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12.10.12

Mobiler Fernsehkonsum: dailyme erspart Nutzern stockende Streams

Das mobile Streamen von Fernsehinhalten hat einige Nachteile. Das Berliner Startup dailyme umgeht diese, indem es Inhalte über WLAN herunterlädt und sie offline verfügbar macht.

Egal ob in der Bahn, im Wartezimmer oder auf dem Laufband im Fitnessstudio - manche Menschen mögen es, unterwegs auf dem Smartphone ihre Lieblingsserie anzuschauen oder sich über das Tagesgeschehen zu informieren. Doch instabile mobile Datenverbindungen, niedrige monatliche Trafficlimits und ein Mangel an für mobile Geräte optimierten Medienangeboten verderben diesen Spaß leicht. Mit dailyme existiert ein Dienst aus Berlin, der sich dieser Problematik annimmt.

Bereits im Jahr 2008 gründete Holger Schween die Self Loading Content GmbH und entwickelte dailyme, das heute als kostenfreie App für iOS, Android und Windows Phone angeboten wird. Das Produktversprechen ist dabei so simpel wie überzeugend: kostenlos die beliebtesten Sendungen, Videos und Podcasts in bester Qualität auf Smartphones zu bringen - und zwar dann, wenn eine WLAN-Verbindung besteht, damit beim Betrachten unterwegs nicht Ruckler und Abbrüche das Sehvergnügen trüben.

dailyme bietet eine Reihe von bekannten Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender, der Marken der ProSiebenSat.1-Gruppe sowie einiger Spartenkanäle. Über den Katalog können einzelne Sendungen abonniert werden, woraufhin die App mit dem Download der jeweils aktuellsten Folge - oder bei Serien mit der ersten Episode - beginnt. Ergänzt wird das Contentportfolio durch Videopodcasts von einschlägigen Onlinemagazinen wie Macwelt, Golem.de oder Chip Online. Ganz neu im Angebot sind außerdem 14 Sendungen der BBC, etwa die Sitcom Coupling sowie das Seriendrama Spooks - momentan nur in einer synchronisierten Fassung, aber die Originalton-Varianten sollen folgen.

Sobald ein Programm vollständig auf das Smartphone heruntergeladen wurde, kann es von dort aus lokal angeschaut werden. Sind neue Folgen verfügbar, werden dies automatisch nachgeladen. Wer möchte und ein großzügiges monatliches Traffickontingent besitzt, kann diesen Prozess auch für die mobile Datenverbindung aktivieren. Als Standardeinstellung ist der 3G-Download jedoch deaktiviert.

Alle Inhalte mit Ausnahme der öffentlich-rechtlichen Programme werden von Pre-Roll-Werbespots begleitet, die Einnahmen daraus teilt sich dailyme mit den Sendern, die zudem durch den Erwerb der Inhalte von dailyme entlohnt weden. Auf die Frage, ob das Startup profitabel sei, antwortete Marketing-Managerin Dorothea Koch mit einem vieldeutigen "Sagen wir mal so: Es läuft ganz gut". Knapp fünf Millionen Videos schauen dailyme-Nutzer derzeit jeden Monat, die App erreicht auf den drei Plattformen zusammen rund 250.000 Anwender pro Monat in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

dailyme beschränkt sich auf einen konkreten Use Case und macht dies überzeugend. Auf der Roadmap steht deshalb auch vor allem eines: weitere Contentpartner zu akquirieren. Größtes Manko der Anwendung ist ihr Design, das eher altbacken wirkt. Da sind Smartphone-Nutzer mittlerweile anspruchsvollere Oberflächen gewöhnt. Aber das dürfte sich lösen lassen.

Link: dailyme

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