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05.03.14Leser-Kommentare

Musikfernsehen der Zukunft: Tape.tv will mit Relaunch die vernetzten Wohnzimmer einnehmen

Fast sechs Jahre nach dem Debüt präsentiert sich der Berliner Online-Musikvideo-Pionier Tape.tv in neuer Optik und mit aktualisiertem Konzept. Dank der sich endlich bewahrheitenden Konvergenz von Internet und TV glaubt das Startup, jetzt seine langfristige Vision verwirklichen zu können.

Tape.tv

Im Rahmen des Beta-Starts der experimentellen iPhone-Anwendung Tape.tv Express wurde es schon angekündigt: Das Berliner Startup Tape.tv, bei dem sich alles um Musikvideos dreht, bereitete sich auf einen kompletten Relaunch vor. Seit gestern kann die neue Version des 2008 gegründeten Berliner Musikfernsehdienstes im Netz begutachten werden. Angekündigt wird der Start der Version 3.0 mit einer von provokativen Parolen und rotzfrechen Sprüchen gespickten Pressemitteilung. Kostprobe: "Kleine Soundwolken scheisen kann jeder. Der neue Musikfernseh-Himmel heist jetzt tape.tv."

"tape.tv ist für alle, die sich nach Musikfernsehen ohne Jamba-Klingeltone zurücksehnen."

"Endlich darf geglotzt werden, bis die Augen zufallen-­-mit Chips und Bier und allem,was dazugehört."

"Gülcan und Milka sind passe. Ab jetzt reden Phoenix, Madsen und Ed Sheeran."

Marktführerrolle muss verteidigt werden

Der kampfeslustige Ton ist kein Versehen. Zwar sieht sich das Unternehmen mit seinen 2,5 Millionen Nutzern als unangefochtener Marktführer für onlinebasiertes Musik-TV in Deutschland. Doch mit dem Markteintritt des US-Rivalen Vevo sowie der Konkurrenz durch die stetig wachsende Zahl an On-Demand-Streamingservices müssen sich die Hauptstädter ins Zeug legen, um diese Position zu verteidigen.

Das neue Tape.tv stellt eine optische sowie konzeptionelle Überarbeitung des bisherigen Angebots dar. Neben den personalisierbaren Musikvideostreams bietet Tape.tv 3.0 eine engere Einbindung von Musikern sowie eine Ergänzung um zahlreiche redaktionelle Inhalte, die in Länge und Format dem ähneln, was Menschen, die in den 90ern ihre Jugend erlebten, einst mit Musikfernsehen assoziierten.

"opulentes Dauerangebot"

Das Unternehmen um die Gründer Conrad Fritzsch und Lars Dittrich sieht sich mittlerweile als vollwertige Konkurrenz zum klassischen Fernsehen. Nutzer sollen nicht nur zu Tape.tv kommen, um ihren On-Demand-Bedarf an musikalischen Clips zu decken, sondern sich einem "opulenten Dauerangebot" hingeben, "bei dem die Fernbedienung auch mal eine Auszeit hat". Das Ziel: User dazu zu bewegen, möglichst viel Zeit bei Tape.tv zu verbringen. Dann nämlich sehen sie auch möglichst viele der Anzeigen und Inhalte von Kooperationspartnern, über die sich Tape.tv finanziert. Den Löwenanteil des Umsatzes spülen allerdings nicht standardisierte Werbemittel sondern maßgeschneiderte Brandingkampagnen großer Marken in die Kassen der Hauptstädter.

Anwender können Tape.tv also wie bisher ansteuern, um sich aktiv oder im Hintergrund von einem kontinuierlichen Stream an Clips ihrer Lieblingsinterpreten berieseln zu lassen. Alternativ präsentiert ihnen der Dienst ein redaktionelles Angebot, hinter dem über 200 mit dem Startup zusammenarbeitende Musiker und Bands stehen - sowohl vor der Kamera als auch in der Rolle von Kuratoren. Außerdem können Nutzer ihren bevorzugten Künstlern folgen, woraufhin Tape.tv sie über neue Veröffentlichungen auf dem Laufenden hält. Wie bisher spielt sich bei Tape.tv alles im legalen Rahmen ab - das Unternehmen verfügt über Vereinbarungen mit den wichtigsten Plattfirmen und agiert mit dem Segen der GEMA.

Optimiert für große Bildschirme

Neben dem (gelungenen) neuen Anstrich sowie der Erweiterung des abrufbaren Contents und Funktionsspektrums zielt die dritte Version von Tape.tv auch darauf ab, auf allen für sämtliche denkbaren Einsatzszenarien zum Einsatz kommenden Plattformen und Geräten einwandfrei genutzt werden zu können. Die Oberfläche wurde nach Aussage des Unternehmens sowohl für mobile Geräte als auch große Bildschirme von Smart TVs und Konsolen optimiert. Dies passt zu dem artikulierten Wunsch der Tape.tv-Macher, das vernetzte Wohnzimmer einnehmen zu wollen. Lange ließ die Konvergenz von Internet und Fernsehen auf sich warten, wodurch die Möglichkeiten und Reichweite von Anbietern wie Tape.tv begrenzt wurden. Doch im Jahr 2014 muten Ambitionen von reinen Webdiensten, den heimischen Großbildschirm einzunehmen, nicht mehr ganz so unrealistisch an.

Die eingangs zitierte, offensichtlich an Soundcloud gerichtete Anspielung bezüglich der "kleinen Soundwolken" sollte man übrigens nicht ganz so ernst nehmen: Mit Christophe Maire teilen sich beide Berliner Musikanbieter einen gemeinsamen Business Angel. Zudem fischen beide Dienst eigentlich in recht unterschiedlichen Gewässern. Insofern ist die Aussage wohl weniger als Kriegserklärung zu verstehen sondern stellt eher ein kreatives Wortspiel dar, mit dem das Unternehmen sich die Aufmerksamkeit von Pressevertretern sichern möchte. Das ist gelungen. /mw

Link: Tape.tv

Kommentare

  • Karlshorst

    05.03.14 (08:47:37)

    ..Das Unternehmen um die Gründer Conrad Fritzsch und Lars Dittrich...? und 2,5 Millionen Nutzern? Ziemlich gut recherchierter Artikel (not).

  • Martin Weigert

    05.03.14 (15:39:37)

    Das sind offizielle Unternehmensangaben. Wenn du mehr weißt, sei doch so nett und teile dein Wissen, statt einfach nur zu nörgeln.

  • Karlshorst

    05.03.14 (20:28:13)

    1,06Mio Dez 2013 auf agof http://www.agof.de/aktuelle-studie-internet/#aktuellestudie und Gründer sind hier zu finden: http://www.gruenderszene.de/datenbank/unternehmen/tape-tv also: kein nörgeln nur anmerken von Fakten.

  • la

    05.03.14 (20:31:09)

    http://www.stroeerdigitalmedia.de/themenbereiche/digital-entertainment/tape.tv

  • Martin Weigert

    06.03.14 (00:25:53)

    Danke. Auf http://press.tape.tv/unternehmensinfo/unternehmensprofil stehen besagte 2.5 Mio und in der Pressemitteilung zum Launch ist explizit von den zwei genannten Gründern die Rede, und nur von denen: "Für die tape.tv-­‐Gründer Conrad Fritzsch und Lars Dittrich..." Ich frag mal nach, ob es da Änderungen im Team gegeben hat.

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