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30.05.11Leser-Kommentare

Lizenzverkauf und Downloadshop: restorm.com hilft Musikern bei der Monetarisierung

Die Zürcher Musikplattform restorm.com stellt heute ein System vor, mit dessen Hilfe Künstler die Nutzungsrechte zu ihren bei der Plattform hochgeladenen Songs in wenigen Schritten zum Verkauf anbieten können. Außerdem lanciert der Dienst einen Downloadshop.

 

Auch wenn es manch ein Musiker oder Label-Boss noch immer nicht wahrhaben will: Die Ära, in der Künstler ihren Unterhalt allein durch den Verkauf ihrer Produktionen bestreiten konnten, ist vorbei (von Ausnahmen abgesehen). Alternative Erlösquellen und indirekte Monetarisierung heißen die Zauberwörter.

Konzerte, Privatauftritte oder Merchandising sind gängige Wege, mit denen Musiker heute Kasse machen können. Eine andere Option: Die Lizensierung ihrer Stücke. Die Schweizer Musikplattform restorm.com will diese mit einem neuen Feature entbürokratisieren und allen Musikschaffenden näher bringen.

Das Zürcher Startup bezeichnet sein heute lanciertes rightcearing-Feature als "weltweit einzigartiges System zur Musiklizensierung". Zum ersten Mal überhaupt sei es möglich, mit dem gleichen System Copyright geschützte Songs sowie Songs unter einer Creative Commons Lizenz zu monetarisieren.

Künstler können sich bei restorm.com kostenfrei registrieren, ein Profil anlegen und ihre musikalischen Kreationen dort hochladen. Anschließend wählen sie aus einer Reihe von gängigen Creative-Commons-Lizenzen (von traditionellem Copyright über Creative Commons bis hin zu Public Domain) und aktivieren die "rightclearing"-Option. Damit signalisieren sie ihre Bereitschaft, Stücke oder ganze Alben für die kommerzielle Nutzung zu lizensieren, sofern ihre Bedingungen erfüllt sind.

Personen oder Organisationen, die für Kreativproduktionen wie Filme, Podcasts oder Werbespots eine musikalische Untermalung benötigen, können bei restorm.com ihren Bedarf kenntlich machen, ihr Budget festlegen und sich anschließend sämtliche Produktionen anzeigen lassen, die von Künstlern zur Lizensierung freigegeben worden sind.

Hat sich der Kunde für ein gewünschtes Soundmaterial entschieden, bezahlt er direkt online und erhält den Downloadlink. restorm.com leitet den Betrag anschließend abzüglich einer Provision von zehn Prozent sowie abzuführender Gebühren für die Verwertungsgesellschaften an den jeweiligen Interpreten weiter und versendet an beide Parteien einen rechtsgültigen Vertrag über die Übereinkunft. Dieses Video (auf Englisch) erläutert den Lizensierungsvorgang.

So funktioniert rightclearing (zum Vergrößern klicken)

Heute im Laufe des Tages will restorm.com die Detaileinstellungen zu Songs aktivieren. Die Verkaufsfunktion soll freigeschaltet werden, sobald ein "gewisser Pool an Musik besteht".

Eine dem restorm.com-rightclearing-Service nicht ganz unähnliche Lösung bietet das Musikportal Jamendo mit seinem Pro-Angebot. Allerdings behält der User bei restorm.com im Gegensatz zu Jamendo die volle Kontrolle darüber, für welche Themen und Nutzungsarten er seine Musik freigeben will und zu welchem Preis; er schließt einen direkten Vertrag mit dem Lizenznehmer, nicht mit restorm.com.

