<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

17.01.14Leser-Kommentar

Mobiler Einkaufsbegleiter: Stocard will mehr, als nur Kundenkarten zu ersetzen

Die App des Ludwigshafener Startups Stocard wurde mittlerweile mehr als zwei Millionen Mal heruntergeladen. Die Gründer wollen den Dienst zu einem mobilen Einkaufsbegleiter ausbauen.

StocardSeit dem Sommer 2011 arbeiten die Macher des Ludwigshafener Startups Stocard an einem großen Ziel: Die Milliarden im Umlauf befindlichen Kundenkarten auf diesem Planeten aufs Smartphone zu bringen. Und bislang läuft es für die drei Gründer David Handlos, Björn Goß und Florian Barth sowie ihr Team auch ziemlich gut: Das Unternehmen, das von dem Trio noch während des Studiums gegründet wurde, hat gerade die Marke von zwei Millionen Nutzern durchbrochen. Diese haben ihre Geldbörsen um mehr als zehn Millionen Plastikkarten erleichtert. Mehrere zehntausend Menschen laden sich pro Woche die App herunter. Wieviele User Stocard aktiv verwenden, verrät das Startup nicht.

Stocards für iPhone und Android angebotene App steht bislang in zehn Ländern zur Verfügung (Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritanien, Irland, Italien, Spanien, Kanada, Australien und Neuseeland verfügbar) - und ist laut Aussage von Marketingchef Timo Koch Marktführer in sämtlichen dieser Regionen, was die Zahl der Downloads angeht. Nach Ansicht von Koch kein Wunder, da keiner der Wettbewerber mit der Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit von Stocard konkurrieren könne. Im deutschsprachigen Raum bieten unter anderem bonusmagnet und mobile-pocket ähnliche Dienste an. Stocard

Auch Apples mit iOS 6 eingeführte Passbook-Funktion konnte Stocards Wachstumskurve trotz anfänglicher Bedenken nichts anhaben. Ein Grund dafür: Nahezu alle wichtigen Kunden- und Bonuskarten lassen sich bei Stocard in digitaler Form festhalten. In Deutschland sind die 300 wichtigsten standardmäßig integriert, "exotischere" Karten können manuell hinzugefügt werden. Nach Eingabe der Kundennummer produziert die Anwendung einen Barcode, der an der Kasse des jeweiligen Geschäfts eingescannt wird. Gemäß Timo Koch gibt es keine Akzeptanzprobleme mit derartigen digitalisierten Karten - im schlimmsten Fall funktioniert das Abscannen des Barcodes nicht richtig, woraufhin das Kassenpersonal die Kundenummer manuell eingeben muss. Mit der Zeit werden aber alle veralteten Kassensysteme, bei denen dieses Problem auftritt, ausgetauscht, erklärt Koch. Bewertungen von vier bis fünf Sternen im App Store und Google Play Store legen nahe, dass tatsächlich eine flächendeckende Akzeptanz zutrifft.

Momentan konzentriert sich das 14-köpfige Stocard-Team auf quantitatives Wachstum, sprich mehr Nutzer und mehr Märkte. Ein großes Risiko gehen die Süddeutschen damit nicht ein, denn das Geschäftsmodell ist implementiert und kann bei Bedarf schnell ausgeweitet werden: Stocard kooperiert mit Handelsunternehmen und Ketten, denen es die Möglichkeit einräumt, Kunden sehr zielgerichtet in der App exklusive Angebote, Coupons und Produktkataloge zuzusenden. Einige entsprechende Kampagnen hätten erste Umsätze generiert, so Koch. Derzeit laufen Gespräche über Partnerschaften mit großen Einzelhändlern in der D-A-CH-Region.

"Wir wollen Kundenbindung mobil machen", so beschreibt Koch die Vision von Stocard. Die App soll sich für Kunden zum "praktischen Einkaufsbegleiter" entwickeln, der "alle Treueprogramme verwaltet, Geld sparen hilft und weitere Vorteile bietet". Derartiges haben sich freilich schon gefühlte hundert andere Startups und Onlineservices in der Vergangenheit auf die Fahne geschrieben. Stocards Ansatz über die existierenden Plastikkarten aber könnte sich am Ende als der effektivste Weg erweisen, um dieses Ziel zu erreichen. /mw

Kommentare

  • Holger

    17.01.14 (15:02:04)

    Eine Alternative zu dieser App ist mobile-pocket von bluesource aus Österreich. http://www.bluesource.at/portfolio-item/mobile-pocket/

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer