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15.02.11Leser-Kommentare

Mobile Empfehlungsplattform: Dailyplaces will Qype, Yelp und foursquare herausfordern

Dailyplaces ändert seine Ausrichtung und tritt ab sofort als mobile und soziale Empfehlungsplattform für Orte auf - mit Check-In-Funktion, Like- und Dislike-Button sowie spielerischen Elementen.

 

Startups, die sich an neuen Ideen versuchen, müssen stets eine gewisse Geduld mitbringen. Nicht immer reichen einige Monate aus, um genau abschätzen zu können, ob die eigene Entwicklung zu einem nachhaltigen Erfolg werden könnte. Manchmal gelingt der Durchbruch nicht sofort, ist aber womöglich nur eine kleine Justierung, eine Feature-Anpassung weit entfernt.

Dem gegenüber stehen die vorhandenen, zumeist begrenzten Ressourcen. Während Geduld auch in Startup-Kreisen eine Tugend ist, können es sich die wenigsten Firmen leisten, über Jahre hinweg an ihrer Idee zu feilen, ohne auf signifikante Erfolgserlebnisse (= schnelles Nutzer- oder Umsatzwachstum) zurückblicken zu können. Zum richtigen Zeitpunkt die Reißleine zu ziehen, will gekonnt sein.

Die Frankfurter Dailyplaces GmbH entwickelt sich zum Spezialisten, was die Repositionierung und das Nachjustieren betrifft. Der gleichnamige Dienst startete ursprünglich mit der Vision des " GPS-basierten Microbloggings ", entfernte sich dann jedoch von diesem schwer greifbaren Slogan und ging eher in die Richtung des Bookmarkings von Orten (meine Umschreibung).

So richtig zufrieden scheinen die Macher des Startups aus Frankfurt aber auch mit dieser Richtung nicht gewesen zu sein, weshalb sie Dailyplaces einem erneuten Relaunch unterzogen haben. Der Dienst tritt ab sofort als mobile und soziale Empfehlungsplattform für Orte auf. "Wir positionieren uns hier klar gegen Qype, Yelp und deren anonyme Bewertungen mit langen Texten", so Stefan Pohl, der bei Dailyplaces für Marketing und Kommunikation verantwortlich ist.

Das Herzstück von Dailyplaces ist wie bisher eine iPhone-App (eine Android-Anwendung befindet sich gerade im Alpha-Stadium, Tester können sich hier "bewerben"), die nun Elemente von Location Based Services à la foursquare mit denen von Empfehlungsplattformen kombiniert.

Nutzer können anderen Anwendern folgen, bei Orten in der Umgebung einchecken, diese durch einen Klick auf einen Like- oder Dislike-Button in aller Kürze bewerten und mit Fotos sowie kompakten Kommentaren versehen. Sämtliche Aktivitäten lassen sich bei Facebook und Twitter publizieren.

Dailyplaces zielt nicht auf eine möglichst höhe Anzahl anonymer Empfehlungen und Bewertungen ab, sondern strebt besonders qualifizierte Bewertungen an. Dass sich User jedoch allein dafür registrieren, um einen unangemessen positiven oder negativen Kommentar zu hinterlassen, kann auch Dailyplaces nicht verhindern.

Um das Nutzerengagement zu erhöhen, wurden zudem Spieleelemente in die App integriert: Für Aktivitäten gibt es so genannte Credits, mit denen virtuelle Anteile an Orten erworben werden können, die bei Check-Ins dort zu einer "Dividende" führen und User im Dailyplaces-Ranking aufsteigen lassen. Parallelen zu Location-Diensten mit Gaming-Komponente wie SCVNGR oder MyTown sind offensichtlich.

Das überarbeitete Dailyplaces wildert in verschiedensten Sektoren gleichzeitig. Like- und Dislike-Buttons für Orte sind sicherlich nett, aber ob es reicht, eine Reihe bekannter Social-Web- und Location-Gimmicks in eine iPhone-App zu werfen, um damit im umkämpften Markt der Empfehlungs- und Location-Services zu bestehen, ist bei weitem nicht garantiert. Dazu braucht es vor allem einen Hype. Die Frage ist, ob die Androhung Ankündigung dafür ausreicht, bis zum Erreichen von einer Million Nutzern jeden Montag einen vom Dailyplaces-Team gesungenen Song bei YouTube zu veröffentlichen.

Link: Dailyplaces

Kommentare

  • Alex

    15.02.11 (17:52:09)

    Habe mir vor kurzem mal Qype unter die Lupe genommen. Als Applikation ist es einwandfrei. Leider habe ich immer noch die Frage im Vordergrund, was für ein Problem jeweils gelöst wird. Bei so vielen verschiedenen neuen Applikationen... Geotagging hin oder her... muss ich noch nach solchen Problemen suchen... Allerdings hätte man dasselbe wohl über Facebook gesagt... Kommt Zeit kommt Rat.

