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26.11.13Leser-Kommentare

Lokale Botenfahrten: MyLorry will die Transportbranche aufmischen

Das Berliner Startup MyLorry plant, unter Einsatz moderner Webtechnologie und einer schlanken Struktur die lokale Transportbranche aufzumischen.

MyLorry Je mehr Alltagserledigungen und Verkäufe wir online abwickeln, desto häufiger entsteht Bedarf an Transportdienstleistungen. Entsprechend stark ist die Logistikbranche derzeit in Bewegung. Im Fokus vieler Anbieter steht dabei die besonders schnelle Lieferung, auch "Same Day Delivery" genannt. Um diesen bei der Nutzung traditioneller Strukturen kostenintensiven Prozess günstiger durchführen zu können, zeigen sich manche Unternehmen kreativ. So funktioniert der aus Hamburg stammende Taxivermittler myTaxi Taxis in Kurierfahrzeuge um. Die deutsche Post wiederum will mit MyWays Privatpersonen auf ihren täglichen Wegen mit Botengänge betrauen. Das neue Berliner Startup MyLorry versucht nun seinerseits, das Transportgewerbe zu verändern, und konzentriert sich dabei initial auf lokale Transporte zwischen Privatpersonen. Smartphone-App, GPS-Ortung und Bewertungen

MyLorry will sich als erste Anlaufstelle für alle Menschen etablieren, die Gegenstände schnellstmöglich an eine andere Adresse schicken lassen möchten, egal ob es sich um einen Aktenordner oder eine Sofagarnitur handelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kurier- und Transportdiensten nutzt MyLorry moderne Technologie in Form von Smartphone-Apps und GPS-Ortung, um Kunden ein bequemes Bestellverfahren sowie jederzeit genaueste Infos über den Verbleib ihrer Lieferung bieten zu können. Außerdem soll die Verwendung deutlich günstiger sein als der Einsatz traditioneller Transportunternehmen.

Um einen Transport in die Wege zu leiten, geben Nutzer zu einer beliebigen Tages- oder Nachtzeit über die Browserversion oder MyLorrys Smartphone-App eine Bestellung auf. Schon zu diesem Zeitpunkt erhalten sie Personeninformationen zu ihrem Transporteur, inklusive Bild, Name, Bewertungsübersicht und geschätzter Dauer bis zur Ankunft. Nach der Übergabe garantiert MyLorry in der Regel eine Auslieferung innerhalb von vier Stunden. Als Spezialoptionen werden Direktfahrten mit unmittelbarer Auslieferung sowie Fahrten mit Auslieferung zu einem vordefinierten Zeitpunkt angeboten. Per Push-Nachricht und Live-Kartentracking werden Auftraggeber über die bevorstehende Anlieferung beim Empfänger informiert. Nach erfolgter Übermittlung können Absender Transporteure mit bis zu fünf Sternen bewerten, je nach dem, ob alles reibungslos und gemäß Vorgaben ablief oder nicht.

MyLorry teilt Sendungen in die vier unterschiedliche Größen S, M, L und XL (bis maximal 150x180x320 cm und 1000 kg) ein, auf denen der Preis inklusive einer Strecke von bis zu 30 km basiert. Je nach Größe erfolgt der Transport mittels Fahrrad, PKW, Transporter oder Großtransporter. Die niedrigsten Kosten fallen für einen erfolgreich ausgelieferten S-Transport an, dieser schlägt zum Start nur mit fünf Euro zu Buche. Die Bezahlung erfolgt entweder direkt über die App oder beim Fahrer während der Abholung.

Transporteure werden "gescreent"

Grundsätzlich kann jede Person mit einem fahrbaren Untersatz MyLorry-Fahrer werden, muss dafür allerdings ein "Screening-Verfahren" durchlaufen, in dem die Eignung festgestellt wird. Das Bewertungssystem soll zusätzliche Anreize für Transporteure schaffen, die zu befördernden Güter mit Sorgfalt zu behandeln und sich an die zeitlichen Vereinbarungen zu halten. Fahrer erhalten 85 Prozent der Nettoumsätze für Transporte, 15 Prozent gehen an MyLorry.

Das Konzept von MyLorry erinnert an den Limousinenvermittler Uber oder den US-Ridesharingdienst Lyft. Beide bieten technologiegetriebe Taxidienstleistungen an, bei denen im Prinzip jeder zum Chauffeur werden und sich damit ein Zubrot verdienen kann - zum Leidwesen der Taxibranche. Juristische Diskrepanzen zwischen MyLorry und alteingesessenen Transportakteuren dürften allerdings weniger zu einem Problem werden, immerhin kann seit jeher jeder und jede ohne besondere Vorqualifikation einen Nebenjob als Fahrradkurier annehmen - körperliche Fitness vorausgesetzt. Dennoch dürften Deutsche Post, DPD, UPS und lokale Kurieranbieter die neue Konkurrenz genau beobachten, fordert diese sie doch sowohl in puncto Preis als auch Usability heraus. Andererseits beschränkt sich MyLorry vorläufig auf den durch das Internet boomenden lokalen C2C-Bereich, wird also dem Wettbewerb erst einmal nicht nennenswert Geschäftskunden sowie überregionale Sendungen abspenstig machen.

