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08.04.07Kommentieren

medienlese - der Wochenrückblick

Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Mitbetreiber von bildblog.de, wurde in eine höchst interaktive Sendung bei n-tv eingeladen. Mit SMS und Mails konnte man sich direkt in die Diskussion einschalten. Einsendungen wie "Niggemeier und sein Bildblog sind auch nicht besser als die Bildzeitung", "In Chats und Foren sind doch nur Leute, die im echten Leben keine Freunde haben", "YouTube ist besser & lustiger als alles, was am Fernsehen läuft, inkl. n-tv", "TV ist tot, es lebe das Internet", "Das Internet ist voller Profilneurotiker und Geltungssüchtigen" und "Wer das Second Life dem 'First Life' vorzieht, ist einfach nur DUMM!" wurden so während der über halbstündigen und von mehreren Experten an Laptops mit Internetanschluss begleiteten Sendung eingeblendet. Die Moderatorin, Leo Busch, fragte ihn sorgenvoll aus nach den gefährlichen Bloggern. Es war nicht auszumachen, ob die in die Sendung eingeladenen Zuschauer dafür bezahlt wurden, sich wie an einer Beerdigung zu verhalten oder ihr Verhalten der Langeweile des Themas zuzuschreiben war. Hätte nicht Niggemeier ab und zu gelacht, man hätte meinen müssen, da werde ein Thema wie Kinderprostitution oder Euthanasie verhandelt. Ein direkt hinter dem Eingeladenen platzierter Zuschauer trug ein abwechselnd todernstes und todtrauriges Gesicht sowie ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift "Das Internet lügt".

Die alte Woche lief aus mit einem Aprilscherz von Claude Longchamp, der mit der Neuigkeit, dass Weltwoche-Journalist Urs Paul Engeler als Berner Stadtpräsident kandidiert, aufwartete. Doris Fiala, Präsidentin der Zürcher FDP, und ebenfalls unfreiwillig in den 1. April geschickt, sagte: "Man glaubts ja gar nicht, wie blöd die Leute sein können". Nachdem dann alle ihre Aprilscherze erklärt hatten, erzählte Keith Richards, er habe seinen Vater gesnifft, was alle dankbar abschrieben, nur um die Meldung kurz darauf wieder zu dementieren. Keiths Manager sagte: "Das war nicht ernst gemeint. Er hat das nur so hingeworfen." Auch Mario Sixtus sagte , an anderer Stelle und in anderem Zusammenhang: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?"

Der 19jährige Informatiklehrling Kevin Witschi wurde von der Kantonspolizei Bern um sechs Uhr morgens mit einem Hausdurchsuchungsbefehl abgeholt und inklusive fünf Dreamboxen DM-500C auf die Polizeistelle befördert. Dort wurde er gefragt, ob er eine schwere Kindheit hatte. Blogger entdeckten Interviews und befragten sich alle gleichzeitig und gegenseitig. Fünf falsche Freunde tauchten auf und bald wieder ab. Die Welt erklärte der Welt, dass es nicht reicht, jung und hübsch zu sein, um im Internet erfolgreich zu sein und hasste ausserdem Eisbärbub Knut. SonntagsBlick-Chefredaktor Marc Walder bezichtigte das Facts der Lüge und spreeblick.de wurde 5. TV Today recycelte Titelbilder. Blick Online schaffte es, dass sich am 03.04.2007 kurz vor Mitternacht die vier meistgelesenen Stories um Sex drehten. Wired riet zur radikalen Transparenz, Journalisten regten sich auf über PR-Fuzzis und die WOZ interviewte einen japanischen Germanisten zum von der eigenen Zeitung erfundenen Binnen-I. Gemäss infamy schrieb der Tages-Anzeiger folgenden schönen Satz: "Wollten sie allerdings eine Verhandlungslösung des Atomstreits von vornherein torpedieren, schossen sie sich in den eigenen Fuss". NZZ-Redaktor Bruno Lezzi berichtete über eine Kommission, der er selbst angehört und Titanic TV castete zu Ostern ein paar Mütter Theresa.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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