<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

18.03.07Kommentieren

medienlese - der Wochenrückblick

Nach Nicolas Sarkozy, Carl Bildt und Pascal Zuberbühler schickte sich auch der Schweizer Minister für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Moritz Leuenberger, an, ein Weblog zu eröffnen. Er erntete damit in den ersten 24 Stunden 14'000 Besucher und von Mittwochmorgen bis Sonntagmittag 673 Kommentare, 147 Links von 109 Blogs und die Übernamen "Bundesrat Blogger", "Moritz Leuenblogger" und " Moritz Bloggenberger ". So einen fulminanten Start hätte sich mancher andere Blogger auch gewünscht, aber so einfach ist das nicht, wenn man nur Max Muster heisst. Kurt Aeschbacher erblasste gar vor Neid. Michael Soukup, unter anderem Journalist bei der SonntagsZeitung Jemand, der sich als Michael Soukup ausgab, machte den Minister darauf aufmerksam, dass "wir uns in der Blogospähre duzen", was Matthias Gutfeldt, Metablogger und ehemaliger Herr über blog.ch, fürchterlich aufregte. Wohl, weil er den kurzen Kommentar in Leuenbergers Blog als einen Aufruf zu flächendeckendem Duz- und Kleinschreibzwang las.

"Einer gut trainierten Couchpotatoe reichen weniger als zwanzig Sekunden, um ein Urteil zu fällen und mit dem Finger zu zucken." Das glaubte jedenfalls Helmut Merschmann in der Ost-West-Wochenzeitung Freitag. Die Ringier-Blätter Blick und Heute schrieben vom Bildblog aufgedeckte falsche Informationen im Zusammenhang mit einem dicken Kind aus der Bild-Zeitung ab (hier und hier). Die Netzeitung präsentierte vier Blogger-Journalisten: Alan Posener, Mercedes Bunz, Henryk M. Broder und Caroline Fetscher. Ein Reporter des ZDF erkundigte sich an der Cebit, was denn Web 2.0 sei und Ahoi Polloi ermahnte jene, die es hören wollten: "Hört endlich auf mit dem selbstreferentiellen Scheiss!". Spannende Leserbriefe gingen ein bei Tobistar und in der Axel-Springer-Akademie. Österreich veröffentliche leicht irreführende Grafiken zur "verbreiteten Auflage der führenden Tageszeitungen" und ein ägyptischer Blogger wurde wegen Beleidigung des Islam und des Präsidenten zu vier Jahren Haft verurteilt . Der in Afghanistan entführte Journalist Daniele Mastrogiacomo bat per YouTube-Video um Hilfe und soll unterdessen frei sein. Weil der Medienkonzern Viacom ein eigenes Videoportal eröffnen wollte, verklagte er den Medienkonzern Google wegen Urheberrechtsverletzungen von YouTube-Nutzern. So sah das jedenfalls die taz. Der ORF prüfte gleich, ob ein Anschluss an die Klage Sinn macht.

Welt Online nannte das Online-Spiel "Second Life" eine Blase, während Oliver Samwer über das Internet das Gegenteil behauptete. Mario Sixtus schrieb: "Die Eröffnung eines Zeitschriftenladens in Bad Salzuflen ist wahrscheinlich noch nicht mal der dortigen Lokalzeitung eine Notiz wert, stellt 'Vanity Fair' hingegen einen einsamen Zeitungskiosk in Second Life auf, verbreiten die Agenturen das brav als Nachricht – selbstverständlich inklusive Bild, das ebenso selbstverständlich nicht auf die allgegenwärtigen, vollbusigen Avatar-Statistinnen verzichtet.". Derweil fiel in einer Freiburger Bahnhofsbuchhandlung folgender Satz: "vanity fair? da müssen sie nicht bei den wochenmagazinen gucken, die liegt bei den frauenzeitschriften drüben, hinter der gala." Dabei bietet Vanity Fair den gleichen Unterhaltungswert wie ein Kinofilm. Man muss nur mal den Chef fragen .

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer