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02.09.14

Mobiles Bezahlen: Apple, bitte erlöse uns

Apple wird in der nächsten Woche neben einem neuen iPhone auch einen Bezahldienst vorstellen. Nach Jahren der ständigen Enttäuschungen wäre es zu wünschen, wenn ein Mobile-Payment-Vorstoß endlich Erfolg mit sich bringt.

PaymentsIn einer Woche wird Apple auf einem Event im kalifornischen Cupertino “endlich” ein neues iPhone sowie vielleicht (vielleicht aber auch nicht) weitere Gadgets vorstellen.

Doch viel mehr als auf die Hardware bin ich auf den laut einhelligen Medienberichten geplanten mobilen Bezahldienst gespannt, der ebenfalls am 9. September der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Laut jüngsten Meldungen sind mittlerweile alle wichtigen Kreditkarten-Institute, also Visa, MasterCard und American Express, als Partner mit an Bord. Es ist wahrlich an der Zeit, dass es einem Anbieter gelingt, dem mittlerweile fast schon leidigen Hypethema “Mobile Payments” endlich in der Realität zum Durchbruch zu verhelfen. Obwohl es seit Jahren die Fachpresse dominiert, dutzende Initiativen von Startups und etablierten Webkonzernen hervorgebracht hat und in der Theorie auch durchaus viele Vorteile für Verbraucher und Händler bietet, ist bisher nicht viel passiert. Die Fragmentierung des Marktes auf Anbieterseite, der aus Konsumentensicht fehlende Mehrwert bisheriger Lösungen sowie die mangelnde Akzeptanz bei Händlern haben mobiles Bezahlen zu einem Dauerbrenner unter den Technologie-Trends gemacht, die seit einer gefühlten Ewigkeit in scheinbar greifbarer Nähe sind, aber doch nie wirklich in der Gegenwart ankommen.

Apple konnte es nun richten. Wobei das Klammern an die Kalifornier als letzter Strohhalm gleichzeitig das Rezept für die nächste potenzielle Enttäuschung liefert. Denn anders als bei bisherigen Produktrevolutionen wie dem iPod, dem iPhone oder dem iPad, ist Apple bei Zahlungen auf diverse Partner angewiesen, die eigene Interessen verfolgen. Diese Firmen, darunter die Kreditkarteninstitute und andere Player des Finanzwesens, sind sich ihrer bedeutsamen Rolle in dem Segment bewusst. Apple wird somit aller Wahrscheinlichkeit nach zu diversen Kompromissen gezwungen sein.

ReadWrite wirft eine Reihe von relevanten Fragen zu einem Payment-Service von Apple auf. Regulatorische Auflagen, Sicherheitsstandards sowie Kundenservice für Händler sind einige der Punkte, in denen das Unternehmen nach fremden Regeln spielen muss, anstatt eigene zu schreiben. Traditionell aber war Apple immer dann besonders revolutionär, wenn es existierende Konventionen und Strukturen umgehen konnte.

Insofern ist es wahrscheinlich am besten, die Erwartungen möglichst niedrig zu halten. Andererseits sind die bisherigen Errungenschaften von Rivalen derartig bescheiden, dass gar nicht viel erforderlich ist, damit Apples Payments-Lösung im Vergleich als Erfolg gelten kann.

Jedes Mal, wenn ich nach einer Joggingrunde, einem Besuch im Fitnessstudio oder in einem eiligen Moment etwas im Supermarkt kaufen möchte, wünsche ich mir, dass ich mit dem Mittel zahlen kann, das ich im Gegensatz zu meiner Geldbörse immer zur Hand habe: mein Smartphone. Wenn Apple es schafft, diese zu verwirklichen, dann ist das eine Leistung, die dem Meilenstein des iPhones in nichts nachsteht. /mw

Grafik: infographic concept of purchasing product via internet, Shutterstock

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