Mesh-Slogan lautet korrekt zitiert "Kundenabwanderung & Kosten senken".

  • Paul

    13.03.10 (17:14:19)

    zeugt von einer eingestaubten und vor allem selbstzerstörerischen Denkweise. Naja, übertreib mal nicht. Dass der kurzfristige Effekt evtl. positiv gewesen wäre (während der Überlastung der eigenen Seite). Jedoch kann ich auch nachvollziehen, dass ein Unternehmen wie Brainpool seine Internetstrategie und die Wahl der Vertriebskanäle nicht untergraben möchte. Sicherlich eine eher eine politische Entscheidung, als eine rationale.

  • Jockele

    13.03.10 (17:35:59)

    Nunja, augenscheinlich ging es ja wohl darum, alle Interessierten über die den Clips vorgeschaltete Werbung zu jagen. Wer weiss, wie die zugehörigen Werbeverträge aussehen. Vlt. wurde da ausdrücklich das Verhindern der Song-Veröffentlichung über andere Kanäle vereinbart. Gut für's Geschäft - schlecht für die Sache ...

  • Siegfried

    13.03.10 (19:25:23)

    Mein Interesse ist jedenfalls nach betrachten des Brainpool-Hinweises bei yt in Nullkommanix auf Nullkommanix gesunken. Und da ich mangels Antenne auch keinen Fernsehempfang habe, wird da auch kein Interesse mehr aufkommen.

  • Paul

    13.03.10 (19:42:20)

    Welch herber Verlust für Brainpool... Womöglich hättest du sonst massenweise merchandise Artikel, CDs und Konzertkarten gekauft.

  • recipient

    14.03.10 (11:07:07)

    Ist ja lustig. Ich habe die oben geschilderte Geschichte selbst ganz genau so erlebt. Und auch meine Reaktion war exakt die selbe. Ein gutes Beispiel für das zutiefst destruktive Denken der Branche. Hauptsache, die eigenen Rechte durchgesetzt: "Wenn wir es nicht hinkriegen, dann soll es auch woanders nicht zu sehen sein." Bitte sehr. Dann eben nicht. ;-)

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (11:26:40)

    > zeugt von einer eingestaubten und vor allem selbstzerstörerischen Denkweise. Ha ha, selten so gelacht. Das Liedchen hat inzwischen bei den legalen Downloadportalen sämtliche Downloadrekorde geknackt. Ich nehme mal an, die allermeisten Internetuser können es realistisch einschätzen, dass eine Website bei ner außergewöhnlichen Spitzenbelastung auch mal in die Knie gehen kann. Die YT-Blockade ist sicherlich unschön, aber eben nicht selbstzerstörerisch - selbstzerstörerisch wäre es dann, wenn es hier um die tausendste aufgewärmte Bohlenmucke ginge. Quelle zu Downloadrekord? Mal hier ein bisschen stöbern: http://www.oljo.de/blog/

  • recipient

    14.03.10 (11:36:48)

    Es geht hier um unverständliche Automatismen und sinnlose Prinzipien, nicht darum, dass es erstaunlicherweise trotzdem(!) noch erfolgreiche Medienprodukte gibt. ;-)

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (11:47:38)

    @recipient > Es geht hier um unverständliche Automatismen und sinnlose Prinzipien Ja. Nur sollte man mit Verlaub hin und wieder auch mal seine eigenen Automatismen (vollmundiges Draufkloppen auf die - weiß Gott großflächig vorhandene - Schlechtigkeit der Musikindustrie) auf den Prüfstand stellen.

  • Andreas

    14.03.10 (11:58:27)

    Was ich bemerkenswert fand: Am Abend des Finales habe ich mal geschaut, ob und wie die beiden Finalistinnen auf verschiedenen Musikportalen präsent sind. Das Ergebnis: Lena Meyer-Landrut war auf Last.fm, Myspace und Facebook mit einem Künstlerprofil und vielen Plays, Profilaufrufen und Fans präsent. Von Jennifer Braun war auf diesen Plattformen dagegen gar nichts zu sehen. Entweder wurde also LML gezielt gepusht oder JB hat einen entscheidenen Fehler gemacht, keine Online-Präsenz zu zeigen!?