Eine zweite Neuerung ist der Start eines bei restorm.com integrierten Downloadshops, der Musikern über ihre Profile, eine Facebook-App oder restorm.com-Widgets auf externen Sites den digitalen Verkauf ihrer Musik erlaubt. 90 Prozent der Erlöse gehen an den Künstler, zehn Prozent verbleiben bei der Musikplattform. Nach Aussage der Zürcher ist dies die niedrigste Provision im Netz.

restorm.com hatte zuletzt im Dezember auf sich aufmerksam gemacht, als es ein Feature vorstellte, das Musikschaffenden die Synchronisation von Profilinformationen mit Facebook, Twitter, SoundCloud und Bandsintown ermöglicht. SoundCloud wiederum erlaubt es Künstlern in Zusammenarbeit mit SoundRain seit kurzem auch, Titel zu verkaufen.

Link: restorm.com

Kommentare

  • Martin Broder

    30.05.11 (16:45:36)

    Tönt sehr interessant. Nimmt mich wunder, wie sie das mit den 10% schaffen wollen, aber wenn das wirklich wahr sein sollte, ists natürlich klasse..

  • DJ Nameless

    31.05.11 (01:44:05)

    Solche Ideen klingen zwar rein vom Lesen her interessant, sie kann man aber bereits jetzt als voll gescheitert ansehen. Hintergrund ist einfach, dass heute "jeder" mit einfachsten Mitteln irgendwelche "Musik" produzieren und dann irgendwo hochladen kann. Dadurch sind nicht nur Otto-Normalkonsumenten, sondern mittlerweile auch Musikredakteure, DJ's usw. völlig überfordert. Der einzelne Song bzw. Musiker geht in der Masse einfach unter. Und dann hilft auch kein Lizensierungs-Shop mehr.

  • Martin Broder

    31.05.11 (07:19:55)

    würd ich jetzt nicht so sehen. Es stimmt schon, dass jeder einfach so Musik hochladen kann, jedoch ist es auf fast allen Musikseiten möglich, nach Beliebtheit, Stil und weiterem zu sortieren. Im Gegenteil, ich glaube dass eher fehlende Masse ein solches Projekt zum Scheitern bringen könnte. Wir werden sehen

  • DJ Nameless

    31.05.11 (13:40:38)

    Zum Stil: Du glaubst gar nicht, wie viele Musiker ihre Songs in falsche Kategorien einsortieren. Da finden sich Experimental-Platten in der Trance-Rubrik, und Trance-Platten in der Hip-Hop-Rubrik - alles schon erlebt. Dass Online-Bewertungen nicht funktionieren, sieht man daran, dass es viele Youtube-Videos gibt, die mehrere Tausend Views, aber keine einzige Bewertung haben. Auch bei großen Online-Versandhäusern wie Amazon oder Thomann kaufen zwar unheimlich viele Leute, aber fast keiner schreibt eine Produktbewertung. Hinzu kommt noch, dass sehr erfolgreiche Artikel dann noch sehr stark polarisieren, und dann kommt es zu schlechten Bewertungen, weil es vielen Leuten einfach nicht gefällt. Die Qualität der Ware interssiert dann null. Schönes Beispiel hier: http://www.amazon.de/product-reviews/B0038DKHKE/ref=cm_cr_pr_btm_link_1?ie=UTF8&showViewpoints=0&sortBy=bySubmissionDateDescending - vor allem die Kommentare weiter hinten zeigen das Problem sehr deutlich.

  • Martin Broder

    31.05.11 (15:44:34)

    Wenn ein Musiker seine Werke falsch einsortiert, ist er wohl selber schuld, dass er nicht gefunden wird. Und auch bei den Kundenbewertungen muss ich dir widersprechen: Ich habe schon vieles über Kundenlisten, Likes und dergleichen gefunden. Klar gibts auch dort Ausreisser, aber: was gabs zuvor? Werbedollars von Labels, die dir gesagt haben, was du kaufen sollst. Und als Produktbeispiel deiner Argumentation eine Vuvuzela anzuführen, ist dann schon eher spassig. Du willst doch nicht ernsthaft Lizenzierungsdienste mit Vuvuzela-Verkauf vergleichen?

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