Zum Start bietet das in diesem Jahr von Max von Waldenfels, Benjamin Pochhammer und Toni Kappesz gegründete Startup seine Dienste lediglich in der Heimatstadt Berlin an. Eine nationale und internationale Expansion ist geplant. Unterstützung erhält MyLorry vom neuen Microsoft Ventures Accelerator Berlin. /mw

Link: MyLorry

Kommentare

  • Fiona Buhrer

    26.11.13 (17:44:16)

    Habe gerade die Mylorry App benutzt um meine Theater karten abholen zu lassen, hat wirklich toll geklappt, alles ganz einfach und das beste war ich musste nur 5 euro bezahlen.

  • Daniel

    12.01.14 (00:36:07)

    Es gibt doch bereits umfangreichere Seiten um online seinen Kurierdienst zu buchen z.B. www.zip-Kurier.com Kurier bestellt in weniger als 2 Minuten und die 5 Euro Schiene war doch nur Werbung! zip-Kurier hat viel mehr Funktionen für Kunden zubuchbar, es geht alles was eine Funkzentrale auch bietet nur das der Kunde in weniger als 2 Minuten seinen Kurier bestellt. Dieser kommt zum Wunschtermin und die Lieferung erfolgt je nach Lieferstrecke binnen einer Stunde. Und die Preise sind ebenfalls gut, kann jeder ohne Anmeldung einfach auf der Webseite testen! Touren mit bis zu 5 Stopps, so sparen Kunden sich die Anfahrtskosten, bis zu 3 Ladehilfen pro Adresse, kostenlose Geldauslage bis 50 Euro, Mehrminutenabrechnung, Übergabeoptionen alles kann der Kunde online festlegen und in seinem Admin überwachen. Subunternehmer oder besser zipku-Partner zahlen nur 10 % aus bezahlten Touren, Auszahlungen zweimal im Monat und keinerlei sonstige Kosten. Dafür aber die Möglichkeit deutschlandweit Touren annehmen zu können über eine Tourensuche nach PLZ. Im großen und ganzen ein gutes System für Fahrer und Kunden es wurde auch durch Leute aufgebaut welche selber Kurier fahren und somit die Materie von beiden Seiten kennen!

  • Manuel Dräger

    12.01.14 (16:59:05)

    Daniel - nette Eigenwerbung :-) Wenn man beide Webseiten anschaut, ist schon klar, wer professioneller und moderner ist. Bei Zip gibt's ja nicht mal ne App für den Kunden. Und ich bin mir auch nicht sicher, wie gerne Kunden und Fahrer mit einer in England registrierten Limited zusammen arbeiten wollen.

  • Daniel

    12.01.14 (17:16:28)

    Manuela ein paar Fragen was ist an der Seite myLorry so toll am Design? Dann wenn keine Ahnung von Firmen hast schreib nicht darüber, eine KG ist deutsch und im Berliner Handelsregister eingetragen. Die Ltd. dient in Zukunft dem EU Ausbau. Schau mal zu anderen großen Firmen da ist Ltd. & Co. KG üblich Es geht um die Funktionen die zip-kurier bietet bei myLorry arbeitet man mit Google Daten und klemmt einfach nur eine Bestellfunktion dahinter, was ist wenn Google den Bereich koszenpflichtig macht? Dann der Kunde kann keinerlei Extras buchen wie z.B. Geldauslage, Submission oder Übergabe Optionen festlegen. Fahrer können weder Mehrminuten noch Retouren abrechnen also was soll daran jetzt so weltbewegend sein? Zipku wurde von Leuten erstellt die Jahre aus Kurier arbeiten und den Markt kennen wie ist das bei myLorry? MyLorry ist ebenfalls zu zip-kurier eine gute Sache damit die Funkzentralen endlich mal Wettbewerb bekommen. LG

  • Daniel

    12.01.14 (17:35:07)

    Nachtrag zu Deiner Aussage App. 98% aller Aufträge kommen von Firmen uich kenne kaum Firmen die ohne Rechner arbeiten. Dazu kommt zip-kurier ist vom Handy oder Tablet genauso zu nutzen und es gibt einen "im Design abgespeckten" Kundenbereich zur mobilen Nutzung wie für die Fahrer auch. LG Daniel