  • Christian2010

    14.03.10 (12:40:06)

    Tut mir leid, aber ich habe für die hier aufgeführten Reaktionen überhaupt kein Verständnis. Wer wirklich ehrlich ist, müsste zugeben, dass jeder mit ein bisschen Grips und Unternehmerdenken im Hirn doch genauso handeln würde. Mal abgesehen davon handelt es sich bei dem im Artikel genannten Fall tatsächlich um eine Urheberrechtsverletztung. Punkt. Ende. Aus. Edit: Dass wir für digitale Inhalte im Internet tatsächlich ein neues, zeitgemäßes Modell brauchen, steht zweifelsohne fest, keine Frage. Aber unter den aktuellen gesetzlichen Gegebenheiten stehe ich zu meiner obigen Aussage.

  • Martin Weigert

    14.03.10 (12:46:58)

    Christian, es geht ganz einfach darum, dass die Initiatoren von USFO grosses Interesse daran haben muessten, dass moeglichst viele Leute den Siegersong (und die anderen Titel) hören. Und wenn sie selbst den Ansturm nicht verkraften, koennte YouTube hier die ideale Lösung sein. Sie hätten die Clips selbst bei YouTube hochladen können, es hätte sie nicht einmal etwas gekostet. Stattdessen wird agiert wie von recipient beschrieben: “Wenn wir es nicht hinkriegen, dann soll es auch woanders nicht zu sehen sein.” Und in meinen Augen ist das einfach dumm.

  • recipient

    14.03.10 (13:05:10)

    Wir haben (Urheber-) Recht. Punkt. Ende Aus. Könnte ein offizielles Statement von Brainpool sein. ;-) Ich produziere selbst regelmäßig urheberrechtlich relevante "Werke", bin da also durchaus sensibel. Die Frage, um die es hier geht, ist aber die, ob es Sinn macht, sein formales Recht aus Prinzip immer durchzusetzen. Auch wenn man Kunden verärgert und sich damit letztlich selbst schadet. Ich halte das für ziemlich dämlich. Man darf das aber auch prima finden, das ist völlig in Ordnung.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (13:24:12)

    @Martin Weigert > Und in meinen Augen ist das einfach dumm. Was ist daran bitte per se dumm? Wenn ich ein Nobody bin, den kein Mensch kennt, dann reisse ich mich darum, dass mich in YT jemand anklickt und ich bekannt werde. Mit dem Auftritt bei USFO verhält es sich exakt umgekehrt. Den haben sehr viele gesehen, und viele wollten ihn offenbar noch mal sehen. Und von denen, die ihn nicht gesehen haben, wollten offenbar viele auch mal reinschnuppern. Hier ist der Anbieter nicht in der Position, dass er sein Produkt hektisch überall und zu jedem Preis auf den Markt werfen muss, sondern er kann sich die Verknappung durchaus leisten - wie die Zahlen der Paid Downloads eindrucksvoll beweisen. Die flächendeckende Berieselung hat übrigens längst das Radio übernommen, das den Titel bereits rauf und runter spielt. Auch hier bleibt dem Interessenten nicht wirklich etwas vorenthalten. In ein paar Tagen kann das schon wieder andersrum aussehen, aber im Moment ist gegen eine Verknappungsstrategie aus Marketingsicht überhaupt nichts zu sagen. Das dumm zu nennen, das gehört für mich zum Thema "unverständliche Automatismen". @recipient > Könnte ein offizielles Statement von Brainpool sein. ;-) Na und? Ich persönlich finde Eingriffe der Rechteinhaber auch äußerst - um mal bei eurer Begrifflichkeit zu bleiben - selbstzerstörerisch, wenn es um Remixes, Fanvideos und sonstwelche "künstlerischen" Leistungen geht, die auf so einem Clip aufbauen. Aber den Clip 1:1 in YT einzustellen - das ist eine Sache, wo ich absolut den Rechteinhaber verstehen kann, wenn er sagt: ja oder eben nein.

  • Martin Weigert

    14.03.10 (14:11:41)

    Wir haben komplett unterschiedliche Herangehensweisen: Du siehst eine Verknappung (Serverüberlastung = Verknappung? ;)) als verkaufsfördernd, ich bin überzeugt davon, dass eine möglichst große Verbreitung der Titel verkaufsfördernd wirkt, nicht eine Verknappung. Die Aufmerksamkeit der User im digitalen Zeitalter ist begrenzt, und wer in dem kurzen Augenblick, in dem viele Menschen bereit sind, ihre Aufmerksamkeit bereitzustellen, eine Verknappungsstrategie fährt, lässt in meinen Augen viel Potenzial ungenutzt.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (14:30:00)

