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15.07.11Leser-Kommentare

Mobilitätsnetzwerk: flinc startet seine neuartige Mitfahrzentrale

Das Darmstädter Startup flinc will Menschen mit seinem neuartigen Dienst zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten mobiler machen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Heute öffnet der Service deutschlandweit seine Pforten.

 

Nicht alle Menschen benötigen ein eigenes Auto. Gelegentlichen Bedarf an einem fahrbaren Untersatz dürfte dagegen so gut wie jeder irgendwann haben - sei es für Strecken mit schlechter ÖPNV-Anbindung, einen Wochenendausflug oder eine spontane Tour in den Nachbarort.

Das Darmstädter Startup flinc richtet sich mit seiner neuartigen Plattform zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten genau an diese Zielgruppe - sowie an alle Besitzer eines Kfz, die gerne Gesellschaft haben und einen Teil ihrer Fahrtkosten refinanzieren wollen.

Im Oktober stellten wir das damals noch nicht gestartete Projekt vor. Einige Monate später begann der Dienst - eine Ausgründung der Hochschule Darmstadt - seinen geschlossenen Testmodus . Seit dem heutigen Freitag nun kann sich jeder bei flinc registrieren und den Service ausprobieren.

In meinem damaligen Artikel über flinc hob ich die enge Verknüpfung des Produkts mit Navigationsgeräten hervor, wodurch eine Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit und abhängig vom aktuellen Standort möglich wird. Mittels der Push-fähigen iPhone-Apps von flinc und dem Partner Navigon wurde dieser Aspekt zum Launch auch partiell umgesetzt (eine Android-Applikation ist geplant, "echte" Hardwareintegrationen gibt es jedoch bisher nicht), zusätzlich bietet flinc aber auch eine sehr nett gemachte Browseroberfläche, auf der Autofahrer sowie Mitfahrer ihre geplanten bzw. gewünschten Routen ganz klassisch vorab eintragen können. flinc sucht dann nach passenden Angeboten.

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Das Ziel von flinc ist der Aufbau eines "Social Mobility Network", das nicht nur möglichst gut darin ist, Mitfahrgelegenheiten zu vermitteln, sondern auch ein Netz von vertrauenswürdigen Personen schafft - was für viele Menschen eine Voraussetzung dafür ist, sich bei Fremden ins Auto zu setzen.

Im jetzt abgeschlossenen, vier Monate andauernden Technologietest wurden 5.000 User zu flinc eingeladen, die für 465 abgeschlossene Fahrtvermittlungen sorgten. Auf der Strecke Darmstadt nach Dieburg funktionierte flinc angeblich so gut, dass Studenten und Professoren gemeinsam zur Uni gefahren sind.

Die revoltionäre Komponente der flinc-Idee stellt zweifelsohne die Echtzeit-Vermittlung von Fahrten dar, zumal darin auch das entscheidende Alleinstellungsmerkmal zu den traditionellen Mitfahrzentralen wie Mitfahrgelegenheit.de und Mitfahrzentrale.de liegt. Zum Anfang geht es aber vor allem darum, eine kritische Masse an Nutzern aufzubauen, insofern erscheint die Einbeziehung von im Vorfeld geplanten Fahrten in jedem Fall sinnvoll.

Langfristig soll mit flinc ein günstiges und gleichzeitig flexibles Verkehrssystem geschaffen werden, das neben Bahn, ÖPNV und Elektroautos zu einer neuen, umweltfreundlichen Mobilität beiträgt. Ab heute können Deutschlands Autofahrer und Mitfahrer darüber entscheiden, ob aus dieser Vision Realität wird.

Link: flinc

Kommentare

  • Terry

    15.07.11 (14:50:10)

    Die große Frage wird sein ob es flinc gelingt diese kritische Masse aufzubauen. Aktuell sehe ich keinen Mehrwert darin jemanden für 20 km mitzunehmen, da muss der Sprit vorher schon 5 EUR kosten bevor ich mir den Aufwand dafür antue. Und auf der Kurzstrecke v.a. im Großsstädten ist das Auto einfach keine richtige Alternative. Im ländlichen Bereich vielleicht schon. Nur haben die dort dann eine Smartphone und kennen flinc?

