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05.03.12Kommentieren

Mobile Kommunikation: mysms erweitert seine cloudgestützte SMS-Plattform

Während Chat-Apps sowie seit neuestem auch die Netzbetreiber selbst an der SMS sägen, treibt der aus Österreich stammende Dienst mysms die Entwicklung seiner cloudgestützten SMS-Plattform voran.

 

Die Hoch-Zeit der SMS ist mit ziemlicher Sicherheit vorbei. Zwar nimmt die Zahl der versendeten Kurznachrichten noch immer zu, doch gleichzeitig brechen den Netzbetreibern die Umsätze weg, weil viele SMS nun im Rahmen von Flatrate-Abos versendet werden. Und immer mehr webbasierte Chat-Apps, von WhatsApp und Pinger über Facebook Messenger bis zu iMessage, laufen mit ihren multimedialen, interaktiveren und die Geldbörse schonenden Ansätzen der in vielerlei Hinsicht limitierten SMS den Rang ab. Gleichzeitig feilen die Mobilfunker momentan selbst am SMS-Nachfolger "Joyn" aka RCS-e - mit offenem Ausgang .

Doch all das hindert mysms aus dem österreichischen Graz nicht daran, die eigene SMS-Plattform weiterzuentwickeln. Wir hatten den 2010 von Martin Pansy und Elfriede Zettl unter dem Dach des SMS-Portals sms.at gegründeten Dienst im Dezember vorgestellt . Während die Mehrzahl der in den letzten Monaten und Jahren entstandenen Apps die SMS möglichst zu umgehen versucht, möchte das Unternehmen aus der Alpenrepublik den plattformübergreifenden Versand und Empfang von SMS über Smartphone, Tablet, PC-Browser, Windows sowie Mac erlauben - synchronisiert und gestützt durch die Cloud.

Android steht im Vordergrund

Der Dienst bietet dazu diverse kostenfreie Apps und Erweiterungen an, über die weltweit SMS für 0,08 Euro versendet werden können (die Kommunikation zwischen mysms-Nutzern ist gratis). Anders als beim Konkurrenten yuilop läuft dies über die vom jeweiligen Provider bereitgestellte Mobilfunknummer, über die Nachrichten mittels der mysms-Anwendung verschickt und empfangen werden. Im Zentrum steht die eng ins Betriebssystem integrierbare Android-App. Das iPhone-Pendant ist dagegen im Funktionsumfang beschränkt und bisher nicht in der Lage, SMS in der mysms-Cloud und damit über andere Geräte zugänglich zu machen.

Das mysms-Team orientiert sich für sein Produkt am eigenen Slogan „SMS anywhere, anytime & on any device". Über eine API stehen die wichtigsten Funktionen auch externen Entwicklern zur Verfügung.

Integration anderer WebSMS-Anbieter

Mit einer aktuellen Neuerung unterstreichen die Grazer ihren Anspruch einer übergeordneten SMS-Plattform: Ab sofort können Nutzer der Android-App ihre Kurznachrichten auch über einen der zahlreichen anderen WebSMS-Anbieter (z.B. sipgate, GMX, freenet) verschicken. Dazu installieren sie die jeweilige Connector-App aus dem Android Market, um anschließend ihre mysms über den externen Dienst und zu dessen Konditionen zu versenden. Parallel gliedert mysms das eigene Versandtool aus seiner Android-App aus, dies kann nun wahlweise als Connector hinzugefügt werden.

Für manche netzwertig.com-Leser mag die ganze SMS-Thematik und damit auch das Treiben von mysms altbacken klingen. Mittelfristig und im Kontext des zu erwartenden Bedeutungsverlusts der SMS werden die Österreicher gezwungen sein, den bisherigen Fokus auf das cloudbasierte SMS-Management zugunsten der Integration anderer Kommunikationswege aufzugeben. Dank des klaren Plattformansatzes allerdings sollte dies kein so schweres Unterfangen sein - sofern der Tag kommt, an dem Services wie WhatsApp oder Apples iMessage eigene APIs anbieten. Ob das geschieht, steht in den Sternen.

Link: mysms

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