    Eben, du unterliegst m.E. einem Automatismus, weil du Verknappung als Instrument offenbar überhaupt nicht auf deiner Checkliste hast. Angesichts deiner offensichtlichen Anbetung von von Omnipräsenz als einzig wahrem Instrument kannst du ja nur zu dem Ergebnis kommen, das wäre "ungenutztes Potenzial". Natürlich gibt es viele Beispiele, bei denen sich YT-Videos als super Promotion verwiesen haben. Aber USFO hatte gestern, heute und wahrscheinlich auch morgen noch keine Promotion nötig, das war ein Selbstläufer, nach dem sich die Leute gestreckt haben. Sogar bis zu dem Punkt, dass sie sich offenbar den Paid Download geholt haben, wenn sie halt an das frei erhältliche Dingens nicht rankamen. Insofern kann ich überhaupt nicht erkennen, dass Brainpool mit der Nichtfreigabe für YT irgendeinen Fehler gemacht oder sich gar pauschal dumm verhalten hätte. Und der Serverzusammenbruch war sicher keine geplante Maßnahme, aber geschadet hat er vermutlich weit weniger, als das hier im Eingangspost mit dem Duktus des "die sind ja so unfähig!" verbreitet wird. Wie gesagt, es gab ja Ersatz bei den Paid Download Anbietern, was vom Kunden erstaunlich freudig angenommen wurde. Und ja, natürlich kann es sein, dass es nächste Woche schon wieder besser wäre Omnipräsenz statt Verknappung zu zeigen. Das muss man sich halt von Situation zu Situation neu überlegen (alles andere ist imho kein Marketing, sondern eine Ansammlung festgefahrener Glaubenssätze). Und dann könnt ihr gegebenfalls ja immer noch auf die unfähigen Marketinghansel bei Brainpool schimpfen.

  • Paul

    14.03.10 (14:32:16)

    Dumm hin oder her. Wenn man viel Geld in die Produktion von Inhalten investiert, geht man halt bedachter mit der Wahl der Verbreitungskanäle um. Die Denkweise: Mein Server schmiert ab, komm ich lad meinen Kram bei Youtube hoch, funktioniert vieleicht bei einem Unternehmen mit 100€ Umsatz im Jahr. Für ein Unternehmen wie Brainpool ist USFO nur eines von hunderten von Projekten. Und wenn es kein Abkommen mit Youtube gibt, welches wirtschaftliche Interessen Brainpools abdeckt, wird youtube auch nicht verwendet. Egal, ob kurzfirstig dadurch ein paar User weniger den Sigersong hören. Viel schlimmer wäre es seine eigene Prinzipien zu untergraben und somit seine Position am Markt zu schwächen. Wenn ich Artikel wie diese lese, kann ich schon nachvollziehen, dass die Autoren von Netzwertig von echten Journalisten als "Schelmexperten" bezeichnet werden.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (14:36:16)

    Bevor du rückfragst, was ein Glaubenssatz ist: "Ich bin überzeugt davon, dass eine möglichst große Verbreitung der Titel verkaufsfördernd wirkt" = Glaubenssatz "Die verschiedenen Paid Downloads der USFO Finaltitel haben gestern einen bislang unerreichten Downloadrekord in Deutschland ausgelöst" = Empirie

  • recipient

    14.03.10 (15:16:37)

    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich die Vereinigung der Pressesprecher der Musik- und Filmproduzenten Deutschlands hier versammelt. Hoffentlich wird die Sonntagsarbeit wenigstens gut bezahlt. ;-) Die Nichterreichbarkeit der Server eines Anbieters mit künstlicher Verknappung zu erklären - Hut ab, darauf muss man erst mal kommen. Als Konsument wiederhole ich mein obiges Statement: Dann eben nicht. Ihr habt Recht und ich meine Ruhe. Als Marketing- und Medienmensch sage ich: Pfffft. Kaffee und Kuchen sind mir an einem Sonntagnachmittag wichtiger. ;-)

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (15:41:29)

    > Hoffentlich wird die Sonntagsarbeit wenigstens gut bezahlt. ;-) Nach "Könnte ein offizielles Statement von Brainpool sein" hatte ich schon auf so einen Spruch gewartet. Der kommt immer, wenn die Argumente ausgehen. > Als Marketing- und Medienmensch sage ich: Pfffft. Jo, das dürfte als Zusammenfassung deiner Argumentation in der Tat reichen. (Übrigens, wenn du dir die Zeit zum Lesen genommen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich nicht die fehlende Serverkapazität, sondern den Verzicht auf das hier so vehement geforderte Einstellen bei YT als Verknappung bezeichnet habe.) Tschüß, und viel Spaß noch bei der Anbetung des Internetgötzen Omnipräsenz und der Pflege sonstiger Glaubenssätze.

