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14.03.14Leser-Kommentar

Mein Wunsch an @twitter: Eine Funktion, um Tweets an einzelne Personen zu schicken

Regelmäßig weise ich einzelne Personen gezielt auf Tweets hin, die in meiner Twitter-Timeline auftauchen. Doch oft weiche ich für die Empfehlung auf andere Kanäle oder Konkurrenzprodukte aus. Besser wäre, wenn es dazu innerhalb des Dienstes eine Funktion gäbe.

TwitterMehrmals pro Woche und manchmal sogar mehrfach pro Tag stoße ich in meiner Timeline auf Tweets, die ich unbedingt ausgewählten Personen zugänglich machen möchte. Meist versende ich sie per E-Mail, gelegentlich verschicke ich den Link zum Tweet auch per Facebook-Nachricht. Gerade fiel mir auf, wie seltsam es eigentlich ist, dass mich Twitter zu solchen Umwegen zwingt. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die Empfänger dieser manuell von mir geteilten 140-Zeichen-Nachrichten meist selbst aktive Nutzer des Microbloggingdienstes sind. Aus diesem Grund wünsche ich mir von Twitter die Einführung einer nicht öffentlichen "Send Tweet to a follower"-Funktionalität. Die Implementierung könnte folgendermaßen aussehen: Beliebige Tweets lassen sich mit einem Klick und unkommentiert direkt aus der Timeline heraus an einzelne Twitter-Anwender senden. Voraussetzung ist, dass sie einem folgen. Die betreffenden Tweets erscheinen nicht in der Timeline des Absenders sondern in der Timeline des Empfängers mit dem Vermerk "Shared with you by..." - entweder sofort, oder wenn sich der betreffende Nutzer das nächste Mal bei Twitter einloggt. Zudem landen alle von anderen mit einem geteilten Tweets im Tab "Benachrichtigungen". Alternativ könnten sie auch einen eigenen Menüpunkt "Shared with you" erhalten.

Blicken wir auf die Implikationen einer solchen Funktion: Für mich als Nutzer würde damit das manuelle Teilen von Tweets deutlich einfacher werden. In der Folge wäre mit einer Zunahme meiner Aktivität zu rechnen. Dem Empfänger meiner geteilten Nachrichten blieben meine E-Mails, Facebook-Mitteilungen oder Twitter-Direktnachrichten (die ich wenig nutze und über die auch selten Meldungen erhalte) mit Verweisen zu Tweets erspart. Stattdessen würden von anderen geteilte Tweets chronologisch im entsprechenden Tab sowie nach dem Öffnen in der Timeline auftauchen und damit zu einem Zeitpunkt auf dem Radar des Users erscheinen, in dem er oder sie ohnehin Bereitschaft zur Informationsaufnahme via Twitter signalisiert. Twitter selbst würde von gesteigerter Anwenderaktivität profitieren, die gut zur Positionierung als Instrument zur Verbreitung von Nachrichten und Informationen passt. Zudem zwänge das Unternehmen Nutzer nicht indirekt zum Teilen des Tweets über einen anderen Kanal.

Nicht ideal wäre das beschriebene Feature, wenn der designierte Empfänger eines Tweets keine regelmäßige Aktivität bei dem Service aufweist. Wenn ich aber von meinem eigenen Use Case ausgehe, so habe ich einen kleinen Empfängerkreis im Visier, bei dessen "Mitgliedern" ich ganz gut über die Twitter-Anwendungsmuster Bescheid weiß.

Möglicherweise könnte man das Feature auch für den parallelen Versand von Tweets an mehrere User aktivieren. Eine Limitierung der maximalen Zahl wäre sicher sinnvoll, ebenso wie die Bereitstellung einer Blockieren-Option für Empfänger, die durch Tweet-Empfehlungen von Personen genervt werden, denen sie jedoch nicht entfolgen möchten.

Ich sehe wenig, was Twitter von der Entwicklung einer derartigen Funktionalität abhalten würde. Sicherlich erhöht ein spezifischer Kanal innerhalb Twitter, der für das aufwandslose, persönliche Teilen von Tweets gedacht ist, die Komplexität des noch immer recht simplen Angebots. Doch bedenkt man, dass das kalifornische Unternehmen sowohl ein Wachstumsproblem hat als auch Schwächen bei der "Stickiness" zeigt, so bleibt seinen Machern eigentlich nichts anderes übrig, als das aktuelle Produkt aufzubohren. Ich glaube, das von mir vorgeschlagene Feature würde gut zu Twitter passen, das Engagement der User erhöhen und sich auf Dauer zu einem Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen sozialen Netzwerken entwickeln können.

Was sagt ihr zu dem Vorschlag? /mw

Kommentare

  • m

    16.03.14 (11:19:29)

    Das alles funktionierte unter der Vorraussetzung, dass alle anderen an Informationen der anderen interessiert sind. Das ist aber bekanntermassen nicht der Fall. Die Leute wollen nicht hören, was andere zu sagen haben. Sie wollen teilen, was sie selbst sagen meinen zu müssen. twitter ist wie alle anderen networks eine ego maschine. Bin erstaunt, dass dieser Sachverhalt hier bei netzwertig nicht bekannt ist. In der Folge ist mitnichten mit einer Zunahme an Aktivität zu rechnen sondern wohl eher mit Banner-Blindness und aktivem deaktivieren der Funktion, soweit angeboten.

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