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09.02.11

Mashable Follow: Vom Blog zur Social-Web-Plattform

Das Tech-Blog Mashable wandelt sich in eine Social-Web-Plattform, auf der User einzelnen Themen und anderen Lesern folgen können und für Aktivitäten belohnt werden. Ein sehr experimentierfreudiger Ansatz.

 

Also ich irgendwann Ende 2006 damit begann, ausgewählte US-Tech-Blogs zu lesen, waren TechCrunch und Mashable meine zwei bevorzugten Quellen. Während das kürzlich von AOL übernommene TechCrunch bis heute einen vorderen Platz in meinem RSS-Reader hält, verlor Mashable relativ schnell meine Sympathie und Geduld.

Zu sehr stand bei dem von Pete Cashmore gestarteten Projekt die Quantität der Artikel sowie ihre "Sharability" im Social Web im Vordergrund, zu häufig fehlte mir bei den vielen teils belanglos wirkenden Startup-Reviews eine Einordnung oder Bewertung und zu uninspiriert war der Eindruck, den Mashable-Autoren auf mich hinterließen.

Worin Mashable jedoch brilliert, ist die Anbindung von und Integration mit den wichtigen Social-Media-Traffictreibern Facebook und Twitter. Über 3,4 Millionen Follower, 40.000 Retweets täglich und 40.000 Linkempfehlungen pro Woche via Facebook verschaffen dem US-Blog eine Spitzenposition bei Onlinemedien, was die Anhängerschaft im Social Web betrifft. Über zwölf Millionen Unique Visitors finden jeden Monat ihren Weg zu Mashable.

Egal was man also von Mashable hält: In puncto neuartige Nutzerakquisition und Community-Aufbau hat der gebürtige Schotte Cashmore viel experimentiert und schließlich die Früchte seiner Saat ernten können. Mit einem neuen Produkt gibt sich Mashable jetzt einmal mehr als Innovator, was die Verbindung von Onlineinhalten und Community-Aspekten betrifft:

Am Dienstagabend hat Mashable das neue Feature "Mashable Follow" vorgestellt, eine in geschlossener Beta-Phase befindliche Neuerung, die das einstige Blog endgültig in eine von Inhalten und Communityaktivitäten getriebene Webanwendung verwandelt.

Mit Mashable Follow integriert die Site diverse im Social Web mittlerweile zum Standard erhobene Funktionen: Nutzer loggen sich entweder über ihr Facebook- oder Twitter-Konto bei Mashable Follow ein und können anschließend Themenbereichen wie "Social Media", "Tech & Gadgets" oder "Video" per Klick auf den "Follow"-Button folgen. Auf diesem Weg kompilieren sich Leser ihren eigenen, personalisierten Contentfeed (ähnlich dem Quora-Prinzip)

Jeder von Lesern für empfehlenswert befundene Beitrag kann bequem mit einem Klick bei einer Reihe von Social-Web-Plattformen mit anderen geteilt werden. Nutzer erhalten eine eigene Profilseite, auf der sie sich mit Links zu externen Präsenzen darstellen können. Neben dem Folgen von Topics erlaubt Mashable Follow auch das Abonnieren anderer User, um deren Aktivitäten im Blick zu haben.

Einige von euch werden vermutlich schon ahnen, wie Mashable zukünftig besonders aktive und fleißig Inhalte empfehlende Leser belohnen will: mit Abzeichen im Stile der von einschlägigen Location Based Services bekannten Badges. Mittelfristig, so verspricht es Mashable, sollen die aktivsten Anwender auch redaktionellen Einfluss und Mitbestimmungsrechte erhalten.

Die Beschreibung der Funktionalität entstammt Mashables eigener Darstellung, einen Zugang zu Mashable Follow habe ich bisher nicht. Während es unwahrscheinlich ist, dass mich das neue Feature wieder in einen regelmäßigen Mashable-Leser konvertieren wird, so halte ich den gewählten Ansatz - der in dieser Form im Bereich der breit aufgestellten, originäre Inhalte publizierenden Onlinemedien meines Wissens nach ein Novum ist (Communitys rund um Nachrichten sind natürlich nichts Neues), für äußerst spannend und potenziell richtungsweisend.

Auch die gerade von AOL übernommene Huffington Post setzt auf umfangreiche Community-Aspekte und eine enge Verknüpfung mit Facebook, um Artikel viraler zu gestalten und User zum Engagement auf der Site zu animieren. Mashable geht jedoch noch einen Schritt weiter, weil es sich eine eigene kleine Webplattform mit Social-Network-Aspekten zusammenbaut und dabei auf das Look & Feel einer multifunktionellen Webanwendung setzt. Was genau sich daraus entwickeln könnte, ist schwer abzusehen. Genau das macht das Vorhaben aber so interessant.

via leanderwattig.de

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