  • Wolf

    14.03.10 (16:00:51)

    Volle Zustimmung zu Deinen Positionen.

  • Christian2010

    14.03.10 (16:03:00)

    @recipient: Nur um das noch mal klarzustellen. Ich habe überhaupt nichts mit Pro7, ARD oder der Firma Brainpool.TV am Hut - möchte ich auch gar nicht. Im Gegenteil bin ich selbstständiger IT-Mann und als solcher eher nur zufällig auf diese Diskussion hier gekommen. Ebenso vertrete ich meinen Standpunkt, weil ich die gleichen Rechte ebenfalls für meine Arbeit/Werke einfordere.

  • Christian2010

    14.03.10 (16:07:05)

    Es mag durchaus sein, dass eine möglichst weite Verbreitung verkaufsfördernd sein kann. Offensichtlich sehen die Producer es aber nicht so. Daher kann man es nicht erzwingen und gegen bestehendes Recht verstoßen. Und sich dann auch noch beschweren geht überhaupt nicht. Ich persönlich halte auch viel vom Internet als Werbemedium (insbesondere Web 2.0 bietet viele Möglichkeiten, die bis heute noch längst nicht ausgeschöpft sind), aber es ist nicht alles.

  • Dr. Schiwago-Vater

    14.03.10 (16:43:22)

    Sucht man auf youtube nach Lena Meyer-Landrut findet man jede Menge Clips. So schnell wie die Clips nach youtube hochgeladen werden kann die Contentm...a gar nicht löschen.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (17:02:12)

    Na also, dann ist doch alles gut. Niemand zu Schaden gekommen. Nicht mal die Aufmerksamkeitsökonomie. Und im Unterschied zur These, dass sich Deutschland vom Thema abgewandt hat, nachdem es das Video zum Frühstück nicht ansehen konnte, scheint es durchaus Menschen zu geben, die sich selbst beim Sonntagnachmittagskaffee noch dafür interessieren. So viel zum hektischen "im Internet unbedingt alles sofort und jetzt und natürlich immer für lau, sonst werden wertvolle Marktanteile verspielt"...

  • Dr. Schiwago-Vater

    14.03.10 (17:10:49)

    Streisand-Effekt, Mutti.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (17:19:30)

    :) Hat das Brainpool nicht alles sehr clever eingefädelt?! Erst Verknappung durch vorgetäuschten Serverzusammenbruch und strikteste YT-Blockade. Dann, nachdem die Paid Downloads großflächig rausgehauen wurden, Lockerung der YT-Blockade und - richtig, Papa - jetzt wo der Downloadrekord eingetütet ist kann man mit einem lachenden Auge den Streisand-Effekt mitnehmen, um die Aufmerksamkeit in der nächsten Woche hochzuhalten. Raffiniert, diese Bengel, und wenn uns Martin Weigert das gleich alles so erklärt hätte, hätten wir alle früher an unserer Kirschtorte sitzen können!

  • Dr. Schiwago-Vater

    14.03.10 (17:33:53)

    Wenn Brainpool das tatsächlich so geplant hat dann aber Chapeau. So was traut man Produktionsfirmen aus deutschen Landen eigentlich gar nicht zu. Soviel Cleverness ist ja geradezu beängstigend. Wahrscheinlich hat Google auch die ganzen Hysteriker in der Lokalpresse angeheuert um ihr Streetview-Projekt erst richtig bekannt zu machen.

  • recipient

    14.03.10 (17:40:02)

    @ Dr.-Schiwago-Mutter und -Verwandte: Frieden. Im Grunde freuen wir uns doch alle zu hören, dass es unseren TV- und Musikproduzenten entgegen anders lautenden Gerüchten offenbar doch blendend geht und sie mit ihren innovativen, kundenorientierten Strategien auf dem Weg zu neuer Blüte sind. Wenn sie die gute Stimmung, die sie in ihren Programmen verbreiten, jetzt auch noch in ihre Unternehmenskulturen einfließen lassen, dann sind wir alle glücklich.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (17:53:30)

    @recipient Frieden! Und Kirschtorte! :)

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (18:47:39)

