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29.09.11

musicplayr: Zentrale Sammelstelle für Musik aus dem Web

musicplayr aus Köln stellt Freunden von Musik aus dem Web eine Plattform bereit, um Songs aus verschiedenen Quellen zentral zu verwalten, anzuhören und mit anderen Nutzern zu teilen.

 

Ein auf dem European Pirate Summit vorgestelltes Startup , das mir schon wegen meines generellen Interesses für neuartige digitale Musikangebote besonders ins Auge stach, ist musicplayr. In meiner Kurzbeschreibung auf Basis der fünfminütigen Präsentation von Gründer Thorsten Lüttger bezeichnete ich den in geschlossener Beta-Phase befindlichen Dienst als eine Art Twitter für Musik. Nachdem ich musicplayr nun selbst ausprobieren konnte, erkannte ich, dass dieser Vergleich ungenau ist.

musicplayr-Chef Thorsten Lüttger bezeichnet den Zweck seines noch in Köln ansässigen, demnächst aber nach Berlin umziehenden Dienstes als "Unified Listening meets Music Discovery". Mit Hilfe von musicplayr erhalten Nutzer die Möglichkeit, Playlisten mit Musik aus verschiedensten Quellen zu erstellen, die sie an einer zentralen Stellen im Browser anhören können.

Derzeit lassen sich bei musicplayr Links von YouTube, SoundCloud und MP3-Blogs sowie eigene MP3-Dateien importieren und in selbst definierten Playlisten ablegen. Musik kann direkt über den integrierten Audioplayer abgespielt werden, bei YouTube-Clips lässt sich auf Wunsch auch das dazugehörige Video anzeigen.

Neben privaten Playlisten gibt es eine öffentliche. Alle Musikstücke, die dorthin importiert werden, sind für andere musicplayr-Nutzer zugänglich. Diese können einander folgen und erhalten sämtliche von den von ihnen abonnierten Anwendern neu hinzugefügten Songs direkt in ihre musicplayr-Inbox. Diese füllt sich dadurch von Tag zu Tag mit Musikempfehlungen der abonnierten Anwender. Titel können kommmentiert und direkt in eine der eigenen Playlisten übernommen werden.

musicplayr soll also sowohl Musik aus dem Web zentral für den persönlichen Konsum sammeln, als auch als Entdeckungswerkzeug dienen.

Ich weiß nicht, ob es in dieser eher trivial klingenden Beschreibung der Funktionweise deutlich wird, aber gerade in der sozialen Komponenten sehe ich Potenzial. Vorausgesetzt man abonniert die "richtigen" Nutzer, halte ich es für möglich, dass sich mit musicplayr sehr viel gute, einem bisher unbekannte Musik entdecken lässt. Spaß hatte ich beim Ausprobieren.

Leider fehlen dem Service noch Funktionen, um die Vernetzung der User untereinander zu intensivieren. Es existiert weder eine Suchefunktion noch eine Option, um Freunde von Facebook oder Twitter zu finden. Der einzige Weg, um Kontakte zu sammeln, ist über eine Interaktion innerhalb der Site, die Liste öffentlicher Playlisten (die einer Übersicht über alle Nutzer gleichkommt) oder das Verbreiten der persönlichen Profil-URL (martinweigert.musicplayr.com ist meine - folgt mir, wenn ihr qualitative elektronische Musik mit Disco-Einschlag mögt).

Auf der Roadmap steht unter anderem die Unterstützung für weitere Quellen (z.B. Vimeo, Dailymotion), eine mobile Oberfläche und ein Genre-Tag-System.

Geld verdienen will das Startup durch kostenpflichtige Zusatzfunktionen für Power-User, die damit ihre musikalische Link-Sammlung effizienter verwalten können.

Wer gerne Musik aus dem Netz hört und diese auch gerne weiterempfiehlt, der könnte Gefallen an musicplayr finden. Wir haben 20 Einladungen zur geschlossenen Beta-Phase. Hinterlasst bei Interesse einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer validen E-Mail-Adresse im dafür vorgesehen Feld. Die ersten 20 sind dabei.

Update: Die Invites sind weg.

Bestehende musicplayr-Mitglieder können Freunde auch einladen, indem sie einen über die Site gehörten Song auf ihrer Facebook-Pinnwand publizieren.

Link: musicplayr

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