  • Daniel

    12.01.14 (18:46:52)

    ich erkläre gern allen die sich nicht in der Branche auskennen was wichtig ist. aus Sicht des Kunden: Konditionen Zuverlässigkeit und pünktliche Kuriere schnelle Bestellung auch Sonderwünsche guter Service um das alles abzudecken braucht man viele zufriedene Kuriere . Damit Kuriere Geld verdienen müssen auch Sonderleistungen und Mehrminuten abgerechnet werden und nicht nur der Fahrweg des Kuriers. Wer Kurier fährt kennt es zur genüge man kommt beim Kunden an und die Sendung ist nicht fertig oder man kommt zum Empfänger und man muss bis zur Abgabe warten oder Person X ist nicht zu finden. Was dann? Es entstehen Mehrminuten diese möchte jeder Fahrer natürlich vergütet haben, den er steht ja auf deutsch fest. Also müssen Fahrer und Ladehilfen diese Mehrminuten auch abrechnen können sonst arbeiten Sie schnell im Status "Geld mitzubringen". Dann kommt es sehr oft vor das Firmen etwas Liefern gegen Vorkasse hier legt der Kurier also Geld aus für den Empfänger. Der Kunde möchte es buchen u der Kurier möchte den extra Service vergütet haben. Kunden schicken oft mit einer Kurierbestellung Waren an mehrere Adressen um Anfahrtskosten zu sparen, Fahrer erhalten dann Zwischenstopp Gebühren da er ja an jeder Adresse Zeit benötigt. Das alles und einiges mehr sollte jedem Kunden und Kurier bekannt sein und logischerweise in einer Kurier Software umgesetzt werden. Bei zip-Kurier wurden all diese Punkte berücksichtigt und für Kunden und Fahrer in einer einfachen Handhabung umgesetzt, wir arbeiten seit Jahren in diesem Bereich und konnten daher Erfahrungen aus Sicht der Kunden und ganz wichtig der Fahrer umsetzen Der Kunde hat immer alles im Blick von den Tourendaten über die Übergabe Daten bis hin zu entstandenen Mehrminuten. Der Kurier kann alles abrechnen von der Mehrminute bis zur Retour. Kunden und Fahrer werden 2 mal im Monat abgerechnet und ausgezahlt. Jeder Fahrer kann auf alle Touren zugreifen egal wo in Deutschland er gerade ist und genau diese Punkte zählen um gute Fahrer dauerhaft zu binden. Gute Fahrer bedeuten zufriedene Kunden und somit schließt sich der Kreis. LG Daniel

  • wulfman

    29.01.14 (19:00:39)

    Wer aus der Branche kommt weiss, dass der Wettbewerb in der Branche im wer ist billiger Sektor bereits kaputt ist und noch kaputter wird. Rechnet doch mal was dem Fahrer bleibt. Bei einem Grundpreis von 4,90 nehmen die Blutsauger auch noch 20% Vermittlungsgebühr bleiben dem Fahrer 3,92 € was ist daran noch fair dem Fahrer gegenüber? Der fährt für lau - die Preise in Berlin im Kurierbereich liegen im Durchschnitt bei seriösen Zentralen bei 7 Euro! Also was ist da jetzt der Fehler? Da bleibt dem Fahrer bei 20 % Abzüge noch 5,60 für die einfache Fahrt. Also Augen auf wenn man auf Kosten der Biker und Pkw Fahrer das ausnutzen möchte. Am Ende ist der Fahrer der dumme wenn man solche Preisstrukturen unterstützt. Also seriöse Geschäftskunden sollten auch mal an Ihren Arbeitsplatz denken wenn man solche Systeme unterstützt. Denn irgendwann arbeitet auch ein billiger Facharbeiter für seinen Job!! Nur über den Preis Kunden gewinnen geht auf Dauer nach hinten los - Preisdumperei ist der Tot der Dienstleistungsbranche - auch bei den Kurieren. Qualität wird sich immer auf dauer durchsetzen und das geht nicht mit dem System das Preise der Branche mächtig mit Dumping in den Keller treibt. Ich kenne das aus Hamburg Berlin München ! Aber vielleicht wollen wir ja die Osteuropa Fraktion noch weiter unterstützen und uns das Geschäft weiter vermiesen lassen. Der Spritpreis wird deshalb nicht weiter sinken und die Kosten einer seriösen Selbstständigkeit werden auch nicht weniger. Also denkt mal nach - nicht nur auf den Momentpreis gucken sondern aufs kleingedruckte. Nebenkosten sind schnell enorm und dabei verdient nur das System . schönen Abend

  • wulfman

    29.01.14 (19:08:11)

    auf konditionen achtet sicher jeder, aber wenn qualität und service stimmen zahlt ein seriöser kunde auch gern bissl mehr. Aber wenn Hausfrauen und nebenbei Verdiener (auch am Staat vorbei) die zukünftigen Kuriere sind sollte man sich fragen was daraus wird. Ist wie in der Politik da wird ein Finanzminister gewählt der in der Schule ein 5 in Mathe hat und morgen ist er Aussenminister der nicht mal englisch kann..... das was hier aufgebaut wird ist sicher nur für Privatkunden interessant die sowieso im fachgeschäft sich informieren und dann auf zalando kaufen um es nur zu probieren und dann zu 95 % zurücksenden ohne es anprobiert zu haben.... das soll man unbedingt unterstützen , denn der grosse bruder dhl braucht ja sendungsmengen da ist es ja auch seit jahren egal ab der kunde zalando nur 3 ct. pro paket bezahlt und der normale dhl kunde fürs gleiche päckchen 6,90€ aufwachen deutschland!!!!

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