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18.03.14Leser-Kommentare

Maximaler Kundennutzen: Triprebel zahlt Geld zurück, wenn der Hotelpreis sinkt

Es gibt beinahe so viele Reiseportale wie Sterne am Himmel. Aber das deutsch-österreichische Startup Triprebel ist besonders: Kunden erhalten eine Gutschrift, sollte ein einmal gebuchtes Hotelzimmer später noch im Preis fallen.

Ein derart maximaler Kundennutzen dürfte sich schnell herumsprechen: Triprebel ist auf den ersten Blick auch nur eine Hotelsuche, doch die hat einen ganz besonderen Vorteil: Fällt ein einmal gebuchtes Hotelzimmer vor dem Reiseantritt noch im Preis, dann erhält der Kunde eine Gutschrift der Differenz. Ohne weiteres Zutun. Solltet ihr beispielsweise ein Hotel am New Yorker Central Park für 200 Euro die Nacht buchen und der Preis sinkt im Rahmen eines - nicht unüblichen - Angebotes auf 150 Euro, dann überweist Triprebel euch 50 Euro zurück.

Das Startup mit Sitz in Hamburg und dem österreichischen Graz verschafft seinen Kunden damit Planungssicherheit und einen geldwerten Vorteil. Und damit wäre Triprebel praktisch der Gegenentwurf zu Last-Minute-Hotel-Apps wie JustBook (kürzlich von Secret Escapes übernommen), Hotel Tonight oder Hotels Now von HRS. Dort bucht der Kunde ein Hotelzimmer noch am gleichen Tag und hofft auf besonders günstige Last-Minute-Angebote. Auch Triprebel will die Kunden an Angeboten teilhaben lassen, buchen können sie allerdings schon im Voraus. Wer etwa Silvester in New York feiern will und die Reise aufgrund des großen Andrangs schon Monate im Voraus plant, muss nicht mehr zocken: Er bekommt auf jeden Fall ein Hotelzimmer. Nur ob dieses noch einmal im Preis fällt, weiß er nicht. Einer eigenen Statistik von Triprebel zufolge allerdings wurden 57 Prozent der Hotels in ausgewählten Städten binnen 30 Tagen nach einer Buchung noch im Preis gesenkt.

Kurzfristige Schnäppchen eher woanders zu finden

Triprebel eignet sich also für diejenigen, die bei ihrer Urlaubsplanung auf Nummer sicher gehen und im Idealfall noch eine freudige Überraschung in Falle einer Gutschrift erleben wollen. Was sie allerdings nicht bekommen, ist eine Rabattgarantie. Triprebel teilt den Nutzern nicht mit, wenn etwa ein anderes als das gebuchte Hotel nachträglich noch günstiger würde. Hier hat man also mit Hotel Tonight und Co. eine bessere Chance, kurzfristig ein Schnäppchen zu machen. Dafür steht man bei letztgenannter Möglichkeit mit etwas Pech ganz ohne Unterkunft da, wenn einfach keine Last-Minute-Angebote mehr oder nur noch sehr teure Angebote kommen.

Triprebel-Infografik: 57 Prozent der Hotels fallen noch im Preis.

Triprebel startete bereits im vergangenen März eine geschlossene Beta-Phase, mittlerweile ist die offene Beta-Phase erreicht. Hinter dem Projekt stehen die Gründer Gernot Supp, Carlos Borges und Arthur Kullnig, die bereits Erfahrung im Tourismus oder bei der Gründung von IT-Unternehmen gesammelt haben. Die Angebote auf Triprebel stammen von Expedia. Kunden werden per Mail informiert, sollte sich ein Preis nachträglich verringern. Laut den FAQ des Unternehmens sollen Kunden auch dann eine Gutschrift erhalten, wenn der Preis für das Hotel auf der Website eines anderen Reiseportals im Preis sinkt. Man habe auch diese im Blick.

Hotels wohl nicht erfreut

Womit sich Triprebel wohl keine Freunde machen wird: mit den Hotels. Diese verändern die Preise für Hotelzimmer, um auf veränderte Nachfrage und Auslastung zu reagieren und damit für sich natürlich im ohnehin hart umkämpften Gewerbe insgesamt den bestmöglichen Ertrag zu sichern. Dieses so genannte Ertragsmanagement oder Yield Management würde Triprebel damit aushebeln. Für die Hotels könnte in dem Preiskampf durch die Marktmacht der Ketten wie HRS der Druck weiter steigen. In den eigenen FAQ versucht Triprebel, den Hoteliers das Angebot als Vorteil zu verkaufen:

"Reisende müssen nicht mehr den besten Buchungszeitpunkt abpassen, deshalb ist es zu erwarten, dass die Kunden generell früher buchen. So können die Hotels ihre Auslastung besser einschätzen und dadurch nicht nur einen besseren Service sondern auch stabilere Preise bieten."

 

Die Kunden dürften allerdings langfristig generell niedrigere Preise erwarten, so dass sich der Vorteil für die Hotels in Grenzen hielte. Kunden zumindest dürften in jedem Fall profitieren.

Spinnt man den Gedanken ein wenig weiter, dann wäre der Kundennutzen sogar noch optimierungsfähig, wenn ein Portal das Hotel umbuchen würde, sollte ein anderes billiger werden. Hat man etwa ein Hotel für 100 Euro gebucht, ein weiteres für 150 Euro für schöner aber für zu teuer befunden, dann könnte ein cleveres Programm automatisch auf das zweite umbuchen, falls dieses nachträglich noch billiger wird als das erste oder einen selbst festgelegten Schwellenwert unterschreitet. Der Kunde müsste nur entsprechende Präferenzen auf einer Warteliste hinterlegen. Das allerdings würde den Hotels auch noch die Buchungssicherheit nehmen und eine grenzlose Rabattschlacht nach sich ziehen. Nicht unwahrscheinlich, dass das kommen wird. Dann allerdings würde irgendjemand den Preis dafür zahlen müssen; am Ende wohl die Kunden in Form nachlassender Qualität und Auswahl. Grenzlos billig kann nicht die Lösung sein.

Link: Triprebel

Kommentare

  • Ana

    18.03.14 (16:39:58)

    Habe trotzdem nicht begriffen, wie das finanziert wird. Hat triprebel eine bestprice-Garantie der Hotels?

  • Jürgen Vielmeier

    18.03.14 (19:41:37)

    Triprebel erhält von den Hotels die übliche Vermittlungsgebühr.

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