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15.10.08Kommentieren

medienlese.com am Kiosk: Neue Bremer Zeitung eingestellt

Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit vier Premieren, anderthalb Abgängen und einer doppelten Portion Kritik.

Extra zur Buchmesse – und als PDF im NetzWillkommen zur ersten Ausgabe von "medienlese.com am Kiosk" – vielleicht unserer neuen regelmäßigen Serie über das Geschehen auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt. Anmerkungen und Kritik herzlich willkommen!

Premiere

Messe-Zeitung: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt eine eigene tägliche Zeitung zur Buchmesse heraus – die es auch als PDF im Internet gibt.

Neues Heft für Familien: Der Süddeutsche Verlag bringt das Familienmagazin SZ Wir am 5. November vorerst einmalig an den Kiosk. Eckdaten: 100 Seiten, 3,50 Euro, 130.000 Auflage. Den Inhalt verantwortet Dominik Wichmann, seit 2000 Chefredakteur des SZ Magazins. Mehr dazu bei kress.

Nachtrag: Ein Frauenmagazin ohne Hausfrauen-Konditionierung und Diät-Wahn kommt am 20. Oktober an den Kiosk. Das Missy-Magazine will über Popkultur, Politik und Style mit feministischer Haltung berichten – weil auf dem Spielplatz Popkultur-Journalismus sich zu 80 Prozent Junges tummeln.

Richtig ausgehen: Die Schweizer Gratiszeitung 20 Minuten bringt zusammen mit Annabelle und dem Ausgehportal tillate.com ein neues People-Magazin heraus. 20 Minuten Friday soll ab 31. Oktober am Freitagabend kostenlos verteilt werden. Die Startauflage beträgt 137.000 Hefte.

Abgang

Kein Platz für Celebrity: Die kürzlich erst in Celebrity Style umbenannte Zeitschrift wird nur noch zweimal im Jahr erscheinen – damit begräbt der Verlag MVG den Monatstitel praktisch. Zuletzt lag die Auflag bei rund 155.000 Heften, schreibt Werben & Verkaufen.

Bremen allein mit alter Zeitung: Die neue bremer zeitung wurde nach nur zwei Ausgaben wieder eingestellt, berichtet die taz Nord. Das Anzeigengeschäft sei zu schlecht gelaufen. Mit der wöchentlichen Regionalzeitung wollten die Journalisten Alexander Schnackenburg und Jens Fischer das Zeitungsmonopol des Weser Kuriers durchbrechen. Eine Nullnummer lag bereits im Juli 2006 am Kiosk.

Zeitschriften-Auflage steigt und sinkt: Nach den gerade veröffentlichen IVW-Zahlen für das dritte Quartal hat die Gesamtauflage aller deutschen Zeitschriften um 0,4 Prozent zugenommen. Ohne die 20 erstmals erfassten Titel ging die Auflage um ein Prozent zurück, berichtet der Kontakter nach Berechnungen von Werben & Verkaufen.

Meinung

Schelte für Dummy: In der Süddeutschen Zeitung ärgert sich Jonathan Fischer über die aktuelle Ausgabe des Gesellschaftsmagazins Dummy und wirft Herausgeber Oliver Gehrs Narzissmus vor. Zur Diskussion um den Titel, der zunächst "Neger" heißen sollte und schließlich in "Schwarze" geändert wurde, schreibt Fischer: "Rassismus wirkt nicht weniger verletzend, wenn der Autor sich selbst für einen Linken hält. Dummy, hält Gehrs dagegen, hätte schon immer provozieren wollen. Aber ist Provokation sich selbst genug? Warum dann nicht das Juden-Heft 'Itzigs' titeln oder das Türken-Heft 'Kanaken'?"

Häme für den Kulturspiegel: Eine Fotomontage von Angela Merkel ziert nicht nur eine Alte Ausgabe der Dummy, sondern auch den aktuellen Kulturspiegel. Im dummyblog lästert Florian: "Es kostet nichts. Es sieht aus wie nichts. Und es enthält unter Garantie keine Geschichten, die man nicht schon irgendwo anders gelesen hat."

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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