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21.07.11

Location Based Services: Mit Glympse & Geoloqi eigene Standorte veröffentlichen

Mit den US-Diensten Glympse und Geoloqi können Smartphone-Nutzer spezifische Personen in Echtzeit über ihre aktuellen Standorte informieren - ohne dass dabei das Gefühl entsteht, die Privatsphäre sei in Gefahr.

 

Als das Location-Startup foursquare Anfang 2009 in ausgewählten US-Städten sein Debüt gab, präsentierte es den Check-In als Mittel für User, ihren aktuellen Aufenthaltsort bekannt zu geben. Auf diese Weise konnten sich Nutzer sicher sein, nicht permanent ihren Standort im Netz zu publizieren. Zumal die technischen Beschränkungen der damaligen Smartphone-Generation sowie geringere Akkuleistungen ohnehin das stetige Aufzeichnen der Nutzer-Location im Hintergrund verhinderten.

Mittlerweile haben zwar zahlreiche standortbasierte Dienste inklusive Facebook das Check-In-Modell übernommen. Dennoch bleibt die Frage, inwieweit es sich hierbei nicht nur um eine Übergangslösung handelt, die sukzessive einem automatisierten, aber dafür vollkommen unter der Kontrolle der Nutzer befindlichen Location-Monitoring weichen wird.

Aufgrund der zahlreichen Implikationen rund um die Privatsphäre und den Datenschutz entwickelt sich der Sektor eher vorsichtig. Niemand will zu forsch agieren. Google Latitude ist eine Ausnahme. Über dessen Android- und iPhone-App können Nutzer ihren Standort im Hintergrund aufzeichnen und stetig an ihre Latitude-Kontakte übermitteln lassen. Ein durchschlagender Erfolg ist Latitude jedoch bisher nicht.

Zwei US-Dienste nähern sich auf eine etwas andere, vorsichtigere Art dem Thema: Das 2008 gegründete Glympse und das gerade erst gestartete Geoloqi versuchen nicht etwa, wie Latitude Nutzerstandorte und Social Networking zu verheiraten, sondern wollen Usern einfache Werkzeuge an die Hand geben, um im Bedarfsfall spezifische Empfänger über ihren derzeitigen Aufenthaltsort zu informieren.

Glympse, das als App für iPhone, Android, Windows Phone 7 und BlackBerry angeboten wird, ist der stärker fokussierte der zwei Services: Wer die Applikation startet, kann einen Link zu einer Karte mit einer Markierung der derzeitigen Koordinaten in Echtzeit per E-Mail und SMS verschicken sowie als Tweet und bei Facebook publizieren.

Zu jedem gesendeten Glympse muss die Gültigkeitsdauer angegeben werden - ein Zeitraum zwischen fünf Minuten und maximal vier Stunden. Nach dem Ablauf dieser Frist kann der eindeutige Link nicht mehr aufgerufen werden.

Sinnvoll kann der Einsatz von Glympse in all den Situationen sein, in denen man Freunden, Verwandten oder Kollegen eine Information über den eigenen Standort oder die Dauer bis zum Eintreffen am vereinbarten Treffpunkt zukommen lassen möchte. Statt einer umständlichen Beschreibung liefert man mit wenigen Klicks eine exakte visuelle Angabe über die persönliche Location - ohne diese versehentlich mehr Personen zugänglich zu machen als erforderlich.

Geoloqi - bisher als iPhone- und Android-App verfügbar - bietet ebenfalls die Möglichkeit, ausgewählte Empfänger über einen vordefinierten Zeitraum mittels einer Karte darüber zu unterrichten, wo man sich gerade befindet. Auch bei Geoloqi geschieht dies in Echtzeit, Betrachter der Karte können also die Bewegung sehen.

Zusätzlich integriert die kostenlose Anwendung auch an Orte geknüpfte Erinnerungen: Nutzer können sogenannte "Geonotes" anlegen, also Notizen, die an eine bestimmte Location gebunden sind - und erhalten Betreten dieser jeweils eine Push-Nachricht auf ihr iPhone (ich bin mir noch nicht ganz sicher, nehme aber an, dass dazu die App im Hintergrund aktiv sein muss). Auf diese Weise könnte man sich zum Beispiel daran erinnern lassen, in einem bestimmten Geschäft vorbeizuschauen, wenn man in dessen Nähe ist.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass Apple in seine für den Herbst angekündigte fünfte Version von iOS ebenfalls eine standortbezogene Erinnerungsfunktion integrieren möchte. Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit Geoloqis Geonotizen mit einer Systemimplementierung in das iPhone konkurrieren können.

Ein zentraler Part von Geoloqi ist die API, mit deren Hilfe Entwickler Geoloqis Funktionalität in eigene Dienste einbauen sollen. Und wer möchte, kann die App mit seinem foursquare-Konto verbinden und sich automatisch in favorisierte Orte einchecken lassen. Unabhängig davon, wie sinnvoll dies nun ist.

Glympse und Geoloqi sind zwei interessante Services, die sich nicht nur in speziellen Situationen als äußerst praktisch erweisen können, sondern die auch verdeutlichen, wie man Location-Tracking in einer App realisiert, ohne bei Nutzern sofort wildeste Befürchtungen über den Missbrauch der persönlichen Daten hevorzurufen: indem man Nutzern das sichere Gefühl gibt, die Kontrolle zu haben.

Links: Glympse, Geoloqi

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