    @Papi >Wenn Brainpool das tatsächlich so geplant hat Nun, so genau werden wir das wohl nie erfahren. ;) Aber ich würde mal so sagen: Was mich am Eingangsposting stört, ist das Erwecken des pauschalen Eindrucks, da wären die absoluten Dummpratzen und Nichtdurchblicker am Werk gewesen. Ich halte jedenfalls die Entscheidung, nicht auf YT auszulagern und auch erst mal Dämme auf YT zu errichten nicht für das Ergebnis vom dumpfem Web2.0-Nichtwissen der Verantwortlichen, sondern von ziemlich wachem Nachdenken. Aus den bereits genannten Gründen war das in meinen Augen für die Phase unmittelbar nach der Finalsendung eine goldrichtige Entscheidung. Wie es sich weiter entwickelt, wird man sehen. Der eigentliche ESC kommt ja erst noch.

  • Martin Weigert

    14.03.10 (19:49:46)

    @ Dr. Schiwago-Mutter Wenn du auch sonst häufiger hier vorbeikommst, weißt du sicher, dass ich bei gewissen Unternehmens-Vorstößen (z.B. bei Google oder Facebook) ähnliche Vermutungen habe wie du im aktuellen Fall. Ich gebe aber zu, dass mir das diesmal nicht in den Sinn gekommen ist. Ganz auszuschließen ist es sicherlich nicht... Wobei dann die Frage bleibt, wie man das CDN TV1.EU überreden konnte, an der Aktion mitzumachen. Für deren Reputation ist das nicht gerade förderlich.

  • Martin Weigert

    14.03.10 (19:51:31)

    Schade, dass du deine Zeit dann hier bei uns verschwendest.

  • Christian2010

    14.03.10 (19:55:32)

    Einfach immer wieder erfrischend die Diskussioen hier :-) Das musste ich einfach mal los werden. Sorry für das content-lose Posting.

  • Dr.-Schiwago-Mutter

    14.03.10 (20:10:40)

    @Martin Weigert Schwer zu sagen, und natürlich Spekulation. Zeit zum Aufrüsten hätte man jedenfalls genügend haben müssen, denn soweit ich mich erinnern kann (ich oute mich jetzt mal als USFO-Stammzuschauer), war schon nach der Vorrunden-Sendung, in der Fräulein Meyer-Landruth zum ersten Mal auftrat, wegen der entfachten Neugier auf ihren "unkonventionellen" Gesangsstil der Server am nächsten Morgen kräftig in die Knie gegangen... Was man natürlich noch mal dazusagen muss: Das mit der Verknappung funktioniert eben auch nur dann, wenn das Produkt wirklich so interessant ist, wie es offenbar in diesem Fall für viele ist. Mit irgendeiner abgenudelten DSDS-Mucke sollte man sowas lieber nicht veranstalten, da sagt sich der Interessent wirklich zu leicht "so what, dann guck ich's eben nicht". Übrigens: Es ist schon erstaunlich, dass man mit TV und Radio (das Lied wird inzwischen im Radio rauf und runter gespielt, da die Sender im Unterschied zu anderen "Castingprodukten" keine Berührungsängste haben, es ist schließlich Raab, es ist ZDF und es ist ne "nationale Aufgabe") immer noch einen kräftigen Buzz auslösen kann. Bin jetzt zu faul, die Einschaltquoten nachzuschlagen. Aber ein paar Mio. TV-Zuschauer, wenn sie denn wirklich mal von einer Sendung "gepackt" werden, sind halt durchaus noch ne Macht... Auch im Internet-Zeitlater..

  • Martin Weigert

    14.03.10 (20:14:07)

    Eben. Und das ist die simple Erklärung für den irgendwo oben zitierten "Download-Rekord". Es sagt nichts darüber aus, ob nun eine Verknappung oder eine möglichst größe "Hyperdistribution" am Ende zu einem größeren Erfolg führen würden (wie auch immer man Erfolg definiert). Persönlich bin ich nach wie vor nicht davon überzeugt, dass eine Verknappung hier sinnvoll war (egal ob absichtlich oder versehentlich herbeigeführt) - aber das haben wir ja jetzt zur Genüge diskutiert ;)

  • dL

    15.03.10 (13:52:09)

    @recipient: Hier wird konsequent Kunde und Konsument verwechselt. Der Konsument ist wurscht; der Kunde ist der, der bei Brainpool Werbung schaltet. Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir Was", sondern bei "So Isses" ...