  • Mirko Lange

    16.07.11 (08:49:21)

    Guten Morgen. Schöner Artikel. Nur einen Zusatz: Es gibt nicht so etwas wie *eine* kritische Masse. Das hängt von dem jeweiligen, individuellen Mobilitäts-Netzwerk ab. Unter Umständen reichen schon 20 Leute, z.B. Oma gleichem Unternehmen oder Verein, um einen relevanten Teil der Fahrten zu vermitteln. Flinc wird sicher nicht (sofort) alle anderen Verkehrsmittel ersetzten, aber einen Teil grundsätzlich schon sehr schnell. Allerdings müssen sich die User dafür auch jeweils mit ihrem "realen Netzwerk' (Freunde, Bekannte, Kollegen, Kommilitonen etc.) auf flinc vernetzen.

  • Mirko Lange

    16.07.11 (09:01:51)

    P.S. Fast vergessen: Ich bin Teil des flinc-Teams.

  • Martin Weigert

    16.07.11 (10:02:57)

    Ja "kritische Masse" heißt ja in diesem Fall nix anderes, als dass es genug registrierte User geben muss, die auf spezifischen Strecken fahren bzw mitfahren. Egal ob diese sich nun aus dem eigenen Bekanntenkreis rekrutieren oder "Fremde" sind.

  • Mirko Lange

    16.07.11 (11:13:39)

    Hallo Martin, ja, abstrakt gesehen hast Du vollkommen Recht. Der Begriff "kritische Masse” bedeutet, dass es genug registrierte User geben muss, die fahren bzw mitfahren. Es gibt aber nicht *die* kritische Masse, im Sinne von *die eine*. Es ist im Prinzip auch egal, wieviele User flinc *insgesamt* hat. Es ist eigentlich nicht einmal wichtig, wie viele User flinc in einer bestimmten Stadt hat. Es kommt vielmerh vor allem darauf an, wieviele User *Du* in *Deinem* Netzwerk hast. Das ist der Witz an dem Konzept des "Mobilitäts-Netzwerks". Das ist wichtig zu verstehen, um flinc zu verstehen. Und in *deinem* Netzwerk ist es schon bedeutend, ob da "Freunde" drinnen sind, oder "irgendjemand". Zum Beispiel fahren nämlich alle Deine Kollegen immer zu dem gleichen Ort wie Du (Deiner Arbeitsstell). Oder die Eltern der Freundinnen Deiner Tochter im Kindergarten (eben zum Kindergarten). Oder Deine Freunde in der Fußballmannschaft (zum Verein). Oder Deine Kommilitonen (in die Uni). Und weil der Zielort immer derselbe ist, ist auch die Chance *deutlich* höher, eine Mitfahrt zu finden. Und das gilt natürlich auch von diesem Ort weg. Da ist eben der Startort immer der Gleiche. Bei flinc hat es also jeder selbst in der Hand, ob "sein persönliches" Mobilitäts-Netzwerk funktioniert. Man muss nicht "abwarten, wie sich flinc entwickelt". Und in den richtigen Konstellationen können schon 20 Leute ausreichen, um einen relevanten Teil der Fahrten mit flinc machen zu können. Aber richtig ist auch: Irgendwann werden alle "persönlichen Mobilitäts-Netzwerke" bei flinc zusammenwachsen (so zumindest ist der Plan), und DANN ist es tatsächlich für die Fahrt egal, ob das ein Fremder oder ein Freund ist. Allerdings fährt man schon lieber mit seinem Netzwerk - das ist im Allgemeinen auch sicherer und zuverlässiger ;-) Einverstanden?

  • Martin Weigert

    16.07.11 (11:15:20)

    Ok gotcha!

  • Mirko Lange

    16.07.11 (11:47:29)

    P.S. Es sollte heißen "Unter Umständen reichen schon 20 Leute, z.B. im gleichem Unternehmen oder Verein...". Die Oma hat da nichts mit zu tun (blöde Autokorrektur im Handy :-))

  • Marcus

    16.07.11 (12:28:55)

    wirklich sehr nette seite und die Idee find ich auch gut. Allerdings halte ich nichts davon alles über Netzwerke zu regeln. Warum sollte ich das tun? Ich sehe den Sinn nicht darin, denn so regele ich auch wem ich mit zur Arbeit nehme oder nicht. Ich meine klar das ist ein Weg schneller die kritische Masse zu erreichen, indem man suggeriert man braucht Freunde im Netzwerk. Damit ähnelt das friendsurance, aber ich bezweifle, dass sich das wirklich durchsetzt. Einfach für alles ein Netzwerk und eine App bin mal gespannt was da noch so auf uns zu kommt...

  • Mirko Lange

    16.07.11 (13:20:20)

    Ich meine, das anders herum ein Schuh draus wird. Netzwerke sind weder ein Selbstzweck noch etwas küntliches. Denn es gibt ja bereits die "Netzwerke" in der realen Welt. flinc will sie abbilden. Und es ist doch genau im Interesse des Users, mit *seinen Leuten* zu fahren - nicht nur, weil die ihm angenehmer sind, sondern eben auch, weil die auch dahin fahren, wo er hin will. Das kann er mit flinc realisieren. Und ja, dadurch wächst flinc auch schneller. Aber ist das verwerflich?

