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02.02.07

Medien: Versager machen Karriere

So lapidar wird im Inhaltsverzeichnis der aktuellen Weltwoche auf den Text von Kurt W. Zimmermann hingewiesen, in dem er, leider nur für Abonennten zugänglich, unter den Schweizer Journalisten insgesamt zehn Versager ausmacht, die Flops produziert und später trotzdem Karriere gemacht haben. Nachdem er letzte Woche die unlustigen humoristischen Kolumnen in Schweizer Zeitungen und Zeitschriften angegriffen und vorletzte Woche der NZZ den Titel Weltblatt abgesprochen hat, ist das nun der dritte Streich des erfrischend offenen ehemaligen Journalisten und jetztigen Unternehmensberaters.

Aufgeführt als Versager werden: Beat Allenbach, Hansjörg Utz, Rolf Wespe (Geldwäscherei-Story Elisabeth Kopp), René Lüchinger, Markus Schneider und Michael Hug (Rotlicht-Affäre Kaspar Villiger), Jürg Lehmann (Affäre um den Botschafter Thomas Borer), Ueli Haldimann und André Marty (Stasi-Verbindungen des Bankiers Hans Vontobel), Martin Meier (Geheimdienstaffäre Dino Bellasi und fingierter Abschiedsbrief im Fall einer Bluttat in der Zürcher Kantonalbank).

Kurt W. Zimmermann beklagt in seinem Beitrag die Doppelmoral einer Industrie, die ihren Exponenten, in der Regel von der Öffentlichkeit unbemerkt, jeden Lapsus früher oder später verzeiht, während den Exponenten von Wirtschaft und Politik noch Jahre später ihre Fehler vorgehalten werden - was eine Normalisierung nach einem Flop oft verunmöglicht. Die branchenübliche Versöhnlichkeit sieht er ausserhalb der eigenen Reihen ins Gegenteil verkehrt. Der Artikel schliesst mit einem Zitat des heiligen Franz von Sales:

Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.

Ueli Haldimann, einer der Angegriffenen, schreibt ein Blog und hat dort eine Antwort bereit. Die Fehlerliste sei voller Fehler und auch Kurt W. Zimmermann habe einige Flecken in seinem journalistischen Reinheft. Aufgelistet werden eine Lobpreisung des später verurteilten Financiers Werner K. Rey und sein Scheitern beim TA-Media-TV-Sender TV3.

Was haben die anderen dazu zu sagen? Wahrscheinlich nichts, denn sie schreiben nicht in Blogs. Ausser Markus Schneider hat niemand eine eigene Webpräsenz.

Update am 02.02.2007, 11:10 Uhr: Auch heute-online.ch schreibt darüber: Flopvergleich - Wer hat den Grössten?

Update am 02.02.2007, 16:00 Uhr: Die Druckausgabe von Heute zieht nach. Was aber ist mit bitchen gemeint? Bitchen Bernkastel-Kues ? Oder Bitchen - meine Nummer 1 ? Immerhin: das Urban Dictionary kennt sowas in der Art.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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