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06.08.13Kommentieren

Meinungen, Kritik, Ideen: Croking konfrontiert Marken mit öffentlichen Kundenreaktionen

Konsumenten machen stetig Erfahrungen mit Marken. Beim Dienst des Heidelberger Startups Croking sollen diese zur Diskussion gestellt werden und Unternehmen zu Reaktionen bewegen.

Tag für Tag interagieren Verbraucher mit diversen Marken und Unternehmen. Dabei machen sie positive und negative Erfahrungen. Viele Konsumenten haben das Bedürfnis, ihre Erlebnisse in öffentlicher Form kundzutun und auf diese Weise bei der Verbesserung der jeweiligen Dienstleistungen und Produkte mitzuhelfen. Das jedenfalls glaubt das fünfköpfige Gründerteam des Heidelberger Startups Croking. Seit dem heutigen Dienstag können Nutzer auf der Plattform der Badener Meinungen und Ideen zu beliebigen Marken publizieren.

Ziel der Croking-Macher Joshua Meadon, Daniel Brunnett, David von der Leyen, Reto Stuber und Dylan Meadon ist die Errichtung einer Community, in der die Kunden von Markenanbietern sowie die Unternehmen miteinander in einen Dialog treten und kritische Anmerkungen, Lob sowie Verbesserungsvorschläge von Konsumenten in strukturierter und öffentlich einsehbarer Form diskutieren. Im Mittelpunkt des zum Debüt ausschließlich in englischer Sprache angebotenen Dienstes stehen sogenannte "Crokes". Ein "Croke" ist eine Meinung oder eine Idee zu einer spezifischen Marke. Crokes werden über das zentrale Eingabeformular auf der Website angelegt und enthalten den Namen einer Marke, einen kurzen Text sowie eine grundsätzliche Sentimentbewertung mittels lächelndem oder traurigem Smiley.

Croking

Crokes erscheinen auf dem Croking-Profil der jeweils thematisierten Marke und bringen verschiedene Elemente der Interaktion mit: Sie können bewertet, kommentiert und im Social Web geteilt werden. Aus den Bewertungen, die Nutzer für erstellte Crokes erhalten, generiert Croking eine auf ihrem Userprofil sichtbare "Influencer Score". Verantwortliche von Marken soll diese dabei helfen, schnell zu identifizieren, mit welchen Meinungen und Ideen sie sich besonders auseinandersetzen sollten. Aus der allgemeinen Stimmungslage der Croking-Community hinsichtlich einer Marke resultiert die "Brand Score", die auf den Markenprofilen sichtbar ist und Nutzern einen sofortigen Überblick über die Popularität einer Marke gibt (Beispiel RyanAir).

Die Heidelberger hoffen darauf, dass die Markenunternehmen sich an der Debatte beteiligen und aktiv auf die Meinungen und Ideen der Community eingehen, die dann die Reaktionen der Firmen bewerten können. Das gesamte System ist darauf ausgelegt, Brands zur Partizipation zu bewegen, wodurch für User die Anreize erhöht werden sollen, ihre Erfahrungen mit und Hinweise an Firmen bei Croking zu publizieren.

Das Startup bedient sich hierfür eines durchaus effektiven, aber kontroversen Mittels, nämlich Brandjacking. Indem es für von Nutzern kommentierte Marken automatisch über Suchmaschinen indexierte Profilseiten anlegt, auf denen nach und nach Anmerkungen von begeisterten oder verärgerten Kunden eintrudeln, zwingt es Marken ab einer gewissen Relevanz regelrecht dazu, sich zu beteiligen. Diese Rechnung kann aufgehen, aber auch Irritation und Anfeindungen mit sich bringen. Im besten Fall sorgt das jedoch für zusätzliche Publicity für das junge Unternehmen, das argumentieren kann, nichts anderes zu machen, als Verbrauchern eine Plattform zu bieten, um Marken zu bewerten, zu kritisieren und zu huldigen.

Die fünf Gründer haben Croking ungefähr ein Jahr lang im Bootstrapping-Verfahren, also mit eigenen Mitteln, entwickelt und planen, mit Zusatzdienstleistungen für Unternehmen Geld zu verdienen. Das Übernehmen eines Brandprofils durch die jeweilige Marke sowie die Interaktion mit Nutzern soll immer kostenfrei angeboten werden. Optional werden Firmen laut Co-Founder David von der Leyen die Möglichkeit erhalten, Analysefunktionen sowie exklusive, zeitlich begrenzte Hervorhebungen von Markenprofilen erwerben können.

Croking macht sowohl konzeptionell als auch vom optischen Erscheinungsbild her einen attraktiven Eindruck. Das Kunden gerne öffentlich ihren Ärger oder ihre Freude über Produkte und Dienstleistungen verkünden, lässt sich täglich bei Facebook und Twitter beobachten. Entscheidend für den Erfolg von Croking wird sein, inwieweit sich die Mechanismen zur Steuerung von Diskussionen sowie zur Bewertung von Meinungsführern und Markenpopularität als effektiv erweisen und Nutzer sowie Marken dazu bewegen, tatsächlich etwas mehr Zeit auf der Site zu verbringen.

Leser von netzwertig.com können Croking bereits testen. Das Startup gewährt auf der Login-Seite Einlass über den Invite-Code "crokingfriends". /mw

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