  • Marcus

    16.07.11 (14:18:53)

    Hi Mirko, nein natürlich nicht. Da ist nichts verwerfliches dran und ist auch nachvollziehbar. Dennoch entzieht es sich mir, warum auf einmal Alle, vornehmlich Gründer solcher Plattformen, meinen Alles online auf "fremden" Plattformen regeln zu müssen. Der Ansatz die Netzwerke, sprich fremde Personen zu verbinden macht für mich viel mehr Sinn, wenn auch dann der Unteschied zu mitfahrgelegenheit etc. geringer wird, aber meine Freunde oder Arbeitskollegen? Ne den Vorteil verstehe ich und sehe ich nicht. Da reicht es kurz anzurufen oder ne SMS fertig. Da muss nichts abgebildet werden. Alles andere finde ich komplizierter und mehr "Arbeit". Daher bin ich sehr gespannt wie sich solche Nischennetzwerke entwickeln werden.

  • Mirko Lange

    16.07.11 (14:23:03)

    Anrufen oder SMS? Echt? Jedes Mal, wenn Du irgendwohin fährst (oder willst) rufst Du alle Freunde an und fragst, ob jemand mitkommen will (oder ob jemand da hinfährt und dich mitnimmt? Whow!

  • Toto

    16.07.11 (18:18:32)

    Denke nicht dass er das so meint. Außerdem kennt man sein Netzwerk auch so. Ich weiß welche Arbeitskollege meine Strecke fahren will. Muss man sowieso vorher wissen, bevor ich die zu meinem Netzwerk hinzufüge, weil sonst macht es überhaupt keinen Sinn. Der Unterschied ist nur, dass man über euer Portal das verwalten kann, was jeder selber wissen muss, ob das Vorteile bringt. Bin auch gespannt, wie sich das so entwickelt.

  • Daniel Niklaus

    17.07.11 (00:06:42)

    Mit 17 Jahren stand ich mir vor den gut frequentierten Einkaufszentren die Füsse platt, und versuchte Leute für meine Mitfahrzentrale anzuwerben. Alle fanden es eine tolle Idee, aber jeder hatte einen guten Grund, warum es bei ihm nicht funktioniert. Trotz grossem Presseecho und vielen Schulterklopfern hatte ich nach drei Monaten in der Region Ostschweiz (ca. 150'000 Leute) nur etwa 90 Anmeldungen. Das war noch vor dem www. Euer Ansatz Mirko hat den entscheidenden Vorteil, dass ihr Daten sammelt und aufzeigen könnt, bei wem die Fahrten funktionieren. Ich bin aber unsicher, ob ihr noch eine Runde zu früh seid. Installiert ein Kunde die App, kann es durchaus längere Zeit gehen, bis er adäquate Vorschläge erhält. Der unmittelbare Nutzen ist so relativ klein. Vermutlich braucht es mehrere andere Applikationen, bei denen die Kunden von GPS-Daten abgeben profitieren. Ich drück euch aber die Daumen!

  • Mirko Lange

    17.07.11 (06:25:28)

    Danke :-)

  • Profi Fahrer

    14.12.11 (10:03:17)

    Hallo zusammen, mit großem Interesse verfolge ich das Startup von Flinc. Wie es ein Blogposter schon geschrieben hat, kurze Strecken sind eher uninteressant für Viel-Fahrer/innen. Wegen 2 Euro nehme ich ungern jemanden mit bzw. steht der Aufwand in der Kommunikation zur Relation der Einnahmen? Außerdem frage ich mich wie ein Team von mehreren Leuten bei dem eher unkommerziellen Thema Mitfahren (die User in der "Szene der billigen Mobilität" sind extrem geizig und wollen alles kostenlos haben) langfristig finanzieren möchte. Nun gut bei Mitfahrgelegenheit.de und Mitfahrzentrale.de ist es ja schon zum Standard geworden, dass man bei fast! oder bei jedem Besuch der Webseite einen Werbe Film Layer eingeblendet bekommt. Das finde ich schon eine sehr aufdringliche Form Werbungen zu schalten. Die Finanzierung über Prozente an Mini Mitfahrpreise ist nicht optimal da bei einer Transaktion von 2€ ~10% Provision = 0,20€ "minus" Gebühr vom Payment Provider. Mfg, Profi Fahrer

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