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09.05.14

Mobile Kleinanzeigenmärkte Stuffle und Shpock: Warum mir die Wahl leicht fällt...

Wenn zwei Apps nahezu identische Funktionen bieten und das gleiche Problem lösen, können sie sich für Nutzer störende Fehler absolut nicht leisten. Bei den mobilen Kleinanzeigenmärkten Stuffle und Shpock fiel mir die Wahl daher leicht.

Shpock &amp; StuffleIm deutschsprachigen Raum gibt es zwei ernstzunehmende mobile Kleinanzeigenmärkte, die auch hier ihren Sitz haben: Stuffle aus Hamburg und Shpock aus Wien. Bislang hatte ich noch nie Bedarf, diese Dienste, die das unkomplizierte, zeitsparende Verkaufen von Kleidung, Gadgets oder anderen Gegenständen per Smartphone ermöglichen, in der Praxis einzusetzen. Doch das änderte sich kürzlich, als ich für eine gebrauchte Stereoanlage aus den frühen 90ern einen Abnehmer suchte. Warum nicht einmal ausprobieren, ob die "mobilen Flohmärkte" tatsächlich etwas taugen, dachte ich mir.

Also lud ich mir beide irgendwann einmal für netzwertig.com getesteten, dann aber mangels aktiven Einsatzes gelöschten Apps auf mein iPhone herunter und machte mich daran, ein Inserat für meine Technics-Hifi-Anlage zu kreieren. Ich begann mit Stuffle, ganz einfach weil das Startup aus Norddeutschland zuerst da war und Shpock sich zu seinem Debüt stark von der App aus Hamburg inspirieren ließ. Doch weit kam ich nicht.

Wie man es macht macht man es falsch

Denn noch während der Erstellung der Annonce hinderte mich ein lästiger Fehler am Weitermachen: Es gelang mir nicht, einen Preis festzulegen. Egal welche Währung ich wählte, egal ob mit Nachkommastellen oder ohne, egal ob ein Betrag von 0, 50 oder 100. Das Problem trat sowohl bei deutscher als auch englischer iOS-Systemsprache auf. Entnervt gab ich auf und widmete mich Shpock. Dort war das Anlegen der Kleinanzeige kein Problem.

Begrenzte Fehlertoleranz heutiger Nutzer

Angesichts der hohen Austauschbarkeit zwischen Stuffle und Shpock ist ein Erlebnis wie das geschilderte für Nutzer prägend. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das nächste Mal direkt Shpock aufrufen werde, fällt denkbar groß aus. Ich hatte die Unverzeihlichkeit, mit der User in der heutigen App-Überfluß-Gesellschaft eine neue Anwendung ausprobieren, mit dem Begriff "Zehn-Sekunden-Regel" beschrieben. Schafft es eine App nach zehn Sekunden nicht, einen neuen Nutzer von sich zu überzeugen, ist die Person so gut wie für immer verloren.

Im App Store liegt die durchschnittliche Bewertung von Stuffle bei guten vier Sternen. Die aktuellste Version wurde jedoch nur mit drei Sternen bewertet, allerdings nur von sechs Usern. Es ist unklar, inwieweit mein Fall eine Ausnahme oder die Regel ist. Bei einem Test auf einem anderen Gerät trat der Bug nicht auf, und auch bei dem Startup konnte man das Problem nach meinem Hinweis nicht reproduzieren.

Laut Unternehmen ist die App für iOS7 und das iPhone 5 optimiert - ich nutze jedoch ein 4S (mit der aktuellsten iOS-Version). Es wäre seltsam, wenn die "Optimierung" für iPhone 5 abgesehen von eventuellen, das Format der Darstellungen betreffenden Anpassungen das iPhone der Vorgänger-Generation komplett von der Teilnahme ausschließe würde. Eine derartige Hürde ist technisch nicht notwendig, zumal Stuffle erst 2015 mit Profitabilität rechnet und es sich damit eigentlich nicht leisten kann, potenzielle User zu verprellen.

Was ausgezeichnete Software vom Rest unterscheidet

Erst war ich mir nicht sicher, ob ich das Problem hier beschreiben sollte. Was, wenn ich der einzige Nutzer auf der Welt bin, bei dem der Fehler auftritt? Oder was wenn er auf irgendeine falsche Einstellung meinerseits zurückzuführen ist? Doch selbst wenn dies so wäre: Bei keiner anderen, bereits einige Jahre alten und damit gereiften App erinnere ich mich an Problem wie dieses. Meiner Ansicht liegt der Unterschied zwischen ausgezeichneter Software und dem Rest genau darin, dass selbst unter speziellen Voraussetzungen und Konfigurationen keine unerwünschten Effekte dieser Art auftreten. Insofern bin ich von Stuffle etwas enttäuscht.

Auf meine Anzeige bei Shpock gab es übrigens keine Rückmeldungen. Aber das hat wohl damit zu tun, dass eine über 20 Jahre alte Stereoanlage heute niemanden mehr interessiert. /mw

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