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25.02.07 15:19

, von Ronnie Grob

medienlese - der Wochenrückblick

Die Parallelwelt Second Life schlug Wellen wie noch nie. Eine Spiegel-Titelgeschichte assoziierte, weil es jahreszeitlich gerade gelegen kam, die von Menschen konfigurierten und gesteuerten Figuren mit einem Maskenball und die F.A.Z. bemerkte "ein Wachstum nicht von dieser Welt". Jeff Jarvis sagte "Hype is a virus" und der Popkulturjunkie sagte: "In höchstens fünf Jahren wird man sich kaputt lachen, dass dieser substanzlose Kapitalisten-Chatroom mit antiquierter 3-D-Grafik jemals so dermaßen gehypet wurde.". Rainer sachte dies und das. Findiger Denker schmiedeten die einen oder anderen Masterpläne. Ein Heute-Reporter wurde angeschuldigt, eine virtuelle Puffmutter begrabscht zu haben und weder Kinderpornos noch Rechtsextremismus machten Halt vor der Virtualität. Die WOZ fand in der SL-Welt, wenig überraschend, den Kapitalismus und konfrontierte damit die eidgenössische Steuerverwaltung, während der Blick in Sorge um seine vielleicht bereits den Bildschirm küssenden Leser war. Mitten in einem taz-Interview rannte plötzlich eine Blondine in knappem Minirock ins Büro, lief einmal quer durch den Raum, stieg auf den Tisch und verschwand wieder. Eine Studie ergab, dass Männer auch in der virtuellen Welt von SL lieber etwas mehr Abstand voneinander halten. Ausgenommen davon höchstens hin und wieder Mitglieder von gayromeo.com, eine Community, die laut spreeblick.com viel eher einen Spiegel -Titel verdient hätte.

Der "Busen-Arzt" sagte dem Blick, der Chefredaktor des Schweizer Fernsehens verdiene eine harte Strafe und Heute erarbeitete sich ein Exklusiv-Interview mit der Fiat-Lux-Führerin Uriella, die dank schweren Kopfverletzungen bei einem Reitunfall 1973 hellsichtig ist. Sie verriet, dass sich Jesus zurzeit nicht auf ein Datum für eine Erdreinigung festlegen möchte. Trend der Woche waren Genitalhoroskope. Wort der Woche, einer "rätselhaften Plakataktion" sei Dank, "Exkremisten".

Kolumnist und Schriftsteller Martin Suter sagte: "Ein Verlagshaus funktioniert eben gleich wie heutzutage jedes andere Unternehmen: Der CEO hat die einfache Aufgabe, im Sinne der Shareholder Zielvorgaben zu setzen, und das Kader die schwierige, diese zu erfüllen. Deshalb wollen alle Kader CEO werden." Nach Herzrhythmusstörungen in der Vorwoche gab der Vater des ehemaligen Fussballers Stéphane Chapuisat, Gabet, zu, den Journalisten Nicolas Jacquier von Le Matin weggestossen zu haben. Etwas später war er seinen Trainerjob los und mit Androhungen von eigenen und fremden Klagen beschäftigt. Zum erlauchten Kreis von posthum zum Blogger geschlagenen Schreiber gesellten sich Kafka, Pessoa und Pavese, jedenfalls in den Augen des Chilenen Alberto Fuguet. Er schrieb: "Fernando Pessoa wäre der ideale Blogger gewesen, schon allein wegen seiner pathologischen Schüchternheit, seiner bald psychotischen, bald dreipoligen Heteronyme und seines fatalen Mangels an sozialen Kontakten. Kafka und Pavese hätten heutzutage höchstwahrscheinlich ebenfalls Blogs."

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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Kommentare: medienlese - der Wochenrückblick

Im Spiegel war mal ein interessanter Artikel über Gay Romeo: Schwul mit Hund sucht Flugbegleiter. Gestern Abend waren auch schon wieder 40'000 Leute online.

Diese Nachricht wurde von Peter Hogenkamp am 26.02.07 (03:02:08) kommentiert.
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