  • Hurkunde

    16.03.10 (19:55:53)

    Meine Aufmerksamkeit hat das ganze auch nicht. Ich wollte damit anfangen über sie zu berichten, leider geht das nur schlecht, wenn man 1. keine Bilder benutzen kann (verstösst gegen das Urheberrecht), 2. keine Musik (verstößt gegen das Urheberrecht) und 3. keine Videos/Mitschnitte, nicht mal Schnipsel. Das SUCKT! Deshalb hab ich auch seitdem nichts mehr gepostet und bin davon ferngeblieben, somit verstehe ich auch nicht das ganze Tarau, das um sie gemacht wird. Alle haben etwas Wichtiges vespielt: die Langfristigkeit von Erfolg wird nur durch Blogger aufrechterhalten, die die umsonst Werbung machen. Bis dann ^^

  • Christian2010

    16.03.10 (20:12:09)

    die Langfristigkeit von Erfolg wird nur durch Blogger aufrechterhalten, die die umsonst Werbung machen. Auf die Gefahr hin, dass ich mir jetzt keine Freunde mache: diese These wage stark zu bezweifeln. Prinzipiell ist es sicher richtig, dass Blogs/Blogger im Netz für sehr viel und langfristige Aufmerksamkeit sorgen. Allerdings gilt dies nur für Teile des Webs, die Blogosphäre nämlich. Und die ist bei allem Respekt eben nur ein Teil des großen Ganzen.

  • Jeff

    17.03.10 (23:16:17)

    >>Hat das Brainpool nicht alles sehr clever eingefädelt?! Erst Verknappung durch vorgetäuschten Serverzusammenbruch und strikteste YT-Blockade. Dann, nachdem die Paid Downloads großflächig rausgehauen wurden, Lockerung der YT-Blockade... Das wäre lediglich dann clever, wenn es nur darum ginge, Lena in Deutschland an den Mann zu bringen. Dummerweise geht es aber hier um den ESC und da macht es sich weniger gut, wenn das europäische Ausland, das unserem Beitrag Stimmen geben soll, im Jahre 2010 auf kaputte Youtube-Links trifft, die der Rechteinhaber löscht, ohne selbst brauchbare Alternativen anbietet. Brainpool versteht zweifelsohne was vom TV-Geschäft, aber im Internet-Geschäft sind es die allerletzten Stümper. Man muß sich nur mal anschauen, wie usfo.de aufgezogen wurde. Die Qualität der Streams ist für'n Arsch, auf Youtube hingegen findet man HD-Aufnahmen von allen europäischen Ländern, von Deutschland nicht, jedenfalls keine offiziellen. Es gibt keinerlei Moderation im Forum, jedenfalls bemerkt man davon nichts, jeder Dreck bleibt stehen. Lena wird mit jedem Tag schlimmer mit Schmutz beworfen von den allerletzten Vollasis und niemand schreitet ein. Das Forum ist für junge Fans, Kinder und Pubertierende eine Zumutung und irgendwas brauchbares zum Austausch für englischsprachige Nutzer wird nicht angeboten. Wir gehören zu den "Big-Four" und präsentieren uns im Internet wie ein Entwicklungsland. Wenn Lena noch das Sagen hätte, würde das Zeug sicherlich noch auf Youtube stehen, aber dummerweise hat sie nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihre Vergangenheit mittlerweile an Brainpool verkauft, wie man am Hänsel-und-Gretel-Video sieht. Der Originallink von Link2Dance wurde tatsächlich noch vom Urheber entfernt, bei den Streisand-Effekt-Uploads werden die "Urheberrechte" von Brainpool geltend gemacht. Wenn Brainpool tatsächlich Urheberrechte am Hänsel-und-Gretel-Video hätte, wäre USFO nichts anderes gewesen als eine unfaßbar gut aufgezogene virale Kampagne, in diesem Fall wäre Lena allerdings von heute auf morgen erledigt. Die Authentizität, die den Lena-Hype ausgelöst hat, wird zum Bumerang werden, sobald die Fans den Eindruck bekommen, daß es allen Beteiligten ausschließlich ums schnelle Abzocken geht.

  • Jeff

    18.03.10 (00:29:01)

    Hm, Brainpool bekommt wohl doch die Kurve und setzt nun auch auf die Verbreitung über Youtube, hier der offizielle Satellite-Link: http://www.youtube.com/watch?v=esTVVjpTzIY Wenn sie die anderen Baustellen auch noch in den Griff bekommen, wird es wohl doch was mit dem Lenazauber im Märchenwald.

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