  • Stefan

    15.02.11 (18:11:29)

    Hallo Alex, prinzipiell ist unser Motto "Your friends know where to go" und wir wollen Dir dabei helfen, dass Du z.B. in einer fremden Stadt ein Restaurant findest, das gut zu Dir passt. Dabei nutzen wir Empfehlungen von Freunden, da Du denen wahrscheinlich mehr vertraust, als anonymen Bewertungen oder einer Suchmaschine. Außerdem macht es ja auch Spaß zu sehen, wo Freunde schon mal waren und wie sie es dort fanden. Wir bemerken bei unseren Nutzern allerdings, dass die Plattform ganz unterschiedlich genutzt wird. Einigen macht das Spiel Spaß und sie checken aus diesem Grund mit großer Ausdauer ständig und überall ein. Andere wollen tatsächlich einfach schnell mal eine "Bewertung" für einen Place abgeben und sich darüber eventuell auch einen bestimmten Ort merken. Und wieder andere nutzen Dailyplaces als Kommunikationstool, um Freunden - aber auch anderen Nutzern - zu zeigen wo sie gerade sind und wie schön es dort ist oder was sie dort gerade tun.

  • Manuel

    15.02.11 (19:00:23)

    Wenn schon ein Entwickler mitliest, kann ich meine Kritik auch kurz anbringen. Bin gerade die Android-Anwendung in der Schweiz am testen. Was mich stört sind die sehr vielen verfügbaren Orte. Wahrscheinlich wurden verschiedene Datenquellen importiert, aber die Redundanzen nicht genau genug erkannt. Ein paar Beispiele: im kleinen Dorf Densbüren werden sehr viele Orte gefunden. Unter anderem jede Bushaltestelle. Ok, kann Sinn machen, wenn man dort Leute treffen will. Die "Burgruine Urgiz" ist zwei Mal vorhanden, einmal unter "tourist information", einmal unter "ruins". Der Berg "Strihen" ist als "peak" erfasst, zusätzlich noch als "Strihen - Pt. 866.7" unter "tourist information". Der Pass "Staffelegg" ist zusätzlich erfasst als "Staffelegg Parkplatz" uws. Finde ich etwas schade, denn so sieht man ja nur immer die Hälfte der Beiträge zu einem Ort. Aber kann ja noch werden, ist sicher eine riesen Aufgabe so viele Orte zu erfassen!

  • Kuuzo

    15.02.11 (19:40:21)

    Ich habe mir die APP auf dem iPhone installiert und finde den Ansatz zwar gewagt (Dislike Funktion) aber dafuer auch mutig. Diese Blabla Bewertungstexte bei Yelp, Qype und Co. schrecken mich eher ab eine Bewertung zu erstellen. Ich fühlte mich da etwas verloren wenn ich nur ein "Lecker" bei einem Restaurant schreiben will und zu mehr fehlt mir die Energie. Wenn es Dailyplaces schafft mich über das Game zu vielen Likes und Dislikes zu ermuntern, dann finde ich den Ansatz sogar richtig cool? Warum ist der Artikel so nüchtern? In den USA bei TC wuerde man sowas pushen - siehe Foursquare- und bei uns in D kommt immer erstmal nüchterne Berichterstattung.

  • Stefan

    15.02.11 (20:26:58)

    Hallo Manuel, wir nutzen bei den Places die Daten von Open Street Maps. Du beschreibst natürlich exakt das Problem: Es ist immer schwer zu definieren, welche Daten redundant und welche wichtig sind. Am Ende wählt der Nutzer dann aber wahrscheinlich den Place aus, an dem schon Daten vorhanden sind.

  • Martin Weigert

    16.02.11 (01:17:50)

    Das ist das Schicksal bzw. die Herausforderung eines Late Movers (der zudem durch verschiedene Transformationen gegangen ist) - wenn man zuvor schon X Location-Apps/Empfehlungsapps mit Check-In, Gamification-Elementen etc gesehen hat, dann ist es nicht mehr so einfach, spontane Begeisterung zu entwickeln.

  • Klaus

    16.02.11 (13:31:09)

    ich hab die iphone app getestet und wenn ich ehrlich bin - ich werde nicht ganz schlau draus. es ist einiges durcheinander: wieso kann ich post und tips anlegen? wozu genau ist die public timeline? public timeline wo von eingentlich? ich dachte es geht um location based services? die app hat zwar eine menge an funktionalität aber total falsch "verpackt". grafisch ist es auch nicht so mein fall.

  • ich

    01.06.11 (08:12:02)

    Womit wird denn hier das Geld verdient ? Mit Verkauf der bewegungsdaten an Sammler?

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